Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstichwort → gewohnheit
nachgeführt 2018-10-15

gewohnheit

verweise

stichwort akzeptanz

stichwort diffusion


Michael Rutschky, Tagesspiegel Online, 26. 8. 2000

Wovon handelte denn nun der Krieg? Einerseits versteht man ihn gewiss richtig als Bequemlichkeits­revolte. Was man sich mühsam, unter zahllosen Demütigungen und Kränkungen angeeignet hat, was man außerdem immer noch nicht voll­ständig be­herrscht - die Recht­schreibung soll von Neuerungen frei bleiben, die das Unlust erregende Lernen erneut nötig machen.

wirt­schafts­lexikon.gab­ler.de

Starke Brüche mit bisher Gewohntem er­schweren die Akzeptanz.

Wörter wie «Lebensstandard» oder «Rhythmus» kann nur jeder zweite bzw. knapp jeder dritte korrekt schreiben. (Stichwort schreiben.) Wo ist da die gewohnheit?

Peter Wapnewski, Süddeutsche Zeitung, 3. 12. 1997

Die Motive des Protestes sind simpler Natur. Der Widerstand resultiert aus einem der trübsten Gesetze öffentli­chen Verhaltens: auf dem der Gewohnheit. Wir haben das immer schon so gemacht. […] Der Mensch ist ein zur Trägheit neigendes Wesen, er bewährt sich in der Beharrung. Die Gewohnheit nennt er seine Amme, und Bewahren scheint ihm unter allen Umständen ein Wert an sich.

Elisabeth Schwind, suedkurier.de, 17. 8. 2018

Der erste Fehler der Rechtschreib­reformer bestand also darin, sprachliche In­konsequenzen zu korrigieren, ohne zu bedenken, dass sich die neuen Regeln nicht mit der Macht der Gewohnheit ihrer Anwender vertragen würden.

Urs Schön­bächler, Die Südost­schweiz, 30. 8. 2018

In welchem Jahr zieht man die Linie der Ablehnung für Neues? Die letzten Rechtschreib­regeln wurden von jenen ab­gelehnt, die sich längst an die neusten von zuvor gewöhnt hatten. […] Telephon schreiben wir nicht mit «ph», das ist doch alther­gebracht. Eine Generation früher kämpfte man noch um den Elephanten.

Empfehlungen des arbeits­kreises für rechtschreib­regelung, 15. 10. 1958

Die etwaigen widerstände, soweit sie auf gewohnheit und scheu vor neuerungen zurückgehen, sind durch geeignete übergangs­massnahmen überwindbar.

prof. Völker, St. Gallen, Pädagogi­scher Beobach­ter, 8. 4. 1876

Zur Verkehrs­erleichterung ändern wir unsere Münzen, Maasse und Gewichte und richten sie nach gewissen vernünftigen Grundsätzen ein, um sie allgemein zu machen und greifen damit stark in die alten Volks­gewohnheiten ein, aber einmal durchgeführt fühlt Jeder­mann den grossen Vortheil der Neuerung, weil sie den Verkehr erleichtert und auf einfachen, leicht zu begreifenden Prinzipien beruht, und so würde sich gewiss auch das Publikum bald darein fügen, wir dürfen sogar sagen sich darüber freuen, wenn eine recht einfache und natürliche Schreib­weise durch kompetente Behörden eingeführt würde.

Salman Rushdie, schriftsteller

Es ist erstaunlich, was man alles lernen kann, wenn man will. Jede gewohnheit lässt sich ändern.