Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

nachgeführt 24. 3. 2017 , 28. 6. 2016

Aus presse und internet

20. 6. 2014

: Die habermannsche Frage und die boppsche Antwort. , , Fragen Sie Dr. Bopp!
Ohne Apostroph werden die mit der Endung -sch von Namen abgeleiteten Adjektive kleingeschrieben. (Die Regel, dass großgeschrieben wird, wenn das Adjektiv eine persönliche Leistung oder Zugehörigkeit ausdrückt, gilt seit der Rechtschreibreform nicht mehr.)

18. 6. 2014

Ende der Phantasieschreibung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 139, s. 6, Politik, Bildungswelten
Bayern schafft das lautgetreue Schreiben in den ersten Grundschuljahren ab. In einem sogenannten Lehrplan plus verpflichtet Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) die Lehrer, das regelgerechte Schreiben von Anfang an systematisch einzuüben.

16. 6. 2014

: Vielleicht hätten wir uns irgendwann geduzt. Botschafter einer humanen Gesellschaft. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 137, s. 11, Feuilleton
Frank Schirrmacher […] war ein Meister der schnellen Kommunikation […]. Und was mich anfangs erstaunte, doch bald amüsierte, war sein kreativer Umgang mit der deutschen Sprache beim Simsen. Seine pointierten Gedanken in unvorhersehbarer Form der Rechtschreibung machten viele seiner SMS zu Pretiosen mit der Botschaft "aufzubewahren für alle Zeiten".

14. 6. 2014

: Ein spätgeborenes Genie. Anmerkungen zu einem frühen Tod. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 136, s. 17, Feuilleton (581 Wörter)
Frank Schirrmacher - tot? Niemals. […] Wir trafen uns - eher zufällig - in der Paris-Bar mit Mathias Döpfner und regten uns gemeinsam über die Albernheiten der Rechtschreib­reform auf. Die F.A.Z. hatte als einzige Publikation den Unsinn bis dahin nicht mitgemacht. Aber Schirrmacher wusste, dass er auf Dauer nicht allein beim "dass mit sz" bleiben konnte. Wir schmiedeten einen Dreier-Pakt zur Entrümpelung der Rechtschreib­reform. Und schafften es am Ende, die größten Absurditäten zu beseitigen. Dann schaltete auch die F.A.Z. um - auf die reformierte Schreibreform.

7. 6. 2014

: In diesem Sinne: ;-). , , Gesellschaft, Der sonntaz-Streit
Müssen wir um das Semikolon trauern? Nein, findet Grammatik­experte Bastian Sick. taz-Leserin Marlou Lessing dagegen will den Verlust nicht hinnehmen. […] Während Mark Twain in seinem 1876 veröffent­lichten Beststeller „The Adventrues of Tom Sawyer“ noch neun Semikola auf 1.000 Wörtern verwandte, benutzt Stephenie Meyer in „Twilight“, das 2005 erschien, bei gleicher Wort­zahl nur noch 1,9 Semikola. Ein beachtlicher Nieder­gang.

5. 6. 2014

: Kulturbanausen. Rheinische Post, , 69. jg., nr. 129, s. D4, Mettmann, Leserbriefe
Auch nach der Rechtschreibreform schreibt man z. B. Wilhelmshaven weiter mit v und vom Neanderthal hätte man auch besser die Finger gelassen. Also, wenn man in Mettmann den Tourismus ankurbeln will, dann müssen sie den internationalen Gästen auch mal eine Chance geben, das Neanderthal zu finden. Ändern sie wenigstens die Ortsbezeichnung in den Landkarten. Gut, dass die Kreisstadt Mettmann sich auch als "Die Neanderthal-Stadt" bezeichnet.
: Unverwechselbar. Rheinische Post, , 69. jg., nr. 129, s. D4, Mettmann, Leserbriefe
Es ist nicht irgendein Tal, wie es sie sicherlich zu Tausenden in der ganzen Welt gibt. […] Also immer und nur noch diese Schreib­weise mit eben diesem „h“ nutzen. Auch der damit ver­bundene Webeeffekt ist sicher nicht ohne kommerzielle Bedeutung!
: Authentisch. Rheinische Post, , 69. jg., nr. 129, s. D4, Mettmann, Leserbriefe
Meiner Meinung nach ist die Version mit „h“ absolut authentisch; denn 1) ist dies die ältere Schreibweise, 2) wichtiger: Darf man in diesem Fall von einem eingebürgerten Eigennamen ausgehen. […] Straßen- und Eigennamen sollten immer mit Bindestrich geschrieben werden, was oft nicht geschieht. […] also eigentlich auch NEANDER-THAL, aber NEANDERTHALER.
: Tal bleibt Tal. Rheinische Post, , 69. jg., nr. 129, s. D4, Mettmann, Leserbriefe
Da das Neandertal ein Tal und die schreibweise Orthographisch kor­rekt ist, sollte man es bei dem T las­sen.

3. 6. 2014

Vor 10 Jahren: Reform der Reform. Münchner Merkur, , nr. 126, s. 9, Bayern & Region (48 wörter)
Die Kultusminister der Länder wollen nun eine Reform der Rechtschreibreform beschließen.

31. 5. 2014

: Neandertal schreibt sich ohne „h“ – oder? Rheinische Post (), , 69. jg., nr. 125, s. D1, Mettmann
Bärbel Auffermann, die stellvertretende Direktorin des Neanderthal Museums hat sich schon einen „Textbaustein“ gebastelt. […] „Orthographisch korrekt sind sicherlich die Schreibweisen Neandertal und Neandertaler. Wir erlauben uns mit unserem Museumsnamen und der Schreibweise Neanderthaler im Museum eine Reminiszenz an die Zeit der Entdeckung des Skelettes, als in Deutschland „Tal“ noch mit „h“ geschrieben wurde. Das änderte sich mit der Rechtschreibreform 1901. Die lateinische und englische Schreibweise Homo sapiens neanderthalensis bzw. Neanderthal Man geht auch darauf zurück. […] Allerdings: Bärbel Auffermann selbst benutzt in ihrem Buch „Der Neandertaler – Auf dem Weg zum modernen Menschen“ ebenfalls die Schreibweise ohne „h“.

28. 5. 2014

: Bezirkswahlen. Hamburger Morgenpost, , s. 46, Forum, Leserbriefe
Wer hat sich diese „Stimmzettel-Orgie“ ausgedacht! Wer oder welche Intention steckt dahinter? Sich langweilende Beamte – ähnlich wie bei dieser schwach­sinnigen Rechtschreib­reform?

26. 5. 2014

neu Verbindlichkeit des Dudens. (Gesellschaft für deutsche Sprache), , Fragen und Antworten
»Der Duden«, also das Rechtschreib­wörter­buch, besitzt heute keiner­lei Ver­bindlichkeit mehr.

25. 5. 2014

: Homo dudens nervt Homo ludens. , , Leben
Gedankenlos übernommene Anglizismen, geschwollenes Fachchinesisch, Modeflausen, orthografische Beliebigkeit und krasser Widersinn gehören gewiss bekämpft. Aber nicht nur solche Erscheinungen gehen an die Nerven, sondern eben auch das Besserwissertum und die Rechthaberei, mit denen manche Reklamationen vorgebracht werden. Oft ist auch das Bedürfnis zu beobachten, stets nur eine einzige Lesart gelten zu lassen, sei es aus Überheblichkeit oder auch aus Unsicherheit. Letztere hat durch die Reform der Rechtschreibung und dann deren Revision verständlicherweise noch zugenommen.

23. 5. 2014

Zehetmair verlässt Rechtschreib-Rat. Münchner Merkur, , s. 18, Kultur, Aktuelles in Kürze
„Für eine weitere stehe ich nicht zur Verfügung“, sagte der frühere bayerische Kultusminister.
: Zehetmair hört auf. Ex-Kultusminister zieht sich aus Rat für Rechtschreibung zurück. Passauer Neue Presse, , 69. jg., nr. 118, s. 10, Bayern
Der Rat für deutsche Rechtschreibung steht vor einem Führungs­wechsel. Der Gründungs­vorsitzende Hans Zehetmair (77) hat seinen Rückzug zum Ende der Amtszeit 2016 ange­kündigt.

20. 5. 2014

: Normen – Wegweiser und Gängelband. Bildung Schweiz (), , nr. 5a, s. 36 bis 37, Weiterbildung
Im Deutschunterricht spielen Normen besonders offensichtlich bei der Recht­schreibung und in der Grammatik eine Rolle: Diese Bereiche des Deutschunter­richts unterliegen scheinbar festen ge­sellschaftlichen Normen. Wie die Recht­schreibreform zeigt, unterliegen aber auch solche scheinbar festen Normge­füge einem Wandel, den die Schule zu adaptieren hat, ohne gleich jede neue Sprachmode als neue Norm setzen zu müssen.

19. 5. 2014

: Studie: Neun von zehn Schülern schreiben "Rentner" verkehrt herum. ,
Bildungsministerium plant nun, im Zuge einer Rechtschreibreform auch die Rückwärts-Schreibweise von "Rentner" & Co zuzulassen.

15. 5. 2014

: Das Ente der Rechtschreipung. News, , nr. 20, s. 38 bis 43, Politik
Unzureichende Lehrpläne, pädagogische Wahnsinns­modelle, Rechtschreib­reform und Neue Medien setzen unserer Schrift­sprache schwer zu. […] Der emeritierte Wiener Germanistik-Or­dinarius Herbert Zeman unterweist seit 1966 junge Menschen in den Avancierthei­ten der deutschen Sprache. „Verheerend“ habe sich die orthografische Situation ent­wickelt, klagt er. […] Herbert Zeman terminisiert das Abhan­denkommen der avancierten Sprache in drei Wellen. Der Einbruch der Dialektwelle Ende der Sechziger-, Anfang der Siebzigerjah­re habe sich fatal ausgewirkt. […] Die Rechtschreibreform des Jahres 1999 war ein Debakel. […] Heute gilt ein sinnloses Gemisch aus al­ter und neuer Schreibung. Zeman: „Sie hat nur Verwirrung gestiftet. Wer schon verunsichert war, wurde es doppelt.“ In der Tat mehren sich seit der Abschaffung des markanten „daß“ die einschlägigen Fehler selbst in eleganten Kreisen. […] Verhee­renden Einfluss, so Germanis­tik-Ordinarius Zeman, haben die neuen Medien auf die Recht­schreibung genom­men, insbesondere Phänomene wie SMS und Twitter.

Wenn die recht­schreibung wegen dialekten, twitter und ein bisschen verunsicherung nicht überlebt, hat sie es nicht besser verdient.

: So wird Ihr Kind ein Rechtschreib-Profi. News (), , nr. 20, s. 42, Politik
Las­sen Sie Ihr Kind nicht zu früh am Computer schreiben. Nur das hand­schriftliche Üben führt zur Ausprägung des „Recht­schreibe­gewissens“.

11. 5. 2014

: Kinder können sich Schreiben nicht selbst beibringen. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 19, s. 3, Politik
In Grundschulen soll eine neue, einfache Schrift die alten ersetzen. […] Die Lehrerin Ute Andresen ist strikt dagegen. […] Wir haben das bei der Rechtschreib­reform und beim Turbo-Gymnasium erlebt: Schlecht vorbereitete Reformen können viel kaputt­machen.
: In Their Own Write. , , Nation
In Tripura, a campaign promotes a Roman script for Kokborok, the native tongue.

9. 5. 2014

: Der Krieg um die Zeichen. Malte Daniljuk über den hoffnungslosen Kampf um geschlechtergerechte Sprache. , , Kultur
Seit Jahrzehnten müht sich eine kleine Subkultur im deutschem Sprach­gebiet, die Sprache zu revolutionieren. Die Aktivisten begründen ihr Anliegen zwar moralisch über­zeugend. Die erfolg­reiche Umsetzung scheitert leider an den Gesetzen des Sprachgebrauchs. […] Veränderung ist jedoch […] der Normal­zustand: Allein von 2000 bis 2010 hatten sich 10.000 neue Wörter soweit verbreitet, dass sogar die Duden­redaktion sie aufnahm. Zur selben Zeit vollzog sich erfolg­reich eine Rechtschreib­reform, die schriftlichen und mündlichen Ausdruck aneinander näherbrachte.

3. 5. 2014

: Sprache verirrt und verwirrt - Uli Drescher kommentiert Woche. (Ostthüringer Zeitung),
Auch aus der unsinnigen, aber angeblich gendergerechten Schreibweise "LeserInnen" für Leserinnen und Leser oder ähnlichen Varianten haben wir uns heraus­gehalten. Ich habe ehrlich gesagt auch keine Lust, meine Sprache der Experimentier­freudigkeit von selbst ernannten Reformern zu opfern. Der Duden gibt nach der verunglückten Rechtschreib­reform von 2006 ohnehin oft nur noch eine empfohlene Schreib­weise an.

22. 4. 2014

: "Gschmäckle" ehrenhalber. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 93, s. 8, Politik
Frau Schavan hat erhebliche Verdienste beim Durchpeitschen der katastrophalen Rechtschreib­reform und ist mit ihrer Dissertation gescheitert. Als "Wiedergut­machung" für diesen Verlust hat der Dr. h. c. ein arges "Gschmäckle" […].

17. 4. 2014

: Beliebt & verpönt. Das Et-zeichen. , , Zeichen setzen!
Das Et-Zeichen (&) wird auch mit Kaufmanns-Und oder Firmen-Und bezeichnet. Es wird als Ersatz für das Wort «und» verwendet (lat.: et). Früher hiessen Unternehmen Müller & Co., Braun & Co. AG […]. Das & ist nach wie vor existent. Es schmuggelt sich sogar klamm­heimlich als «und» in die Normal­schreibweise. Soll man auf Abstand gehen oder diesem Trend aufsitzen?
: Den Menschen auf den Mund schauen. 50 Jahre Institut für Deutsche Sprache. , , Aus Kultur- und Sozialwissenschaften
Aber auch die objektive fachliche Beratung und die Schlichtung bei der sehr heiß geführten Diskussion um die Rechtschreib­reform von 2006 sind wichtige Aufgaben, die eine Einrichtung wie das IDS notwendig machen.

15. 4. 2014

: "Vor 40 Jahren mussten Schüler mehr schreiben." Im Gespräch: Günther Thomé, Professor für Didaktik der deutschen Sprache an der Uni Frankfurt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 89, s. 36, Rhein-Main-Zeitung, Hochschule
Allgemein schwindende Rechtschreib­kenntnisse, dazu noch die Verwirrung, die durch die Rechtschreibreform gestiftet wurde - entfernen wir uns nicht immer weiter von einer einheitlichen Schrift­sprache? [Thomé:] Eine einheitliche Schrift­sprache, wie sie durch die jeweilige Orthographie festge­schrieben wird, ist nicht von Natur aus vorhanden. Sie muss beständig den neuen Generationen unterrichtet werden, sonst geht sie verloren. Nicht nur für die Kultur, also Bücher, Zeitungen, Zeit­schriften et cetera, sondern auch für die Wirtschaft und für das Rechtswesen ist eine einheitliche deutsche Schrift­sprache, in der man sich unmissverständlich ausdrücken kann, ein hohes Gut; das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für Öster­reich und die Schweiz, Liechten­stein und Süd­tirol nicht zu vergessen.

7. 4. 2014

: Die Show der Deutschen. Abendzeitung München, , nr. 81/15
Am 14. Februar 1981, dem Tag, als „Wetten, dass?“ zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, schrieb man die Sendung in der Programm­vorschau noch mit scharfem S. Die Rechtschreib­reform lag in ferner Zukunft, in der Dortmunder Westfalen­halle spielte Pink Floyd.
: „Alles, auch Hochdeutsch – wie zukunftsfähig ist unsere Sprache?“ , , Management-Blog
Jetzt möchte ich noch einige wenige Sätze über Deutsch als Wissenschafts­sprache sagen. […]. Das Deutsche war als Wissenschafts­sprache eine mächtige Sprache. […] Das ist vorbei. […] Trotzdem stellt sich natürlich die Frage, was wir tun können. […] Das Schwedische hat ein Sprachgesetz […]. Ich glaube, ehrlich gesagt, dass die deutsche Sprach­gemeinschaft vom letzten Eingriff des Staates in die deutsche Sprache so traumatisiert ist – das ist meine ehrliche Überzeugung –, dass wir von einem Sprachgesetz besser die Finger lassen. […] Was können wir tun? Diese Kultusminister­konferenz könnte doch auch mal etwas Vernünftiges tun. […] Ich schließe mich hier […] an eine Forderung der Rektoren­konferenz an […]: Während der ersten Phase des Studiums […] wird die gesamte Lehre an den deutschen Universitäten auf Deutsch veranstaltet. […] Ich habe dies […] einmal zu Gehör gebracht, und dann ging es gleich los: „Das kann die KMK [Kultusminister­konferenz] niemals durchsetzen!“ – Nun, wer die Rechtschreib­reform und den Bologna-Prozess durchsetzen kann, der kann das auch, wenn er will.

2. 4. 2014

: Das ewige Lied vom Untergang der Sprache. , , Panorama
Mit der deutschen Sprache geht es bergab. Wie ein Gespenst geistert diese Befürchtung seit Jahr­hunderten durch die Medien und durch die Köpfe, neustens wiederbelebt in einem Warn­ruf der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Unter dem Titel «Studenten können keine Rechtschreibung mehr» berichtete eine Politikdozentin vom Sprachnotstand an deutschen Universitäten. […] Der Artikel löste eine Flut von Kommentaren aus, die den Mangel an Sprachkompetenz, die Nachlässigkeit im Bildungs­system und den Untergang des Abendlandes beklagten. […] Angesichts der Dramatik dieses «Sprachnotstands» und der spürbaren Emotionen in der Diskussion, stellt sich die Frage, ob die Lage tatsächlich so ernst ist. Handelt es sich bei der Verschlechterung der Sprachkenntnisse heutiger Studierender um eine auf Tatsachen basierende Beobachtung oder um eine Angst, die von Medien stets neu geschürt wird. Christa Dürscheid, Linguistik­professorin an der Universität Zürich, kommt das Thema bekannt vor: «Empirische Untersuchungen widerlegen einen Sprachzerfall. Trotzdem verstummt die Sorge um die Sprache nicht.» […] Die Defizite bei Recht­schreibung und Zeichen­setzung führt die Sprachwissen­schaftlerin auf das grundsätzliche Problem mangelnder Norm­beherrschung zurück.

Grundsätzliches problem mangelnder norm­beherrschung? Ja! Die schlechte nachricht: Die menschen beherrschen die norm grundsätzlich nicht. Die gute nachricht: Die norm wurde von menschen gemacht und kann von den menschen geändert werden. Oder meint Christa Dürscheid, man solle weitere hundert jahre versuchen, den menschen an die norm anzupassen?

4. 2014

: Sprache braucht auch einen Ort. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 3, Im Gespräch
Herr Meiser, Herr Solms, es gibt ja schon gefühlte sechs Dutzend Sprachvereine in Deutschland. Was war Ihr Motiv für die Begründung eines weiteren? […] [Meiser, Solms:] Unsere Spra­che erfüllt in unserer Gesellschaft (neben anderen) zwei wichtige Funktionen: Sie legt fest, wer da­zugehört […]. Und sie ist zwei­tens das entscheidende Instrument der gesellschaftlichen Auseinander­setzung, der Willensbildung und Entscheidung. […] SN: Kommt es Ihnen denn nicht auch so wie mir oft seltsam vor, dass vor allem private Initiativen sich der deut­sche Sprache annehmen (müssen), und der Staat hier eher abwartend oder gleichgültig daneben steht? [Meiser, Solms:] Nein, es verwundert uns eigent­lich nicht. Denn Sprache entzieht oder besser sollte sich staatlicher Eingriffe entziehen (ein negati­ves Beispiel staatlicher Einfluss­nahme ist die letzte große Recht­schreibreform).
: Rechtschreib-Revolution. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 22, Leserbriefe
Alle sagen „Rächt“. Also, warum schreibt man es auch nicht so? […] Vereinfachungen hätte man auch bei den verschiedenen Vokal-Deh­nungen machen können. […] Auch bei den Diphthon­gen hätte man den Hebel ansetzen können: Rais (wie Mais) […].
: Zu keiner Zeit richtig. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 22, Leserbriefe
Als „Nase rümp­fend“ beschreiben sie auf Seite 1 die Kritiker von Eindeutschungen. Eisenberg selber unterschieben sie die Schreibweise „seiner Zeit“ - bei­des war zu keiner Zeit richtig. Und beides sind schöne Beispiele für jene vermeintlichen Neuschreibun­gen, die viel zum schlechten Ruf der Reform beigetragen haben.
: Mangelnde Standhaftigkeit. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 22, Leserbriefe
Ich sehe allerdings einen ekla­tanten Widerspruch: Wie kann man die amtliche Rechtschreibreform so heftig kritisieren und ablehnen – so einst geschehen – und sie dann doch übernehmen? Standhaftigkeit in dieser Frage hätte dem VDS bes­ser angestanden.
: Mehrere Zeitlangs. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 22, Leserbriefe
Stefan Stirnemann nimmt daran Anstoß, dass man nach der Reform statt „eine Zeitlang“ auch „eine Zeit lang“ schreiben kann (SN 61, 5. 4). Diese Schreibweise ist aber sehr viel besser. Eine „Zeitlang“ könnte es nur geben, wenn es auch mehrere „Zeit­langs“ gäbe.
: Mundart zur Tarnung. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 23, Leserbriefe
Die Übersetzer des amerikanischen Geheimdienstes NSA haben Probleme mit dem mangelhaften Deutsch von illegal abgefangenen Nachrichten (SN 61, S. 32). Die von der missratenen Rechtschreibreform kommenden Sprachdefizite der Deutschen tragen nun ganz ungewollt dazu bei, unsere Privatsphäre zu schützen.
: kain exaktes denken unt fersten. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 23, Leserbriefe
daher slage ic for:stat der fremtspracigen ausdrüke solten vörter sten,di jeder aussprecen unt fersten kan. so vürde ic „kunden-service“ durc „kundendinst“ ersezen.es gibt für den ausdruk service je nac zusamenhang aine füle trefender doitser ausdrüke: unterstüzung, hilfe, dinstlaistung, hilfe/stelung, hilfe/angebot, usv.
: Peter Zbinden †. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 28, VDS-Intern
Am 31. März 2014 verstarb nach langer Krankheit unser großer Schweizer Freund und Gönner Peter Zbinden. […] Daneben hatte er über lange Jahre […] unseren Anglizismen-INDEX unterstützt, als Mitglied der Schweizer Orthographischen Konferenz das Überschwappen des Rechtschreibreform-Wahnsinns in dieses Land zu verhindern geholfen, sowie ganz allgemein als langjähriger Vorsitzender des Sprachkreises Deutsch (unsere Schwesterorganisation in der Schweiz) den Status des Deutschen in diesem Land mit großem Einsatz verteidigt.

31. 3. 2014

: Der Kuppler vom Dienst. , , Zeichen setzen!
Der Einsatz des Bindestriches ist hier nicht immer klar geregelt, auch unlogisch, und manchmal wie die Schreibweise mit oder ohne Divis akzeptiert. […] Der Bund empfiehlt aus Kosten­gründen, bestehende Namen nicht nach neuer Recht­schreibung zu ändern, aber bei neuen Schildern danach zu verfahren (konsequent nach Duden). Ebenso ist es mit den Umlauten am Wortanfang: Aegertenstrasse soll nicht zu Ägertenstrasse werden und Oetwil nicht zu Ötwil. Solche Weisungen führen logischer­weise dazu, dass Beschriftungen mehr Zeugnis des sprachlichen Wandels sind, als dass sie helfen, ein Ziel zu finden oder in der IT einige Probleme zu verhindern.

27. 3. 2014

: Studenten können keine Rechtschreibung mehr. , , Beruf & Chance, Campus
Nun ist es nicht nur so, dass der Konjunktiv I grundsätzlich falsch oder gar nicht angewendet wird […], die Regeln der Komma­setzung weder verstanden noch umgesetzt werden und die Groß- und Klein­schreibung ein großes Rätsel des Universums zu sein scheint. Es werden vielmehr auch Fehler gemacht, mit denen man nicht einmal einen Hauptschul­abschluss kriegen dürfte - und da hilft auch nicht der Hinweis auf die flächen­deckende Verwirrung, die die unsägliche Rechtschreib­reform hervorgerufen hat: Ein "Beispiel hier führ" schreibt einer, "ein Probartes Mittel" eine andere, "vermeidlich" (die Autorin meint: vermeintlich), "Vorrausetzung", "wiederrum", "Kommulitionen" (gemeint ist: Kommilitonen) - der Kreativität der Rechtschreib­fehler sind keine Grenzen gesetzt. Besonders beliebt scheint in diesem Semester auch das "ie" zu sein. Regelmäßig muss ich lesen: "Wiederstand", "Wiederspruch", "wiederspiegeln".
: Auch Sprache hat ihre Moden. , , Politik
Stefanowitsch bemängelt, dass bei sprach­gestalterischen Maßnahmen die linguistische Kompetenz häufig zu Wünschen übrig lasse: "Oft äußern sich dazu Leute, die keinerlei Fach­kenntnisse haben." Ein Beispiel: Selbst bei der Rechtschreib­reform sei die Sprach­wissenschaft kaum vertreten gewesen, sondern hauptsächlich AutorInnen und Menschen aus der Journalistik, kritisiert er.

Rückblickend kann man diesen eindruck haben. Die neuregelung von 1996 ist das werk von sprach­wissenschaftern; die autorInnen und menschen aus der journalistik sind für den rückbau von 2004 und 2006 verantwortlich.

26. 3. 2014

: So kann Fremdachtung nicht erworben werden. Wer Seminararbeiten zu korrigieren hat, sieht sich an Universitäten heute einem Sprachnotstand gegenüber. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 72, s. N4, Natur und Wissenschaft
Nun ist es nicht nur so, dass […] die Regeln der Kommasetzung weder verstanden noch umgesetzt werden und die Groß- und Kleinschreibung ein großes Rätsel des Universums zu sein scheint. Es werden vielmehr auch Fehler gemacht, mit denen man nicht einmal einen Hauptschulabschluss kriegen dürfte - und da hilft auch nicht der Hinweis auf die flächendeckende Verwirrung, die die unsägliche Rechtschreibreform hervorgerufen hat: Ein "Beispiel hier führ" schreibt einer, "ein Probartes Mittel" eine andere, "vermeidlich" (die Autorin meint: vermeintlich), "Vorrausetzung", "wiederrum", "Kommulitionen" (gemeint ist: Kommilitonen) - der Kreativität der Rechtschreibfehler sind keine Grenzen gesetzt. Besonders beliebt scheint in diesem Semester auch das "ie" zu sein. Regelmäßig muss ich lesen: "Wiederstand", "Wiederspruch", "wiederspiegeln".
: Herr Ockham kann SprachpolizistInnen helfen. Der Standard (), , s. 31, Kommentar der anderen
Sprache ist ein naturwüchsiges, sich durch Gebrauch wandelndes „Ding“. Es ist widersinnig, dieses Ding normieren zu wollen – das gilt für Herrschaften vom Normungs­institut wie für Vorkämpfer sprachlicher Geschlechter­gerechtigkeit gleichermaßen. […] Die Rechtschreib­reform der deutschen Sprache von 1996 liefert dafür ein instruktives Beispiel. Der Bundestag befand in einer Resolution: „Die Sprache gehört dem Volk.“ Und die Normierung der deutschen Sprache gilt nur für die öffentliche Verwaltung.

Das «beispiel» ist allerdings deshalb keines, weil die rechtschreibung bereits amtlich genormt war. Der bundestag war ja auch nicht so konsequent, die rechtschreibung dem volk zurückzugeben, d. h. die amtliche rechtschreibung abzuschaffen.

24. 3. 2014

: Buchhalter der Sprache. , , Literatur, Sprache
Was mich stört ist gar nicht mal der Hinweis auf den Fehler. Ich finde die Bezeichnungen geformt mit ‘Depp’ widerwärtig. Es ist ja schön, wenn der eine oder andere sich was darauf ein­bildet, in der Schule im Deutsch­unterricht mal zehn Minuten aufgepasst zu haben. Von mir aus sollen sie auch damit angeben dürfen, warum nicht. Muss man aber sich selbst und seine mediokre Leistung dadurch erhöhen, dass man die Falschbenutzer gleich zu geistig tiefer stehenden erklärt, zu Deppen? Ich habe aber auch nicht verstanden, warum sich Mitte der 1990er ein ganzer Haufen deutscher Schrift­steller gegen die Reform der Rechtschreib­reform von 1901 ausgesprochen hat. Als müssten sie sich daran halten, was für [verwaltungs]juristische Texte gilt.Als würde die Qualität eines schrift­stellerischen Werkes daran gemessen, wie dicht es den Regeln alter, einschlägiger Lehrbücher folgt.
: Kustos kommentiert: Wie die Medien sich erledigen. , , Meinungen
So geht es täglich die Medien rauf und runter. Einfache Schreibfehler paaren sich mit inhaltlichen Mängeln und schlichter Schlamperei, was die Akzeptanz und das Vertrauen in unsere Informationsmedien grundlegend erschüttert. Die Fehltritte sind im Einzelnen zwar oft ziemlich komisch, aber in der Summe wirft es ein beängstigendes Bild auf das Können, die Sorgfalt und die Leistungsbereitschaft in unserer Gesellschaft. […] Wohlmeinend wird dem politischen Frühstarter und -verlierer David McAllister nach seiner Wahlniederlage zugerufen „Will kommen im Leben“. Ist das eine Aussage zu seinem Sexualleben oder eine gescheiterte Referenz an die uns scheitern lassende Rechtschreibreform?

Ja, die «Reverenz» ist wirklich gescheitert – weil uns eben die zuwenig gründliche rechtschreib­reform immer wieder scheitern lässt.

22. 3. 2014

: Rechtschreibung - Was hat denn Klavier mit "vier" zu tun? , , Mamas & Papas
Kinder schreiben nicht falsch, weil sie dumm sind, im Gegenteil. […] Hajo Schumacher über die Rechtschreib­reform seines Sohnes. […] Neulich schrieb unser Groß-und Klein­reformator: "Der Lehrer Spielt am klawir."

18. 3. 2014

: Widersetzt sich das Normungsinstitut dem linken Terror? , , Tagebuch
Im Gegensatz zur Rechtschreib­reform hat sich die Genderei außerhalb des Staats-Bereichs aber nirgendwo durchgesetzt. Gewiss war auch bei der Rechtschreib­reform der staatliche Zwang, dass statt „daß“ halt nun „dass“ geschrieben wird – und ein paar Dutzend Dinge mehr –, total überflüssig und eine milliarden­schwere Geld­vernichtung. Aber die negativen Folgen dieser Änderungen sind absolut unbedeutend gegenüber der breitflächigen Leser­feindlichkeit der Genderei […].

13. 3. 2014

: Rechtschreibung (ist überflüssig). Enzyklopädie zeitgenössischer Irrtümer (45). WOZ Die Wochenzeitung (), , nr. 11, Kolumnen und Rubriken
Wenn ich mich als Korrektorin der WOZ vorstelle, bekomme ich bisweilen mit Erstaunen zu hören: «Ah, die WOZ leistet sich noch ein Korrektorat?» Noch mehr als über die Ignoranz wundere ich mich über die Geringschätzung, die der Rechtschreibung häufig entgegen­gebracht wird. […] machte man sich daran, die Recht­schreibung einfacher und damit für bildungsferne Schichten egalitärer zu gestalten. Doch die gross lancierte Rechtschreib­reform wurde zum grossen Flop. Trotz Nach­besserungen herrscht unter den Schreibenden neuerdings viel Unsicherheit. Tatsächlich hat sich die Fehlerquote in Diktaten und Schul­aufsätzen seit der Reform verdoppelt. Die Fülle an erlaubten Varianten widerspricht der Maxime der Einheit­lichkeit – und wird nicht selten als Freibrief für hemmungsloses Drauflos­schreiben verstanden.

Und wir wundern uns über den konservativen standpunkt in einer so linken zeitung.

: Breites Bündnis macht bundesweit Front gegen Turbo-Abi. , , Deutschland
Nach der Rechtschrei­breform ist das Turbo-Abi nach acht Gymnasial-Jahren die umstrittenste Entscheidung der Kultus­minister.

11. 3. 2014

: Rechtschreibprogramme helfen weiter. (Mannheimer Morgen), , Welt und Wissen
Das IDS wird oft im Zusammenhang mit der Rechtschreib­reform erwähnt. Eine formale Zuständigkeit für das 1996 ausformulierte, später noch einmal überarbeitete Reformwerk hat es aber nie gehabt. Einige Mitarbeiter waren an der von der Kultusminister­konferenz beschlossenen Ausarbeitung beteiligt, hatten sich freilich mit Fragen der Orthografie teils schon lange, bevor sie ans IDS kamen, befasst. Die Diskussion über leichter handhabbare Schreib­normen reicht weit zurück.
: 8 pronunciation errors that made the English language what it is today. , , Comment is free
English spelling can be a pain. That is mainly because our language underwent some seismic sound changes after the written forms of many words had been more or less settled. But just to confuse matters, spelling can reassert itself, with speakers taking their cue from the arrangement of letters on the page rather than what they hear. This is called spelling pronunciation. In Norwegian, "sk" is pronounced "sh". So early English-speaking adopters of skiing actually went shiing. Once the rest of us started reading about it in magazines we just said it how it looked. Influenced by spelling, some Americans are apparently starting to pronounce the "l" in words like balm and psalm (something which actually reflects a much earlier pronunciation).

1. 3. 2014

: Es war die Lärche und nicht die Lerche. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 51, s. 35, Rhein-Main-Zeitung, Frankfurt
Selig sind jene, die sich in der Rechtschreibung auskennen. Sie müssen nicht mühselig im Duden nachschauen, sondern wissen aus dem Kopf, dass mühselig zwar nicht von selig, sondern von Mühsal kommt, aber trotzdem mit e und nicht mit ä geschrieben wird. Wer hat denn gesagt, das Orthographie logisch sein muss? Bisweilen ist sie eben eine Mühsal, dann aber wieder eine Quelle der Inspiration. Etwa beim Diktat "Mühseliger Konsens", das 150 Schüler, Eltern und Lehrer am Donnerstag­abend in der Max-Beckmann-Schule geschrieben haben (als Audio­datei zum Mitschreiben auf www.faz.net/rmz).

27. 2. 2014

27 February 1953: Spelling bill passes second reading. Malta Independent, , s. 8, Debate & Analysis
A proposal to simplify English spelling has cleared its second hurdle in parliament. After a second debate MPs in the House of Commons voted by 65 votes to 53 to approve the Simplified Spelling Bill for consideration by parliamentary committees. […] Mr Pitman - a member of the Simplified Spelling Society - used large printed cards with words such as “out” and “ought” to display what he said were inconsistencies in the spelling and pronunciation of some English words. “English is halfway between the alphabetic system of Spanish and picture-writing of Chinese, “he told MPs.

26. 2. 2014

: Der Apostroph, dem Genitiv sein Grabstein. , , Zeichen setzen!
Wohl kein anderes Zeichen macht soviel Mühe in der Anwendung wie der Apostroph. Der unscheinbare Kringel spielt sich zuweilen als Platzhalter auf, ohne allerdings eine grammatische Berechtigung aufzuweisen.

24. 2. 2014

Gestorben: Werner Harenberg. Der Spiegel, , nr. 9, s. 142, Register
Auch im Streit um Me­thoden des Lesenlernens oder zur Recht­schreibreform engagierte er sich.
: Kustos kommentiert: Versuch mit Irrtum. , , Meinungen
Eine dieser Reformen tarnt sich mittels des Namens „Lesen durch Schreiben“ (LdS), gemeint ist aber eher Schreiben durch Hören. Virtuelle Erfolge sind garantiert, wenn der Zwerg „Toa“ für Tor und „Rat“ für Rad schreibt. […] Hinzu kommt eine politische Grundhaltung, die unser Land seit der Studenten­bewegung in die Irre führt. Wir haben das explizit bei der Abschaffung der alten Recht­schreibung durch die Rechtschreib­reform erfahren: Besonders Pädagogen (neben Schulbuch­verlagen und abgedrehten Sprach­experten) machten sich dafür stark, weil die alten Ideologien von Klassen­kampf, Herrschaft durch Sprache und einer zu zerschlagenden Klassen­schule den Marsch durch die Institutionen angetreten haben, teilweise ohne dass diese politischen Wurzeln den Akteuren noch bewusst wären. In der damaligen paradigmatischen Situation wurden die bürgerlichen Werte Lernen und Leistung schlicht aufgekündigt. Das ganze Land befindet sich seitdem in einem unausge­sprochenen, wahnwitzigen Kultur­krieg von Bewahrern und Zerstörern.

15. 2. 2014

: Zeitgenossenschaft. Christian Meiers «Zwischenbilanz». Neue Zürcher Zeitung, , 235. jg., nr. 38, s. 59, Feuilleton
Meier hat immer diese Verantwortung gesucht: nicht nur als Hochschullehrer, sondern auch als Intellektueller in der Öffentlichkeit. […] als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung stritt er gegen die Rechtschreibreform.

11. 2. 2014

: Die englische Sprache schafft das Komma ab. , , Kultur
Durch SMS und Twitter werden Kommata im Englischen seltener, stellen Wissenschaftler fest. Manche meinen: Die Sprache kann darauf verzichten. […] Seit Jahren schwindet beispiels­weise die Zahl der Kommata in deutschen Texten. Der Autor dieser Zeilen hat noch gelernt, dass zwei mit und verbundene Hauptsätze durch ein Komma getrennt werden und dass ein erweiterter Infinitiv mit zu immer durch ein Komma abgetrennt wird. Die Rechtschreib­reform hat beide Regeln aufgeweicht, das Komma ist jetzt "optional", das heißt, es kann gesetzt werden, muss aber nicht. Das hat dazu geführt, dass es in deutschen Texten heute weniger Kommata gibt als früher. Das ist aber nur eine harmlose quantitative Änderung im Vergleich zu dem, was dem Komma im Englischen möglicherweise in nicht allzu ferner Zeit droht. Ein amerikanischer Star-Linguist […] hat jetzt darüber nachgedacht, ob das Komma nicht bald ganz aus dem Englischen verschwinden könnte, wo es ohnehin seltener benutzt wird als im Deutschen.

9. 2. 2014

: Was vom Leben übrig bleibt. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 6, s. V7, Drinnen & Draußen
Das Elternhaus ist verwaist. […] Bevor die Gutachter kommen, den Wert der Immobilie schätzen und Käufer ihre Gebote abgeben, müssen die Kinder das verwaiste Haus leeren. […] Wohin mit den 8000 Büchern aus den Einbauschränken? […] Die Pferdekinderbücher, die in Bananenkisten auf dem Dachboden standen, flogen gleich in die Tonne. Die seien ja noch in alter Rechtschreibung verfasst, belehrten Freunde, das verwirre heutige Grundschüler nur.
: Nach welchen Regeln setzt man heute gebrochene Schriften? , , Fachartikel (2549 wörter)
Man kann einem deutschen Text bedenkenlos eine der tausenden erhältlichen Schriftarten zuweisen – außer es handelt sich um eine gebrochene Schrift. Dann wird man alsbald ermahnt werden, dass gebrochene Schriften andere typografische und orthografische Satzregeln erfordern. […] Doch warum ist dies so? […] Die Antwort lautete dann in etwa »weil das früher so war« beziehungsweise »weil diese Schriften mal so gedacht waren« […]. Nun sind wir im 21. Jahrhundert angekommen und die Realität der Schrift­satz­konventionen gebrochener Schriften sollte neu bewertet werden. […] Es kommt also darauf an, was üblich ist, nicht »was früher einmal war«. Die klassischen Fraktursatz-Konventionen sind für die Mehrheit der deutsch­sprachigen Bevölkerung heute kein Teil der normalen Lese-Erfahrung mehr und auch gelegentliche Anwendungen werden das Rad der Zeit nicht wieder zurückdrehen. Und somit werden die historischen Konventionen eher zu einem Lese­hindernis – allein durch die Tatsache, dass man sie nicht mehr erwartet. Das mag so manchen Schriften­freund schmerzen, doch es lässt sich einfach nicht leugnen. […] Wer heute gebrochene Schriften benutzt, hat die Wahl zwischen mehreren Varianten, je nachdem, worauf die Priorität liegen soll: auf der optimalen Lesbarkeit oder einer möglichst traditionellen Anmutung. […] Wenden Sie also einfach alle aktuellen Rechtschreib­regeln an und weisen Sie ihrem Text lediglich eine gebrochene Schrift zu – genau so, wie es auch in allen anderen Ländern des lateinischen Schrift­systems gemacht wird. Lassen Sie sich nicht von einzelnen sagen, dass dies falsch wäre.

3. 2. 2014

: Kassler, Cassler, Casler. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 28, s. 40, Rhein-Main-Zeitung, Posteingang
Bisher ist die internationale Kassler-Forschung davon ausgegangen, dass ein Berliner Metzger namens Cassel in einer Metzgerei in der Potsdamer Straße 15 in Schöneberg das Kassler erfand. Es wurde zunächst noch mit C geschrieben […]. Nach dem Zweiten Weltkrieg - nach anderen Angaben durch die Rechtschreib­reform von 1902 - bürgerte sich die Schreib­weise mit K ein […]. Gegen die These, der Metzger Cassel habe das Kassler […] erfunden, spricht der Umstand, dass weder Berliner Einwohnerlisten noch Adressbücher aus der fraglichen Zeit den Namen Cassel kennen. Was aber plausibel wird, wenn Ihre Angabe stimmt, der Mann habe ja Casler geheißen.

2. 2. 2014

: Ende der Rechtschreibung? "Wir schreiben, wie wir's uns denken." Die Presse (), , Bildung, Schule
Vielmehr belegen etliche Studien, dass sich die Rechtschreibung von Schülern in den vergangenen Jahrzehnten verschlechtert hat. Was – über die Orthografie hinaus – ein lautes Lamento des Bildungsbürgertums zur Folge hat. […] Germanistin Stefanie Villarme (44), seit 20 Jahren Deutschlehrerin im Sekundar- und Tertiärbereich, meint, dass der Rechtschreibung im Unterricht heute weniger Platz als früher eingeräumt werde, zugunsten des Ausdrucks. […] Rechtschreibung sei letztlich eine Konvention, sie nicht zu erfüllen kein Drama. […] Aus Sicht des Lektors Schmid wiegen Struktur, Inhalt, Stil viel schwerer: Schiefe Metaphern, Inkohärenz, der Wechsel von Anredeformen – all das ist viel aufwendiger als die Korrektur trivialer Rechtschreib­fehler. Es gibt großartige Schriftsteller mit mangelhaften Rechtschreib­kenntnissen, das Unkraut jätet der Lektor. Schiller, Goethe schufen Meilensteine der Weltliteratur in einer Zeit, als keine kanonisierte Rechtschreibung existierte.

31. 1. 2014

Ich kaufe ein „H“. Der Tagesspiegel, , 70. jg., nr. 21944, s. 7, Berlin
Einst hieß sie Joachimsthaler Straße. Und den Buchstaben „H“ möchte der Charlotten­burg-Wilmers­dorfer Bürger­meister Reinhard Naumann (SPD) ihr nun wieder zurückgeben. […] Das „H“ verschwand in den 1950er Jahren. Laut einem Gerücht lag das an einem Tippfehler. Naumann sieht die Ursache jedoch in einer Rechtschreib­reform ums Jahr 1900, die auch dazu führte, dass sich das Kottbusser Tor in Kreuz­berg nicht mehr „Cottbusser Thor“ schreibt.

30. 1. 2014

: Neue Rechtschreibung: Karlsruhe ändert Straßennamen. , , Kultur
Aus […] Meßplatz wird Messplatz: Damit im Stadtbild die neue Schreibweise einheitlich erkennbar wird, sollen bis Frühjahr alle betroffenen Schilder ausge­wechselt werden. […] Sowohl der Duden, als auch die Gesellschaft für Deutsche Rechtschreibung seien der Auffassung, dass die 2006 in Kraft getretenen Neuregelungen zur Deutschen Rechtschreib­reform auch auf Straßen­namen zu übertragen ist. Auch die Kommission für deutsche Rechtschreibung empfehle Städten, die Straßennamen anzupassen.

29. 1. 2014

: Es steht schlecht um das Geschlecht. , , Zeichen setzen!
Kürzlich feierte die WOZ das 30-jährige Bestehen des Binnen-I: LehrerInnen, PolizistInnen, MörderInnen usw. «Typografischer Unsinn!» finden die einen, «politisches Statement!» entgegnen die anderen. Das Thema erhitzt die Gemüter schon lange nicht mehr, und die WOZ-Hausregeln haben sich kaum über die eigene Gartenmauer hinweg verbreitet. Ein aktueller Blick auf geschlechtergerechte Schreibweisen.
: Karl der Große: Wie ein Halb-Analphabet Europas Schrift erfand. , , Kultur
Was vom Kaiser übrig blieb: Die karolingische Minuskel, eine Schrift, die in Karls Klöstern und seiner Aachener Hofschule genutzt wurde, ist die Grundlage unserer modernen lateinischen Schrift.
: [kommentar zu:] Karl der Große: Wie ein Halb-Analphabet Europas Schrift erfand. , , Kultur
Man versucht hier "Karl den Großen" eine Rolle zuzubiligen, die ihm nicht zukommen kann. Die griechischen Minuskel stammen definitiv nicht von "Karl den Großen" ab. […] Die Minuskeln entwickelten sich erst in byzantinischer Zeit, wohl in Syrien im 9. Jahrhundert aus einer Vereinfachung der Alltagsschrift (Kursive). In der Spätantike entstanden in Griechenland ähnlich wie im Westen Europas neue Schriftformen,die für die neuen Schreibstoffe und -techniken besser geeignet waren. Daraus ging die mittelalterliche griechische Buchschrift hervor, zunächst die sog. Unziale, dann über Zwischenstufen die Minuskel.

27. 1. 2014

: Beispiel Tolpatsch. Südkurier, , s. 15, Das meinen unsere Leser
Die Rechtschreibreform mag manche Erleichterung gebracht haben, doch wurden leider viele unnütze, weil unlo­gische Änderungen vorgenommen. Beispiel Tolpatsch.
: Besser machen. Südkurier, , s. 15, Das meinen unsere Leser
Laut Allensbach-Umfrage fühlen sich viele Mitbürger verunsichert. Dazu hat die Darstellung der Rechtschreib­reform in der Presse wesentlich beigetragen. Machen Sie es bitte in Zukunft besser!

21. 1. 2014

: Die Amtssprache ist Deutsch. FAZ.NET (Frankfurter Allgemeine Zeitung), , Kommentar
Sprache lässt sich nur begrenzt regeln. Das hat zuletzt der Riesenwirbel um die Rechtschreib­reform gezeigt. […] Ob die saarländische Regierung ihr Ziel erreicht, einziges zwei­sprachiges Bundes­land (mit "Frankreich-Kompetenz") zu werden, hängt vor allem von den Bürgern ab.

20. 1. 2014

: Seneca singt leise mit. (St. Galler Tagblatt), , Kultur
Mehrstimmig näherte sich Stefan Stirnemann beim Bach-Zyklus in Trogen der Kantate BWV 13 – und machte aus der Reflexion zu «Meine Seufzer, meine Tränen» ein imaginäres philoso­phisches Quartett. […] der «Moderator» und einzige sichtbare Redner des Abends: Stefan Stirne­mann, Altphilologe, Gymnasial­lehrer und engagierter Streiter gegen die letzte Rechtschreib­reform.

15. 1. 2014

: Wider den Niedergang. Das Archiv der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung geht nach Marbach. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 12, s. 29, Feuilleton (269 wörter)
Zudem enthält das Archiv eine ganze Reihe von Materialien zur deutschen Sprachreform, etwa zur Sprachkommission, in der Harald Weinrich […] einst das Projekt "Sprachnormen" realisiert hat, und zu den Diskussionen über die Rechtschreibreform nach 1990.
Hätten Sie's gewusst? Rechtschreibung: Wie schreiben Sie folgende Wörter? , , Unterhaltung
An der Rechtschreibreform, die 1996 in Kraft getreten ist und seither zweimal überarbeitet wurde, scheiden sich bis heute die Geister. Wie schreiben Sie die folgenden 16 Worte nach der neuen Rechtschreibung?
: Das Kreuz mit den Worten. Südkurier, , s. 2 (1229 wörter)
Seit 20 Jahren bringt Christiane von Rauchhaupt Kindern Lesen und Schrei­ben bei. Die Grundschullehrerin, die seit 2006 an der Stephan-Brodman-Schule in Immenstaad unterrichtet, kann die Aufregung um die Recht­schreibreform nicht nachvollziehen. Für sie sind die Änderungen längst Rou­tine geworden. […] Inzwischen gibt es Experten, die von einer Recht­schreibkatastrophe sprechen. […] Wer sich mit der Rechtschreibung beschäftigt, merkt rasch, dass er es mit ei­nem heißen Eisen zu tun hat. Da gibt es einerseits die Sprachliebhaber, die die Reform lieber heute als morgen rückgängig machen würden. Zu ihnen ge­hört die Forschungsgruppe deutscher Sprache und einzelne Germanisten so­wie Schriftsteller, die ihre Wünsche auch bei den Verlagen durchsetzen.
: „Eine Katastrophe.“ Südkurier, , s. 2 (820 wörter)
Lernen Kinder in Norddeutschland schneller schreiben als im Schwarzwald? Ein Gespräch über Anlauttabellen, Dialekte und die mangelnde Zeit an Schulen. […] [Christa Röber:] Bis zum Ende des ersten Schuljahres sind die Kinder in Norddeutschland besser in der Recht­schreibung. Der große Fehler ist aber, dass sie glauben, man könne schreiben, wie man spricht. Dagegen lernen Kin­der im Schwarzwald schneller, dass das nicht zutrifft[,] und kümmern sich weit­aus schneller um orthografische Mus­ter als das die Norddeutschen tun. […] Der Grund dafür, dass sich die Recht­schreibung in den vergangenen Jahr­zehnten verschlechtert hat, liegt sicher auch darin, dass mehr mit leichter Hand geschrieben wird. SMS oder E-Mails, die man an Freunde schreibt, kontrolliert man nicht in dem Maße wie früher, als man mit Füller auf Papier ge­schrieben hat. Die Rechtschreib­reform mag mit dazu beigetragen haben, weil sie ja mit dem Anspruch angetreten war, das Rechtschreiben zu erleichtern.

8. 1. 2014

: Rechtschreibreform: Vom Pfusch in den Wirrwarr. (Schweizer Orthographische Konferenz), , Aktuell
Bis ins Jahr 1996 hatten wir eine weitest­gehend einheitliche und sprachrichtige, also voll zweckmässige Recht­schreibung. Dann haben die Bildungs­politiker der deutsch­sprachigen Länder mit einem zerstörerischen Ein­griff, genannt Reform, die Einheit­lichkeit und Sprach­richtigkeit aufgehoben; und die sind bis heute nicht wieder­gewonnen.
: Kalb's Leber frühneuhochdeutsch. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 6, s. N5, Natur und Wissenschaft, Forschung und Lehre
Über nichts wird mehr sprachkritischer Hohn ausgeschüttet als über den dem gegenüber jedoch völlig resistenten Genitiv-Apostroph. […] Spezielle Gefahren lauern dann bei der Nutzung des Zeichens. Wird es abweichend von den üblichen Mustern verwendet, droht eine besonders heftige Form der Sprach­denunziation. Ganze Internet­seiten widmen sich inzwischen der Verfolgung unüblicher Apostrophe. […] Da ist zunächst die Frage, ob es sich bei der gegenwärtigen Gebrauchs­vielfalt um eine sprach­historische Innovation handelt. Man muss das in den meisten Punkten verneinen.

2. 1. 2014

: ß Welt am Sonntag (welt.de), , nr. 1, s. 41, Politik
Es kommt nur noch nach langem Vokal sowie nach Diphthong. So einfach, so verwirrend – und so typisch für die gesamte Rechtschreibreform, die bis heute kein Mensch versteht.

1. 2014

Die Rächtschraib-Katerstrofe. Sprachnachrichten (), , nr. 61, s. 1
Dieses richtige = rechte Schreiben scheint in Deutschland derzeit einem Tiefpunkt zuzustre­ben. Da ist eine in erster Linie ideologisch moti­vierte und als Reform getarnte Rechtschreib­katastrophe, da ist ein Kasperverein namens Kultusministerkonferenz, der diese Katastrophe zu verantworten hat, da ist eine Instanz namens Duden, die schon längst keine Instanz mehr ist, da sind deutsche Germanistikstudenten, die später als Lehrer mehr Rechtschreibfehler machen als die meisten ihrer Schüler. Und da sind deutsche Germanistikprofessoren, die alles andere tun, als ihre Studenten die Rechtschrei­bung zu lehren. Da ist mit anderen Worten viel zu klagen, aber auch viel zu tun. Dieses Heft der Sprachnachrichten trägt schon einmal zu diesem löblichen Werke bei.
: Ohne Deutsch kein Deutschunterricht. Peter Eisenberg, Sprachwissenschaftler. Sprachnachrichten (), , nr. 61, s. 3, Im Gespräch
[Eisenberg:] Die sog. Orthographiereform war nicht von der Sache her, sie war politisch motiviert. An der Recht­schreibung selbst gab es ja — be­sonders im Vergleich zu den Orthographien anderer Sprachen — kaum etwas auszusetzen.

An der recht­schreibung selbst gibt es — be­sonders im vergleich zu den orto­grafien anderer sprachen — viel auszusetzen.

: Rechtschreibreform: Krachend gescheitert. SOK und Reclam weisen einen Ausweg. Sprachnachrichten (), , nr. 61, s. 4, Rechtschreibung
Wo zeigt sich der Wirrwar? Der Verlag Rowohlt gibt Harper Lees Klassiker „Wer die Nachtigall stört“ gleichzeitig in zwei verschiedenen Recht­schreibungen heraus, als Ta­schenbuch herkömmlich, als Son­derausgabe nach der Neuregelung. […] Wer heute viel liest, kommt zwingend zum Schluss, dass die Recht­schreibung Neben­sache ist. Dieser Zustand ist un­haltbar in einer Gesellschaft, die vom geschriebenen Wort lebt.

Warum nicht noch eine dritte ausgabe – in eigennamen­gross­schreibung? Dann käme man noch zwingender zum schluss, dass die recht­schreibung neben­sache ist. Zur frage, ob die gesell­schaft vom geschrie­benen wort leben soll, verweisen wir auf Leiss.

: Fiel vergnühgen! Sprachnachrichten (), , nr. 61, s. 5, Rechtschreibung

Siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. 11. 2013

: Schreiben und sprechen. Sprachnachrichten (), , nr. 61, s. 5, Rechtschreibung
Insgesamt stehen allerdings den 41 Phonemen der deutschen Spra­che über 80 verschiedene Graphe­me gegenüber. […] Die Zahl der Standardlaute (Phoneme) und die Zahl der dazuge­hörigen Schriftzeichen (Grapheme) ist in jedem Wort der deut­schen Sprache gleich (gilt nicht für Fremdwortschrei­bungen). Hierdurch wird die Leistung der Sprachwissen­schaftler und Literaten der letzten Jahrhunderte deutlich, die diese großartige Systematik un­serer Schriftsprache geschaffen haben.

2014

neu : „Regelgerechte Rechtschreibung ist Teil einer Kultur der Höflichkeit.“ wissenplus (), , nr. 1–14/15, s. 8 bis 9, Interview
Hans Zehetmair, Vorsitzender des deutschen Rechtschreib­rates, über Staccato-Stil, den Umgang mit Anglizismen und wachsendes Interesse an Fragen der deutschen Recht­schreibung. […] Was reizt Sie als Vor­sitzender des Rates an Ihrer Arbeit? Zehetmair: Als Lieb­haber der Sprache vorder­hand die Pflege dieses hohen Kultur­gutes, dessen Wert zu oft verkannt wird. Was dabei spezieller die Recht­schreibung angeht, so gibt es ja erst seit gut hundert Jahren eine Ein­heitlichkeit in der deutschen Recht­schreibung […]. Diese Ein­heitlichkeit zu bewahren und ihre weitere Entwicklung zu begleiten, das sind Aufgaben von gesamt­gesellschaftlichem Interesse.