Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstellungnahmen → Zu: «Die Scharfsichtigkeit des Gemüts befördern»
2003-12-9

Der Bund für vereinfachte rechtschreibung nimmt stellung

Zu Christian Meier, «Die Scharfsichtigkeit des Gemüts befördern», Neue Zürcher Zeitung, 8. 12. 2003

Nachweis unter presse und internet

Prof. Meier mag die nazikeule auf dem heimischen kriegsschauplatz für angemessen halten. In einer schweizerischen zeitung darf die infame anspielung auf den ns-minister nicht unkommentiert stehen bleiben. Ein bisschen ausländische neuere geschichte für den herrn althistoriker: 1892 haben die kantonalen erziehungs­direktoren zusammen mit bundes­behörden entschieden, dass in den volksschulen eine bestimmte (die dudensche) recht­schreibung gelehrt wird. 1996 ist dasselbe passiert. Die rechtschreibung von 1892 war nicht vollkommen, und die von 1996 ist es auch nicht (der 1924 gegründete Bund für vereinfachte recht­schreibung wüsste eine bessere), aber weder 1892 noch 1996 gab es eine grosse aufregung, und das nächste mal bestimmt auch nicht. Bis zum nächsten mal überwinden vielleicht auch unsere lieben nachbarn ihren obrigkeitskomplex.

Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR), Rolf Landolt