Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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1997-12-4

Der Bund für vereinfachte rechtschreibung nimmt stellung

Zu Balz Spörri, «Gemse oder Gämse? Jetzt entscheidet das Gericht», Sonntags-Zeitung, 30. 11. 1997

Nachweis unter presse und internet

E-post an die Sonntags-Zeitung, 4. 12. 1997

Zur neuen rechtschreibung kann man ja stehen wie man will, und der Bund für vereinfachte rechtschreibung (gegründet 1924) ist auch nicht glücklich. Aber eine justizkomödie ist keine geeignete form der politischen auseinander­setzung. Alt landrat Jacques Messeiller bedient sich dieses aus Amerika und neuerdings aus Deutsch­land bekannten mittels einfach noch ein bisschen unbeholfener. Es ist kaum zu glauben, dass ein gericht diese juxklage akzeptiert. Aber offenbar braucht es dazu weder ein rechts­subjekt noch einen tatbestand. Für anfänger in sachen staatskunde: Die konferenz der kantonalen erziehungs­direktoren ist, wie die bezeichnung sagt, ein gremium für den meinungs­austausch. Es stellt den kantonalen erziehungs­direktoren einen raum und ein sekretariat zur verfügung, damit sie einander gegenseitig empfehlen können, etwas zu tun; aber tun muss es jeder einzeln. Das wäre dann der tatbestand, aber der findet in Zürich, Appenzell usw. statt. Den raum und das sekretariat wird es nun nicht mehr brauchen, denn in zukunft wird man wohl in der zivilabteilung des gerichts­kreises VIII Bern-Laupen konferieren, damit die richter bestimmen können, was die erziehungs­direktoren besprechen dürfen.

Es wird wohl so sein, dass letztlich das deutsche bundesverfassungsgericht in Karlsruhe auch für die Schweiz über die neuregelung entscheidet. Es erstaunt aber sehr, dass aus­gerechnet politisch rechts stehende kreise es gut finden, dass eine fremde gerichts­barkeit über uns bestimmt.

Für den Bund für vereinfachte rechtschreibung: Rolf Landolt, vorsitzer