Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenpersonen → Friedrich Denk
2017-8-13

Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.

Denk, Friedrich

wohnort

Heliosstrasse 29, CH-8032 Zürich


biografie

geb. 16. 12. 1942 in Wohlau, Schlesien.

1969 gymnasiallehrer in München, D-82362 Weilheim i. Obb., London.

19. 11. 1996 gründung: WIR gegen die Rechtschreibreform in Bayern.

3. 1998 austritt: CSU «aus Protest gegen die "schüler- und bürgerfeindliche Sprachpolitik der CSU» (dpa).


 

porträt


Zitate

Horst Haider Munske, Süd­deutsche Zeitung, 16. 12. 1996

In dem Protest gegen die Rechtschreib­reform, den Friedrich Denk organisiert hat, verbindet sich der Unmut vieler Gebildeter über jegliche Ver­änderung des ver­trauten Schrift­bildes mit be­rechtigter Kritik an über­zogenen ortho­graphischen Ver­einfachungen.

Friedrich Denk, goethe.de, 7. 2016

Die Rechtschreibreform ist überflüssig wie eine Warze am Fuß.

Thomas Hürlimann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. 7. 2000

Einer muss wachen; einer muss dasein. Dank Denk schreiben wir, wie wir schreiben. Finita la commedia.

Joachim Güntner, Neue Zürcher Zeitung, 29. 12. 1997

Friedrich Denk […] hat erklärt, er würde seine Existenz dafür geben, könnte er die Reform zum Scheitern bringen.

Monika Dittrich, Waffenruhe im Wörterkrieg, deutschland­funk.de, 2. 3. 2016

150.000 Mark habe er allein in die Kampagnen gegen die Rechtschreib­reform investiert, sagt Friedrich Denk.

Helmut Lölhöffel, Frankfurter Rundschau, 26. 11. 1997

Bekannt ist, daß einer der Initiatoren der Reform­gegner, der Weilheimer Deutsch­lehrer Friedrich Denk, im ultra­rechten Spektrum wirkt.

Harald Martenstein, Der Tagesspiegel, 20. 10. 1996

Lehrer Friedrich Denk ist es gelungen, in seinem Kampf gegen die Rechtschreib­reform fast alle deutschen Geistes­größen hinter sich zu sammeln. Ob die wissen, daß er aus­gerechnet dem Dritten Reich geistige Freiheit attestiert?

Gemäss Friedrich Denk ist der eindruck, er attestiere dem Dritten reich geistige freiheit, falsch.

die tageszeitung, 14. 7. 1998

Er gehört zur aussterbenden Spezies der Ober­lehrer und Hohen­priester, die ungern lernen, die aber mit großem Eifer belehren.

Eckhard Henscheid, Die Zeit, 3. 8. 2000

[…] unser reichlich eitler Obermanager

Moritz Schwarz, Junge Freiheit, 11. 8. 2000

Thomas Steinfeld, Literaturchef der "FAZ", hat in einem Gespräch mit der "Junge Freiheit" die Befürchtung geäußert, er könne durch die Präsenz seiner Person in den Medien seit der Umstellung der "FAZ" zu einer komischen Figur wie der bekannte Einzel­kämpfer Friedrich Denk werden.

Hermann Zabel, Widerworte. Aachen 1997, s. 42

Ich halte die Angstkampagne, die auf Herrn Studien­direktor Denk zurückgeht […], für unverant­wortlich und mit dem Diensteid eines bayerischen Beamten für nicht vereinbar.

Michael Braun, Basler Zeitung, 23. 4. 2003

Der von dem Weilheimer Gymnasiallehrer Friedrich Denk im Oktober 1996 angezettelte Volks­aufstand gegen die Rechtschreib­reform ist hier noch in unguter Erinnerung. Die mentalen Spät­folgen dieser Empörungs-Kampagne sind nun in einer «Denkschrift» des Dichters Reiner Kunze über «die Aura der Wörter» (Radius-Verlag) und in einer orthographie­kritischen Studie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Wallstein Verlag) zu besichtigen.

Johann Osel, sueddeutsche.de, 1. 8. 2015

Spricht man mit Friedrich Denk, so kann er noch immer ausführlich über den Eingriff des Staates zetern. Er sagt aber: "Dass die Rechtschreib­reform Millionen kosten würde und jahrzehnte­lange Ver­wirrung stiften würde, haben wir vorher­gesehen. Das viel größere Problem haben wir damals nicht erkannt - das auf­kommende Internet, die Computer, an denen vor allem die Jungen ihre Zeit ver­plempern statt Bücher oder Zeitungen zu lesen." Die Schulen trieben die Kinder heute regel­recht ins Netz, etwa für Recherchen, sie duldeten Fehler als lässliche Sünde.

So ein pech, dass Denk seine energie im kampf gegen die rechtschreib­reform verschwendete. Er hätte das internet verhindern müssen.

Julia Bähr, faz.net, 22. 10. 2016

Denk […] rückte die Reform in die Nähe einer Diktatur […] und machte so der­maßen Stimmung, dass man froh sein kann, dass er sich kein heikleres Thema auf die Fahnen geschrieben hat.