Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstichwort → II. ortografische konferenz
nachgeführt 2017-9-14

II. ortografische konferenz

zeit, ort

17. bis 19. 6. 1901, Berlin

zweck

Expertentagung; vereinheitlichung und systematisierung der rechtschreibung auf der grundlage von «Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis» des lehrers Konrad Duden.

inhalt

  • Abgeschaffung des „th” in heimischen wörtern wie Theil, Thier, Athem, Eigenthum, Armuth, Noth, Werth.
  • „ey” wird zu „ei”, beispielsweise in seyn, meynen, bey.
  • Eindeutschung zahlreicher fremdwörter durch ersetzung von „c” durch „k” oder „z” wie etwa in Casse, Cultur, Clavier, Medicin, Cigarre, Citrone, social.
  • Zulassung einer grossen zahl von varianten.

folgen

Erste einheitliche schreibnorm für den deutschen sprachraum, dafür verschiebung weiterer reformwünsche. Dudens wörterbuch wird zunächst von druckern, dann allgemein als verbindlich akzeptiert. In den schulen wurde es bereits seit 1876 verwendet.

verweis

de.wikipedia.org, Orthographische_Konferenz_von_1901


Zitate

Duden-Newsletter, 20. 8. 2004

Wer also heute glaubt, sich mit den veränderten Schreibweisen nicht anfreunden zu können, kann sich trösten, dass bereits vor über hundert Jahren Menschen Wortbilder wie Teil, Armut, sein, Kultur zunächst für unerträglich hielten, sich aber im Laufe der Zeit daran gewöhnten.

Markus Arnold, Urner Wochen­blatt, 19. 7. 2017

Unter Wissenschaftlern ist es aus heutiger Sicht nicht klar, ob die «Ortho­graphische Konferenz» als echte Rechtschreib­reform gilt. Einer­seits wurde lediglich bestätigt, was schon seit Jahren Usus war, anderer­seits wurden weiter­hin diverse Doppel­schreibungen zu­gelassen (zum Beispiel Brennessel sowie Brennnes­sel). Auch zur Zeichen­setzung und zur Getrennt- respektive Zusammen­schreibung wurden keine Regeln formuliert.