Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstellungnahmen → Zu «Zurück in Garbassen»
2006-8-25

Der Bund für vereinfachte rechtschreibung nimmt stellung

Zu Christoph Keese, «Zurück in Garbassen; Editorial», Welt am Sonntag, 6. 8. 2006

Nachweis unter presse und internet

«Alle, die sich ihre Sprache nicht vom Staat vorschreiben lassen wollen, haben mit der Reform der Reform einen Sieg errungen.» Dieser satz aus dem WamS-Editorial vom 6. august zeigt uns exemplarisch einen wichtigen grund, dem wir die rechtschreib­probleme zu verdanken haben: dem verknorzten verhältnis der deutschen zum staat. Will sich die WamS wirklich nicht vom staat vor­schreiben lassen, wie sie artikel und sogar briefe schreibt? Doch, sie will, und jetzt tut sie es auch wieder. Dabei müsste sie gar nicht, denn der staat macht nur den schülern vor­schriften, und das tut er nicht seit 1996, sondern seit der erfindung der schulpflicht. Wer sich nichts vorschreiben lassen will, tut es einfach nicht. Ich zum beispiel. Oder die nicht wenigen menschen, die fehlerhaft schreiben und dafür nicht bestraft werden. Der «sieg» besteht also darin, dass der staat nun den schülern das vor­schreibt, was sich Springer vor­schreiben lassen will. Und das ist das schlimmste, was passieren konnte.