Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2013-9-21

Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.

Grass, Günter

titel

dr. h. c.

verweis

Wikipedia


biografie

geb. 16. 10. 1927, Danzig Langfuhr

gest. 13. 4. 2015, Lübeck

bildhauer, grafiker, freier schriftsteller

1996 mitunterzeichner: frankfurter erklärung zur rechtschreibreform

1999 nobelpreis für literatur


Zitate

Günter Grass, Die Welt, 27. 10. 1973

Ich sehe in der Rechtschreibreform die Chance, dass der unselige Hang zur Substantivierung im Deut­schen einge­dämmt wird. Deshalb habe ich nichts gegen die Kleinschreibung, ich fürchte nur, dass der deutsche Kultur­föderalismus sie verhindern wird.

Christian Seiler, profil, 7. 8. 2000

Die dümmste Bemerkung in diesem Zusammenhang machte Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass. Der ließ ver­lauten, die "Frank­furter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") dürfe weiter den "größten Unsinn" über ihn publizieren, "wenn es nur in der alten Rechtschreibung gedruckt wird". Sollte wahr­scheinlich ein Witz sein. Na ja. Für seinen Humor hat Grass den Nobelpreis bestimmt nicht gekriegt.

ddp, Berliner Zeitung, 8. 8. 2000

In einer […] Erklärung fordert Grass, " zur bewährten und besseren Rechtschreibung zurück­zukehren". Dies entspreche dem längst bekannten und wohlbegründeten Willen der Mehrheit der Bürger […].

Alan Posener, WamS.de-Blogs, Apocalypso, 19. 8. 2006

Grass selbst hat für sich im Privaten die Rechtschreibreform vorweggenommen. „Günter Graß“ unterschrieb der 19-jährige Kriegsgefangene den Erfassungs­bogen der US Army. Später buchstabierte er seinen Nachnamen „Grass“ – mit SS am Ende, als wollte er sich ständig daran erinnern: Da ist noch etwas; da hängt mir noch etwas an, das dicke Ende kommt nach.

Ag., diepresse.com, 6. 10. 2006

Der Schriftsteller […] gestand auf der Messe, er sei bis heute unsicher mit der deutschen Recht­schreibung. Grass plädierte für eine weitgehende Freigabe der Schreibweise: Sprache sei immer im Fluss. "Jede allzugroße Festlegung ist der Sprache hinderlich."

Esteban Engel, dpa, 31. 7. 2008

«Mein erstes Prosamanuskript zur "Blechtrommel" ist voller Rechtschreib­fehler. Ich habe die deutsche Recht­schreibung im Laufe meines langen Schreib­prozesses gelernt und bin deshalb auch so wütend, dass sie wieder geändert wird», sagte etwa Literatur­nobelpreis­träger Günter Grass.

Jens Dirksen, derwesten.de, 28. 10. 2010

Günter Grass - froh über Demos zu „Stuttgart 21“.