Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstichwort → verlagswesen
nachgeführt 24. 5. 2017

verlagswesen

Jacob Grimm, Deutsches Wörter­buch, 1854, s. LXII

Billig zu achten war vorerst auch auf die nicht grundlose besorgnis der verlags­handlung, dasz das publicum, für einzelne besserungen der orthographie zwar empfänglich, durch heftige er­schütterung des her­gebrachten und fest­haftenden brauchs ab­geschreckt werden möge.

Arthur Schopenhauer, «seinem Leipziger Verlag Brockhaus und dessen Haus-Ortho­graphie gegen­über», Der Spiegel, 25. 1. 1956

Daß ein Ladenmensch, ein Buch­drucker und seine schwarzen Myrmidonen aus dem Schmier­loch die deutsche Sprache regieren wollen, ist nicht nur ein Übel­stand, sondern eine Infamie.

«Die Medien spielen eine Schlüssel­rolle bei der Reform.» Das ist wohl wahr, aber nicht gut.

«Mein erstes großes ABC-Buch» (fotomontage)

Matthias Heine, Welt am Sonntag, 9. 10. 2011

Für weitere Vereinheitlichung wird weniger der Rat für die Recht­schreibung sorgen […]. Größeren Einfluss dürften die Medien und die Mehrheit der Deutsch­schreiber haben. Schon die 2006 Gesetz ge­wordene Regelung war ja eine Nach­besserung der 1996 verab­schiedeten und 1998 in Kraft ge­tretenen Reform. Die Nach­besserung wurde unter anderem dadurch erzwungen, dass manche Medien wie die Zeitungen des Verlags Axel Springer jene erste Reform entweder gar nicht mitgemacht hatten oder nach einer Test­phase wieder zur alten Schreibung zurück­gekehrt waren. Und auch heute noch spielen die Medien eine Schlüssel­rolle bei der weiterhin erforderlichen Fein­justierung der Reform.

Hans Zehetmair, Frank­furter All­gemeine Zeitung, 29. 3. 2006

Wenn die Printmedien künftig im Falle mehrerer Möglich­keiten den bewährten Schreib­weisen folgen, werden sich diese durch­setzen. Auch die Schulbuch­verlage haben an­gekündigt, so zu ver­fahren.

neu Michael Nau­mann, Die Zeit, 12. 8. 2004

Und niemand kann die private Presse oder Buch­verlage zwingen, staatlichen Schreib­anweisungen zu folgen. Doch der Gestus des re­volutionären Aufstands gegen neue Trennungsregeln ist so glaub­würdig wie die zwanzigste Bild-Schlag­zeile zum Liebes­leid von Uschi Glas. […] Selbst­verständlich ist jeder schulisch verbindlichen Rechtschreib­lehre eine Idee von bürger­lichem Gehorsam ein­geschrieben. Dass aus­gerechnet konservative Verlage sich als Gehorsams­verweigerer profilieren, macht sie nicht zu heroischen Widerstands­kämpfern. Sie nehmen sich lediglich ihr Recht heraus, zu schreiben und zu drucken, wie sie wollen.


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stichwort journalismus