Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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nachgeführt 17. 5. 2017 , 27. 4. 2017

Aus presse und internet

17. 5. 2017

neu : Rechtschreibung und gute Sprache (I). Neue Zürcher Zeitung, , 238. jg., nr. 113, s. 9, Zuschriften
Kaum je ein Lehrer­brief an die Eltern ent­sprach einwand­freier Ortho­graphie […].
neu : Rechtschreibung und gute Sprache (II). Neue Zürcher Zeitung, , 238. jg., nr. 113, s. 9, Zuschriften
Mir fallen im Alltag sehr häufig fehlerhafte Texte auf. […] Ich kann nicht verhehlen, dass ich dann dazu neige, von Recht­schreib- auf die weiteren Kompetenzen dieser Ver­fasser zu schliessen.

Uns fallen die fehler ebenfalls auf (fundsachen)! Wir schliessen allerdings primär auf den reformbedarf der ortografie.

neu : Rechtschreibung und gute Sprache (III). Neue Zürcher Zeitung, , 238. jg., nr. 113, s. 9, Zuschriften
Es gibt motivierende, spielerische und sportliche Trainings­varianten und in Deutsch­land sogar einen grossen regionalen und über­regionalen Diktat­wettbewerb. Wie uns die Neuro­wissenschaften lehren, ist Wett­bewerb enorm stimulierend – und zwar nicht nur für einen Gewinner, sondern für alle Teil­nehmenden.

Ja, wir sind sehr für wettbewerb – den wettbewerb der ortografien!

6. 5. 2017

neu : Links vor rechts. Die Welt, , nr. 105, s. 16, Motor
In Großbritannien, den britischen Kanal­inseln, Malta und Zypern wird links gefahren und rechts überholt. Das prägt die Menschen. Links ist sozusagen die Regel, rechts die Ausnahme. Bei uns ist es umgekehrt. Wir fahren nicht nur rechts, wir haben einen „Rechtsstaat“, wir sind „recht­schaffen“, bei uns wird „Recht ge­sprochen“, wir streiten um „Bürger­rechte“ und „Tierrechte“. Ein Anwalt ist ein „Rechts­beistand“, eine Emanze eine „Frauen­rechtlerin“, der Frisör ein Opfer der „Rechtschreib­reform“.

5. 5. 2017

neu : Orthographie zum Vergessen. Neue Zürcher Zeitung, , 238. jg., nr. 103, s. 50, Wochenende
Die besten Schüler der Schweiz sollten korrekt schreiben können. Doch die Gymnasien setzen andere Prioritäten. […] Viele Studierende haben nicht nur Mühe mit der Rechtschreib­reform, sondern mit der Ortho­graphie generell. […] Formale Schreibschwächen sind evident. Doch viele Lehrer kon­zentrieren sich lieber auf inhaltliche und dramaturgische Fragen, anstatt sich mit «basalen» Dingen wie Getrennt- und Zusammen­schreibung oder Komma­regeln aufzuhalten. «Die Recht­schreibung ist etwas aus dem Blick geraten», sagt Thomas Lindauer, Professor an der Pädagogischen Hochschule (PH) der Fachhoch­schule Nordwest­schweiz.
neu : Schreib nicht, lies! Neue Zürcher Zeitung, , 238. jg., nr. 103, s. 51, Wochenende
Bis um 1800 vermittelt die Volks­schule keine Schreib­kompetenzen, wie der Zürcher Sozial­anthropologe Alfred Messerli nachgewiesen hat. Die Obrigkeiten finden Schreiben unnütz, Lesen reiche allemal. […] Für die Schulen der Deutsch­schweiz gilt die Recht­schreibung nach Duden […]. Doch die «korrekte» Schreib­weise bleibt umkämpft. 1946 schlägt der «Bund für vereinfachte Recht­schreibung» die Klein­schreibung vor. Er findet kein Gehör. Die letzte grosse Reform beginnt 1996: Sie soll das Schreiben ver­einfachen. Doch die Neu­regelung ist umstritten. Die Reform wird ihrer­seits reformiert, mehrere Redaktionen führen eigene Schreib­weisen ein oder halten an diesen fest, so auch die NZZ. Die Folge ist eine Re-Pluralisierung der Orthographie.

Danke für die erwähnung unseres vereins! Aber das mit der klein­schreibung war 1924.

neu : «Ich will wachrütteln und motivieren.» Der deutsche Linguist Roland Kaehlbrandt sieht Sprachbewusstsein als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Neue Zürcher Zeitung, , 238. jg., nr. 103, s. 52, Wochenende
Ist ewiggestrig, wer noch auf sprachlich formale Präzision pocht? [Kaehlbrandt:] Tatsächlich ist die Kritik an Sprach­normen sehr verbreitet. Das hat mit dem flüchtigen Sprach­gebrauch in den digitalen Medien zu tun, auch die Rechtschreibe­reform hat mit ihrem Hin und Her Schaden an­gerichtet: In einigen Bereichen hat sie über­trieben, durch die allgemeine Ver­unsicherung haben jene Auftrieb erhalten, die Normen über­flüssig finden. Das bedaure ich sehr.

30. 4. 2017

neu : Verschwörende Details. Der Tagesspiegel (), , s. 14, Brandenburg
Wenn es nach den Veranstaltern des Festivals „Pax Terra Musica“ geht, sollen Ende Juni viele tausend Friedens­bewegte aus ganz Deutschland in den Süden Branden­burgs reisen […]. Auf Außen­stehende wirken die Verschwörungs­theorien mancher Festival-Teil­nehmer un­freiwillig komisch. […] Der Staat begrüße die Rechtschreib­reform sowie die Übernahme von Fremd­wörtern in die deutsche Sprache, damit Kindern in der Schule „die Lern­inhalte der Industrie besser ein­getrichtert werden können“.

28. 4. 2017

neu : Tobias Mann witzelt über die aktuelle Politik. Rheinische Post, , s. C5, Grafschafter Kultur
Tobias Mann ist kein Unbekannter der deutschen Kabarett- und Comedy­szene. […] Als Pianist gab er zum Beispiel „Früher war heute noch besser“ zum Besten oder als Gitarrist kommentierte er mit „Lokal Adverb“ die Rechtschreib­reform.

25. 4. 2017

neu : 110 Jahre Schloß-Gymnasium. Rheinische Post (), , s. D4, Benrather Tageblatt
Das Schulleben des Schloß-Gymnasiums (das sich heute immer noch – trotz Rechtschreib­reform – mit Eszett, also dem „ß“ schreibt) begann mit einer Klasse. […] Und selbver­ständlich waren es nur Knaben […].

22. 4. 2017

neu : Sprachlabor. Süddeutsche Zeitung, , s. 14, Forum
Herr Dr. Sch. findet es schön, dass Helikopter bei uns in Heliko-pter getrennt wurde, also mor­phologisch, das heißt: der Wortstruktur ent­sprechend, statt silbisch, wie das seit der Rechtschreib­reform mächtig in Schwang gekommen ist. Wir könnten jetzt so tun, als wüssten alle Redaktions­mitglieder, dass Helikopter aus hélix, -ikos (gewunden) und pterón (Flügel) zusammen­gesetzt ist. Dem ist nicht so. Wenn Helikopter trotz­dem sinn­voll getrennt wurde, so hat da nicht etwa ein blindes Huhn ein Korn gefunden, sondern das haus­eigene Trennungs­programm segens­reich gewaltet.

Aha, so funktioniert schreiben: Weder schreiber noch leser wissen bescheid, aber die technik gaukelt beiden vor, der andere wisse bescheid.

11. 4. 2017

neu : Ossifeindliche Inhalte. (Frankfurter Rundschau), , Rhein-Main, Hochtaunus
Richterin Gudrun Kurschat sah es als erwiesen an, dass der selbst­ständige Soft­ware-Entwickler die Mit­arbeiter der Bundes­kasse Zoll im ver­gangenen Juni per E-Mail aufs Übelste ossi-feindlich beleidigt hatte. […] „Ich habe das nicht verfasst“, beteuerte A. Schließlich sei es heut­zutage ein Leichtes, eine E-Mail zu fälschen. […] Zum anderen seien alle Mails mit der gleichen Signatur unter­zeichnet worden und ent­hielten darüber hinaus auch noch die gleichen Schreib­fehler. So boykottiert der Autor in allen seinen E-Mails konsequent die Rechtschreib­reform und verwendet für die Konjunktion „dass“ weiterhin das ß.

10. 4. 2017

neu : Wir sind auf dem Weg in eine Republik der Analphabeten. , , Debatte, Meinung
Wenn schon Hochschul­absolventen ohne Punkt und Komma und voller Rechtschreib­fehler schreiben, dann muss man die Not­bremse ziehen. Ortho­grafie geht nicht nach Gehör. Sie muss geübt werden. Üben ist sexy.

6. 4. 2017

neu : „Di foirwer retete eine oile aus dem Stal.“ , , Beruf & Chance
Viele Schüler lernen heute nach der Methode „Schreiben nach Gehör“. Das ist eine Zumutung fürs Gehirn. Denn dem fällt es leichter zu üben, als Ge­lerntes zu korrigieren. Gast­beitrag eines em­pörten Gymnasial­lehrers.

4. 4. 2017

neu Wahlbriefe: „Gut gemeint – schlecht gemacht.“ Hamburger Abendblatt, , s. 18, Hamburg & der Norden
Etliche Menschen in Schleswig-Holstein stutzten, als sie dieser Tage Post von ihren örtlichen Wahlämtern erhielten. Wie dem Briefkopf zu entnehmen ist, handelt es sich um die „Wahl-Be­nachrichtigung“ für die Wahl zum „Land-Tag“ von Schleswig-Holstein am 7. Mai. […] „Habe ich etwas von der Rechtschreib­reform verpasst, oder ist die Verwaltung einem Freak des Binde­strichs auf den Leim gegangen?“, schrieb ein Abend­blatt-Leser.
neu : Der „Deppenapostroph“ treibt wunderliche Blüten. (Neue Osnabrücker Zeitung), , Kultur
Noch mehr ver­unsichert das Gefühl für Sprache und Regeln, dass nach neuer Recht­schreibung der Apostroph auch weg­gelassen werden kann in Fällen wie „wie geht’s“, „mach’s gut“, „sag’s mir“.

31. 3. 2017

neu : Punkt. Am Ende. , , Leben
Und ich dachte immer, eine der wichtigsten Grammatik­regeln würde Dich unsterblich machen: Am Satz­ende steht ein Punkt. Aber heute wird praktisch keine SMS, keine WhatsApp-Nachricht, kein Facebook-Posting noch mit einem Punkt beendet! […] Die Reform der deutschen Recht­schreibung von 1996 erzürnte noch die Bildungs­bürger – zwanzig Jahre später diskutiert man nicht mehr über Recht­schreibung. Die großen Dispute werden nicht mehr um Satz­zeichen, sondern um Emojis aus­getragen […].

24. 3. 2017

: Sprachplauderei: Von wegen schäbig! Schwäbische Zeitung (), , s. 11, Kultur
Aus zweierlei Gründen ist das Allerweltswort sogenannt bemerkens­wert: Zum einen gehört es zu den unseligen Varianten­schreibungen, die uns die Rechtschreib­reform von 2006 ein­gebrockt hat. Immer wenn sich die zur Ein­stimmigkeit verdammten Rechtschreib­hüter aus sechs Nationen nicht einigen konnten, ließen sie die Wahl offen. So haben wir jetzt sogenannt, aber auch so genannt. Bis heute wollen die Ver­antwortlichen übrigens nicht einsehen, dass sie damit der Sprach­kultur einen Bären­dienst erwiesen haben. Wenn ich hier schon die Wahl habe, nehme ich sie mir bei anderen Wörtern auch – so denkt sich der Normal­schreiber und schludert munter drauf los.

22. 3. 2017

: Pflichtverletzung in den Grundschulen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 69, s. 6, Briefe an die Herausgeber
Zum Thema Rechtschreib­reform: […] Die Lehrer ver­suchen gar nicht erst, den Kindern Rechtschreib­regeln zu ver­mitteln.

16. 3. 2017

: Bindestrich? Voll AfD-mäßig. , , Gesellschaft
Das Deppen­leerzeichen breitet sich immer weiter aus. […] Und, liebe Werbe­fuzzis: Kommt nicht mit der Rechtschreib­reform. Auch nach den neuen Regeln ist das Auslassen von Binde­strichen in Komposita un­zulässig.

11. 3. 2017

: Bitte twittert nicht, wenn ihr aufs Klo geht. Axel Eger mit einer sportlichen Betrachtung zum richtigen Wort zur rechten Zeit. Thüringer Allgemeine (), , nr. 60, s. 25, Sport, Zeitlupe
Bei Jauch war gerade eine junge Dame zu Gast, ihres Zeichens Bloggerin. Dennoch brauchte sie bei der Frage nach der Schreib­weise des Wortes Aggregat­zustand den Publikums­joker. Merke: Ein schnöder Duden kann auch im 21. Spiel­jahr der Rechtschreib­reform (so lange hat nur noch Arsene Wenger beim FC Arsenal durch­gehalten) über Sieg und Nieder­lage ent­scheiden.

9. 3. 2017

: So flüchtig wie Katarrh bei Ostwind. Warum auch zwanzig Jahre nach der Rechtschreibreform keine Korrektur geplant ist. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 58, s. 6, Politik (1031 wörter)
[…] das amtliche Regel­werk selbst: "Es ist zu lang, nicht konsistent, wenn überhaupt dann schwer ver­ständlich und wissen­schaftlich in­akzeptabel", sagt der Berliner Grammatiker Peter Eisenberg […]. Er hat jetzt im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung einen weiter­führenden Vorschlag mit dem Titel "Deutsche Ortho­grafie. Regel­werk und Kommentar" (de Gruyter) vorgelegt, der keine neue Ortho­grafie an­strebt. Vielmehr geht es Eisenberg […] darum, die geltende Regelung so zu formulieren, dass Begründungen und Funktiona­litäten gezeigt werden. […] Sein Anliegen ist es, die geltende Schreibung, wo möglich, so in Regeln zu fassen, dass sie wieder lern­barer wird. Selbst­verständlich weiß auch Eisenberg, dass sich die deutsche Ortho­graphie niemals voll­ständig in Regeln fassen lässt.

Selbst­verständlich muss es das ziel sein, die deutsche und jede andere orto­grafie voll­ständig in regeln zu fassen.

Wo hört ein Wort auf? Hannoversche Allgemeine, , s. 23, Kultur & Leben, O-Ton
Das Gefühl dafür, wo ein Wort aufhört und das andere beginnt bzw. wo ein Wort noch nicht aufhört, sondern noch weiter­geht, scheint gegen­wärtig stark im Schwinden begriffen zu sein.

7. 3. 2017

: Studenten beherrschen immer schlechter die deutsche Sprache. Interview mit Bonner Germanist Jan Seifert. , , Wissen und Bildung, Hochschulen
Seifert: Die Wahr­nehmung ist offenbar immer, dass es schlechter wird. Auf der anderen Seite muss ich sagen: Es ist ja auch faktisch so. In er­schreckend großer Zahl weisen Seminar-, Bachelor- oder Master­arbeiten […] logische Brüche, unbeholfene Formu­lierungen und erhebliche Recht­schreib- und Interpunktions­fehler auf. […] Im Bereich der Recht­schreibung sehe ich erhebliche Probleme etwa bei der Kenn­zeichnung von Kurz­vokalen, etwa „Stamm“ mit einem m oder „Tabelle“ mit einem l. Es gibt Indizien dafür, dass dies mit der Schreiblern­methode zu tun haben könnte […].

4. 3. 2017

: Diktatwettbewerb in Frankfurt: In der Kasserolle gärt das Frikassee. (Frankfurter Allgemeine Zeitung), , Rhein-Main, Frankfurt
Appetitlich ist die Geschichte nicht gerade. Aber für Ortho­graphie-Gourmets bot das Frank­furter Stadt­finale des großen Diktat­wettbewerbs einige Leckereien. […] Der Sieger in der Schüler­kategorie, Matthias Tielmann von der Freien Christlichen Schule, landete mit acht Fehlern knapp vor der Besten unter den Lehrern, Elke Willmann von der Schiller­schule. Ebenfalls vom Sachsen­häuser Gymnasium kommt die Erst­plazierte in der Eltern­kategorie und Gesamt­siegerin Tatjana Koch, der sieben Fehler unterliefen.

Solange die FAZ (meistens) «Erst­plazierte» schreibt, würde sie wohl auch nicht null fehler schaffen.

2. 3. 2017

: Das missbrauchte Geschlecht. , , Kultur, Essay (1337 wörter)
Wie kann man Frauen in der Sprache sichtbarer machen? Muss man sich dafür zum Herren oder zur Herrin über die Grammatik aufschwingen? Mit dem Gendern gehen sprachpolizeiliche Allüren einher. […] Der nächste Schritt in Richtung eines konsequenten Genderns bestand in der Propagierung der Schreibweise BäckerInnen, die dann vielfältig ausgebaut wurde, etwa zu Bäckerinnen, Bäcker/innen, Bäcker_innen und Bäcker*innen. Von vornherein blieb unklar, wie all das ausgesprochen werden konnte. Aus dieser großen Not versucht man eine kleine Tugend zu machen mit dem Hinweis, die Fixierung auf das Geschriebene sei umso richtiger, als die Sprecher dadurch ins Grübeln kämen. Man sollte sich wohl an solche Formen gewöhnen, aber dennoch niemals aufhören, jedesmal wieder überrascht zu sein. […] Der Unterstrich hat nach einer verbreiteten Lesung über sich einen Abgrund von Leere und soll verwendet werden, wenn man gar kein Geschlecht mehr will, der über allem sich erhebende Stern (Asterisk) dagegen soll die ungefähr sechzig Geschlechter überstrahlen, die man heute individuell oder gruppenbasiert in Anspruch nimmt. Die Sprache muss ja mit nur drei Genera auskommen. Alle genannten Formen, das darf man nicht vergessen, gibt es im Deutschen nicht. Sie stellen einen Eingriff in unsere Grammatik dar, in der sie keinen Platz finden.

1. 3. 2017

neu : Hanebüchener Mumpelix. (Frankfurter Rundschau), , Frankfurt
Das Frankfurter Diktatwettbewerbs­finale in der Schiller­schule wird durch einen Föhn erst schön. […] Und man lernt noch was fürs Leben: „Einen Föhn kriegen“ beziehe sich auf den Wind aus den Bergen und habe nichts mit dem Haar­trockner zu tun, der zwar nach dem Berg­wind benannt sei, aber vor der Rechtschreib­reform ohne „h“ schlicht „Fön“ ge­schrieben wurde – weil seine Erfinder den Diktat­wettbewerb wohl nicht gewonnen hätten.

21. 2. 2017

neu : «Unpresidented.» Trumps alternative Orthographie. Neue Zürcher Zeitung (), , 238. jg., nr. 43, s. 35, Feuilleton
Als George Bernard Shaw einst der englischen Orthographie den Krieg erklärte […], konnte er nicht ahnen, dass seine Idee, die Schreib­weise dem Klang an­zugleichen, im Online-Zeitalter neue Aktualität erhalten sollte. […] An fehlerhafte Verlaut­barungen aus Washington, auch «alter­native Fakten» genannt, sind wir in­zwischen gewöhnt, manch einem könnte freilich entgangen sein, dass die zweifel­hafte Expertise der neuen Regierung auch die Recht­schreibung nicht verschont. […] Selbst das Motto auf dem In­augurations-Porträt, das auf der Web­site der Library of Congress vertrieben wird, gelang nicht fehler­frei: «No dream is too big, no challenge is to (sic) great» – ausser die Heraus­forderung, vor die der korrekte Gebrauch der Buch­staben stellt.

10. 2. 2017

: Rosenmontag’s wird gerock’t. Klaus Wuggazer auf der Spur irritierend gesetzter Häkchen. Thüringer Allgemeine, , nr. 35, s. 13, Bad Langensalzaer Allgemeine, Guten Morgen
Wir haben uns ja mittler­weile dran gewöhnt, dass der eng­lische Genitiv-Apostroph mit der Rechtschreib­reform im Deutschen per Duden-Erlaub­nis geadelt wurde.

25. 1. 2017

: Orthographische Standards gesunken. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 21, s. 6, Briefe an die Herausgeber (250 wörter)
Mit den in den ver­flossenen zwei Jahr­zehnten unter­nommenen punk­tuellen Rück­reformen hat der Rat für Recht­schreibung im Prinzip den qualitativ höheren Standard der her­gebrachten Recht­schreibung an­erkannt.

19. 1. 2017

: In der Wörter-Waschmaschine. , , Meinung, Kommentare
Ach, die Wahl der Wörter, sie ist halt ein wunderbares Spiel- ebenso wie ein Minen­feld: Gerade deshalb sind Sprach­moden kritisch zu beäugen. Dieser Erkenntnis sei hier der zweite Teil unserer Sprach­betrachtungen gewidmet, zu deren Fort­setzung wir uns durch die Reaktionen auf den ersten ermutigt sehen: Dieser hat unter dem Titel «Apostro­phitis und schlimmere Seuchen» (NZZ 2. 12. 16) ein reiches Echo gezeitigt. […] Erwartungs­gemäss kontro­vers auf­genommen wurde unsere Anmerkung, der ganze Schlamassel sei nicht der Rechtschreibe­reform anzulasten.

18. 1. 2017

: In Privatbriefen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 15, s. 25, Briefe an die Herausgeber (111 wörter)
Im Übrigen ist die alte, bewährte Recht­schreibung in Privat­briefen noch weit mehr ver­breitet, als jede Statistik er­fassen kann, so dass deren Aussagen über die Akzeptanz zu hinter­fragen sind.

17. 1. 2017

: Leichte Sprache, schwere Sprache. Die Welt (), , nr. 14, s. 22, Feuilleton
Ist die Leichte Sprache nur wieder ein Beispiel für die deutsche Regulierungs­wut, die uns zuletzt diese ahistorische, anti­grammatikalische und in ästhetischer Hinsicht höchst an­fechtbare Rechtschreib­reform beschert hat? Mit all diesen absurden Getrennt­schreibungen und der Substanti­vierung adverbialer Wendungen wie „aufs Schönste“, als müsse da ein Berg namens „das Schönste“ erklommen werden, wo doch nur „besonders schön“ gemeint ist?

12. 1. 2017

: Viel Wind um nichts. Der Rat für deutsche Rechtsschreibung bekommt die Folgen der „Reform“ nicht in den Griff. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 10, s. 6, Bildungswelten (1299 wörter)
Die Reform von 1996 wollte der Sprach­entwicklung aus­drücklich „entgegen­wirken“ – ein Haupt­grund der Proteste. Nun gilt um­gekehrt die Parole, das Regel­werk an den Schreib­brauch an­zupassen. Darum unter­nimmt der Rat breit angelegte und teure Unter­suchungen an Texten inner­halb und außer­halb der Schule. Dabei fällt ihm auf, dass es in der Schule gar keine Ent­wicklung geben kann, weil die Lehrer jede Abweichung als Fehler ahnden müssen. Darum waren schon die ein­schlägigen Be­obachtungen im zweiten Bericht von Anfang an sinnlos, wie der dritte nun aus­drücklich zugibt […]. Aber auch außer­halb der Schule gibt es keinen Schreib­brauch mehr, der sich nach den Intuitionen der Schreibenden ent­wickelt. Ge­schrieben wird fast nur noch am Computer und damit nach den Vorgaben der Korrektur­programme, die auto­matisch dafür sorgen, dass die gesetzte Norm befolgt wird.

Richtig. Also ist es auch gar nicht so wichtig, ob man der nicht existierenden entwicklung entgegen­wirken oder folgen will. Womit dann der «Haupt­grund der Proteste» auch wieder hinfällig wird. (So oder so kann nicht die sprachentwicklung gemeint sein, denn die gibt es, und zwar nicht nur alle hundert jahre.) Jetzt müssen Ickler und die anderen reformgegner nur noch den kleinen erkenntnis­schritt hinter sich bringen, dass es die möglichkeit geben muss, eine amtlich «gesetzte Norm» auch amtlich zu ändern. Dass es also rechtschreib­reformen geben muss.

11. 1. 2017

: Hausaufgaben für die Grundschule. Kölner Stadt-Anzeiger (), , s. 4, Meinung, Gastbeitrag
Heute sagt die Forschung: Hohe Erwartungen […] sind besonders leistungs­förderlich […]. Insofern war die Rechtschreib­reform aus pädagogischer Sicht Unsinn - japanische Grund­schüler ver­danken ihre Stärken nicht zuletzt der Kompliziert­heit ihrer Schrift­zeichen.

So ein glück! Die gegner der reform von 1996/2006 beklagen, dass sie die rechtschreibung komplizierter gemacht habe. Wir können uns also auf eine leistungssteigerung freuen.

10. 1. 2017

: Nicht in die Regelschule. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 8, s. 6, Briefe an die Herausgeber (229 wörter)
Ja, die "einfache Sprache" ist ein Dogma. Als solches wird sie von den gleichen Leuten mit den gleichen Ar­gumenten propagiert wie seiner­zeit die Rechtschreib­reform.

Fake news.

: „Das Kind nicht entmutigen.“ Der Tagesspiegel (), , s. 20, Wissen & forschen
Lehrer sollen Fehler schon früh korrigieren, sagt Renate Valtin, Grundschulpädagogin. […] Manche Leute haben den Eindruck, dass Schul­absolventen heute weit schlechter in Recht­schreibung sind als frühere Generationen. Zu Recht? [Valtin:] Es gibt keine große Längsschnitt­untersuchung, aus der wir das ersehen könnten. Ich habe nur eine anekdotische Evidenz: Wenn ich meine Studierenden früher das Kosogsche Diktat schreiben ließ - „Tut nie unrecht, seid Ihr aber im Recht, so habt Ihr recht“ und so weiter -, hatten sie schon in drei Sätzen so viele Fehler wie die Leute achtzig Jahre vorher im ganzen Text. Allerdings hat die Rechtschreib­reform in­zwischen ja vieles leichter gemacht. Was die Grund­schule betrifft, so zeigen die Rechtschreib­tests von Iglu 2001 und 2006, dass sich die Leistungen sogar signifikant ver­bessert haben. Insgesamt ist mir aller­dings die Betonung des Themas Rechtschreibung in der bildungs­politischen und didaktischen Diskussion in Deutschland völlig un­verständlich. Inter­national spielt die Be­herrschung der Recht­schreibung so gut wie gar keine Rolle. Statt­dessen wird zu Recht die Förderung der wichtigen Kom­petenzen Lesen und Schreiben als Verfassen von Texten betont.

7. 1. 2017

: Sieben Tage, sieben Nächte. Neues Deutschland, , s. 17, Die Woche
Zugegeben, nach der sound­sovielten Rechtschreib­reform ist es selbst für studierte Germanisten wie Journalisten nicht immer leicht, einen Treffer bei den gerade gültigen ortho­grafischen Regeln zu landen. Und natürlich sind wir ein ums andere Mal beschämt, wenn uns doch wieder irgend­etwas durch­gerutscht ist, was es eigent­lich nicht gedurft hätte.

4. 1. 2017

: Fehlende Übung. Mühlacker Tagblatt (), , Leserbriefe
Zum einen begann das Übel mit der „Rechtschreib­reform“, die in der Tat, wie der ehemalige Kultusminister Roman Herzog sagte, „so unnötig wie ein Kropf“ ist. Seither gibt es unter­schiedliche Schreib­weisen – sogar offiziell zu­gelassene wie auch von Insti­tutionen selbst erfundene.
: Mohrrübe brandmarkt mehr als Mohrenkopf. Saarbrücker Zeitung, , nr. 3, s. A4, Leserbriefe
Mohrrübe. Dieses Duden-belegte Unwort für die längliche Daucus sativus befördert das Klischee über Männer aus afrika­nischen Kultur­kreisen. Mein Vorschlag, bei der Recht­schreibreform wenigstens die Schreib­weise in „Moorrübe“ ab­zuändern, wurde leider nicht berück­sichtigt.

2. 1. 2017

: Zehn neue Thesen für 2017. Rheinische Post, , s. C1, Kultur
Was hätte uns Luther heute zu sagen? […] Eine Neujahrs-Provokation. […] Mit seinem Groß­werk – der Bibel-Über­setzung ins Deutsche – wollte Martin Luther möglichst vielen Menschen den Zugang zu den Quellen möglich machen. […] Wenn sich Gottes Wort ins Deutsche über­tragen ließ, dann musste die Sprache zu allem anderen auch fähig sein. Doch dem Volk auch sprachlich aufs Maul zu schauen heißt nicht, die Sprache radikal zu ver­einfachen. Unsere Rechtschreib­reform – sie dürfte ein Dorn im Auge des Reformators gewesen sein.

Nein, das reförmchen hätte er nicht bemerkt. Siehe auch Zofinger Tagblatt, 7. 9. 2002 und welt.de, 26. 1. 2016.