Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2009-7-29

Der Bund für vereinfachte rechtschreibung nimmt stellung

Beitrag im forum von www.korrekturen.de

Beitrag vom sonntag, 25. 11. 2007, 16:57 uhr; Re: großschreiben

Damit sind wohl alle klarheiten beseitigt! Vielen dank für die herleitung, dass alle versuche, die rechtschreibung zum transport von bedeutung zu missbrauchen, zum scheitern verurteilt sind. Es funktioniert nicht, und es ist nicht nötig; die sprache ist auf solche krücken nicht angewiesen.

Gross schreiben ist ja auch ein besonders gutes beispiel: 3 bedeutungen, 2 möglichkeiten beim schreiben:

  1. Ich habe die brille vergessen; du musst gross schreiben.
  2. Eigennamen muss man gross schreiben.
  3. Nach dem unfall müssen wir sicherheit gross schreiben.

Was soll die rechtschreibung hier klarer machen? Und wie? Und wie soll das der normale schreiber wissen? Ein anderes beispiel: Wenn sitzen bleiben ein problem wäre, wäre kein mensch auf die idee gekommen, die zwei wörter in einer anderen bedeutung zu brauchen als in der ursprünglichen. Aber es ist ja gerade das uneindeutige, das uns veranlasst, eine nichtversetzung in der höhere klasse nicht im klartext anzusprechen. Dafür braucht es keine regel und schon gar keine, die nicht immer klarheit bringt (er bleibt sitzen). Kleine geister lieben regeln (deutsche noch weit mehr als österreichische und schweizerische), aber die regelmacher sollten dem wunsch nicht immer nachgeben. Die von 1996 haben das verstanden.

Rolf Landolt, www.rechtschreibreform.ch


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