Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2018-3-1

Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.

Zehetmair, Hans

titel

dr. h. c. mult.

biografie

geb. 23. 10. 1936, Langengeisling (bei Erding)

1964 bis 1974 gymnasiallehrer

1986 bayerischer staatsminister für unterricht und kultus

1989 auch staatsminister für wissenschaft und kunst

10. 1990 bis 10. 1998 staatsminister für unterricht, kultus, wissenschaft und kunst

10. 1998 bis 10. 2003 staatsminister für wissenschaft, forschung und kunst

17. 12. 2004 bis 30. 6.2016 vorsitzender: rat für deutsche rechtschreibung

verweis

stichwort politik


Zitate

kil, Frank­furter Allgemeine Zeitung, 17. 6. 2005

[…] Schlüssel­figur in der Farce der Rechtschreib­reform […]

Der Spiegel, 21. 10. 1991

[…] klerikaler Fundi der CSU […].

Gero von Büttner, literaturcafe.de, 14. 8. 1998

Geradezu amüsant fand ich es auch, dass sich einige Politiker nachträglich Schreib­weisen wünschen konnten. Sowas nenne ich wahre Demokratie! So wurde der heilige Vater auf den persönlichen Wunsch des bayerischen Kultus­ministerns wieder zum Heiligen Vater […].

Kurt Reumann, Frank­furter Allgemeine Zeitung, 7. 10. 2000

Der bayerische Wissenschafts­minister Zehetmair (CSU), der auch Sprecher der von der Union re­gierten Länder in der Kultusminister­konferenz ist, sprach sich dagegen aus, das Thema Rechtschreib­reform zu baga­tellisieren. Er hatte sich bis 1995 als einziger Minister gegen Aus­wüchse der Reform gewehrt, dann aber einen Kompromiß geschlossen, den er ohne Abstriche durchsetzte. Aller­dings hat er wieder­holt zu verstehen gegeben, daß er über den Kompromiß nicht ganz glücklich sei. Nun freue er sich über die Möglichkeit einer zügigen Nach­besserung.

Hans Zehetmair, Die Presse, 12. 12. 2000

Es ist fast eine Tragik meiner Vita, daß jetzt manche diese Reform mit meinem Namen zuvorderst verbinden — obwohl ich der einzige Bremser und Korrektor in Deutsch­land und im deutsch­sprachigen Raum, mit Verlaub gesagt, gewesen bin. Vielleicht habe ich den Fehler gemacht, nicht doch weiter zu gehen in der Rückkorrektur.

Jeanne Rubner, Süd­deutsche Zeitung, 18. 12. 2004

Zehetmair als Vorsitzenden des Rates zu berufen, war ein ge­schickter Schachzug der KMK.

edo., Frankfurter All­gemeine Zeitung, 20. 12. 2004

Hans Zehetmair ist nunmehr das, was er nach eigenem Bekunden gar nicht sein wollte: der Vor­sitzende des Rates für deutsche Recht­schreibung.

Theodor Ickler, rechtschreib­reform.com, 30. 11. 2004

Er zeigt sich noch ebenso uninformiert wie 1995.

dpa, Frankfurter Rund­schau, 1. 12. 2004

Auch die Großschreibung in "es tut mir Leid" sei kaum ver­mittelbar. "Groß schreibt man Dinge, die man anfassen kann", sagte Zehetmair.

Brigitte Koch, Frankfurter Rundschau, 4. 12. 2004

Soll ich […] einfach nur in Gelächter oder vor Entsetzen in Tränen aus­brechen? […] Herr Zehetmair, kann man die CSU anfassen oder müssen wir jetzt csu schreiben?

Alexander Smoltczyk, Der Spiegel, 25. 7. 2005

Nach einem Spiegel-Gespräch mit dem bayerischen Kultus­minister Zehet­mair wurde die Reform ein erstes Mal durch­einander gebracht. Ohne jede Systematik wurden 45 Wörter als sakro­sankt erklärt. Darunter "Heiliger Vater", "Letzte Ölung". Und "Paket" (statt "Packet").

Dankwart Guratzsch, Die Welt, 21. 2. 2006

[…] ein Haupt­verantwortlicher der ver­pfuschten Reform […]

Theodor Ickler, Frank­furter All­gemeine Zeitung, 25. 2. 2006

Zehetmair berichtet schmunzelnd, neulich in Peking habe er den "Spiegel" gelesen und dabei ein "dass" entdeckt, worin er ein Signal sieht, daß auch der "Spiegel" allmählich wieder der Reform­schreibung folge. Hoberg ist so taktlos, ihm durch den Hinweis, der "Spiegel" habe nie rück­umgestellt, die Pointe zu verderben.

Jürgen Kaube, Frankfurter All­gemeine Sonntags­zeitung, 26. 2. 2006

Man kann Hans Zehetmair einen äußerst achsel­zuckenden Menschen nennen. Jede seiner Äußerungen zur Rechtschreib­reform teilt nämlich mit, er sei es jedenfalls nicht gewesen.

Volkmar Sigusch, Frankfurter Rundschau, 12. 9. 2006

Die Liberalität siegt. Rechte Politiker scheitern mit ihren Hass­tiraden gegen Homo­sexuelle.

Hans Zehetmair, Münch­ner Merkur, 29. 7. 2008

Sie können mir glauben: Noch einmal nehme ich diese Qual nicht auf mich. […] Zunächst hat man mir bis 2010 die Bürde auferlegt. So lange muss ich auch noch am Steuer bleiben.

Thomas Paulwitz, jungefreiheit.de, 17. 7. 2010

Legendär sind hingegen Zehetmairs Weisheiten, in denen er seine Un­kenntnis offenbarte […]. Alles in allem tritt Zehetmairs Nach­folger als Vor­sitzender des Rechtschreib­rates kein einfaches Erbe an. Es dürfte schwierig sein, diese Leistung zu unter­bieten.

Britta Schultejans, westfaelische-nach­richten.de, 27. 2. 2011

Rechtschreibrat zieht Bilanz.

Hans Zehetmair, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. 10. 2016

Im Grunde war die klassische Recht­schreibung nach meinem Empfinden die bessere.

Anatol Stefanowitsch, scilogs.de, 5. 1. 2012

[…] ein konservativer, kultur­pessimistischer und technologie­feindlicher ehemaliger stell­vertreten­der Minister­präsident von Bayern, dessen Qualifikation im Bereich Bildung haupt­sächlich darin liegt, dass er den Religions­unterricht in Bayern auf drei Wochen­stunden aufgestockt und das Schulgebet ein­geführt hat, dafür aber das Kapitel „Zeugung“ aus den Biologie­büchern streichen ließ und der Lehrern verbieten wollte, den Schülern staats­kritisches Denken zu vermitteln.