Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

nachgeführt 7. 6. 2014 , 28. 6. 2012

Aus presse und internet

31. 10. 2011

: Literatur als Überlebensmittel. , , Kultur & Medien
Die große österreichische Schriftstellerin Ilse Aichinger wird heute 90 Jahre alt. […] Gegen die vor 15 Jahren eingeleitete Rechtschreib­reform protestierte sie scharf.

29. 10. 2011

Raus aus dem elitären Zirkel. Heinrich Detering über die Zukunft der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. (Deutschlandradio Kultur), , sendung Fazit
Nach Ansicht ihres neuen Präsidenten Heinrich Detering soll sich die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Zukunft einem breiteren Publikum öffnen. Es sei "sehr schade", dass die Akademie in den vergangenen Jahren vor allem als Mitstreiterin in Fragen der Rechtschreibreform öffentlich wahrgenommen wurde, sagte Detering. "Das kann nicht alles sein."

27. 10. 2011

: Hefte raus und bereit zum Diktat. Wettbewerb "Frankfurt schreibt!" für Oberstufenschüler, Eltern und Lehrer; 15 Gymnasien beteiligen sich. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rhein-Main-Zeitung, , nr. 250, s. 37, titelseite Rhein-Main-Zeitung
Im Spanischen ist es ganz einfach: el ritmo. […] Laut einer Studie schreiben 64 Prozent der Deutschen das Wort "Rhythmus" falsch. […] Die deutsche Sprache und deren korrekte Schreibweise sind eben im Niedergang begriffen, hören wir die Kulturpessimisten klagen. Die Statistik gibt hingegen Anlass zur Hoffnung: In den fünfziger Jahren, als schon einmal nach dem "Rhythmus" gefragt wurde, scheiterten fast 90 Prozent beim Buchstabieren. Ob sie selbst sicher in der Rechtschreibung sind, können Frankfurter Oberstufenschüler, deren Eltern und Lehrer in den nächsten Monaten feststellen. 15 Gymnasien nehmen am Diktatwettbewerb "Frankfurt schreibt!" teil, einem Projekt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Frankfurt, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Kulturwelle HR 2 und dem Duden-Verlag, gefördert durch die Dr. Marschner Stiftung.
Hoffentlich wird nicht gefragt, wie man «Dr. Marschner Stiftung» schreibt.
: Fehler machen sie alle. "Frankfurt schreibt" ruft im Februar zum Diktat. Frankfurter Rundschau,
Der Wettstreit wird von der an der Aktion beteiligten Kulturwelle des Hessischen Rundfunks übertragen. Laut Ressortleiter Hans Sarkowicz sind Radiohörer sehr aufmerksam und rufen auch mal morgens um 6.15 Uhr beim Sender an, wenn sie glauben, einen Fehler herausgehört zu haben. Schon das Wort "selbständig" (alte Schreibweise) werde anders ausgesprochen, als "selbstständig", der alternativen Schreibweise nach der Rechtschreibreform. Mit dieser hat auch der Literaturprofessor Klaus Reichert von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Probleme, wie er bei der Vorstellung sagte. Vor allem, wenn zwei Schreibweisen zugelassen sind.

25. 10. 2011

: Die Freiheit, die er meint. Mathias Döpfner. Frankfurter Rundschau Online (), , Medien
Springer-Chef Döpfner hat ein Buch geschrieben. Darin geht es um die Freiheit und wie man sie bewahrt. […] An dessen Ende dankt er unter anderem Spiegel-Chef Georg Mascolo und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher. Wäre es nicht gut, die drei Manager würden ihr Gewicht mal nicht für eine Bagatelle wie eine Rechtschreibreform in die Waagschale werfen, sondern für das Berufsbild des ehrbaren Kaufmanns, das gerade auf den Finanzmärkten mal wieder auf einem Scheiterhaufen verbrannt wird?
neu : wass. , , blog, Wortistik
“Die das/dass-Unterscheidung bietet m.E. nicht ausreichend Anlass für Häme. Schlage zusätzlich eine was/wass-Unterscheidung vor”, tweetet Sprachlogger Anatol Stefanowitsch. “Das Interrogativ­pronomen wird weiterhin als “was” geschrieben, das Relativ­pronomen als “wass”.

23. 10. 2011

: Den Länderchefs wird Labskaus serviert. (Lübecker Nachrichten), , Lokales
Die 16 Ministerpräsidenten kommen zum Gipfel nach Lübeck. […] Alle 16 Jahre hat Schleswig-Holstein den Vorsitz inne und ist Gastgeber. Zuletzt tagten die Regierungschefs 1995 in Lübeck. Damals ging es um die Rechtschreibreform.

22. 10. 2011

: «Eine Sprache muss sich ständig verändern.» Fachhefte grafische Industrie (), , nr. 5, s. 6 bis 8, Interview
Den Sprachwissenschafter Harald Haarmann, 64, zu erwischen, ist nicht ganz einfach – schliesslich ist er ständig rund um die Welt unter­wegs, um dem Rätsel der Sprachen auf die Spur zu kommen. […] [Haarmann:] Eine Sprache lebt in ihrer Zeit, es gibt keinen Stillstand. Eine Sprache, die sich nicht ändert, wird zum Fossil – wie das Lateinische. Die Römer hatten eine extrem puristische Sprachpoli­tik. Sie haben ständig Wörter ausgesiebt und keine Vulgarismen erlaubt. [Gehrs:] Auch bei uns gibt es manchmal Sprach­wärter. Beim Protest gegen die Recht­schreibreform waren sie laut zu verneh­men. [Haarmann:] Die Rechtschreibreform war vor allem ein Lehrstück, wie Demokratie zur Stagnation werden kann – zur Unfähigkeit, etwas zu­stande zu bringen. Heute lässt jeder Verlag oder jede Zeitung anders schreiben. Wenn man so eine Reform machen will, kann man nicht so kurz springen und lauter Kompro­misse machen.
: Faule Säcke. , , Kolumne
Nein, diese Lehrer sind nicht faul, sondern folgen der Propaganda des Grundschulverbands. Dieser bereitet den größten Anschlag auf den Deutschunterricht seit der Rechtschreibreform vor: die Abschaffung der Schreibschrift. […] Wie bei der Rechtschreibreform gehen die Reformer bereits Bündnisse mit Schulbuchverlagen ein.

19. 10. 2011

Udo Michallik neuer Generalsekretär der Kultusministerkonferenz. , , Pressemitteilungen
Er folgt auf Prof. Dr. Erich Thies, der sich nach zwölfjähriger Amtszeit in den Ruhestand verabschiedete. […] „In seiner neuen Funktion wünsche ich ihm stets viel Erfolg, den Blick für das große Ganze ebenso wie für die wichtigen Details und die nötige Gelassenheit“, sagt Dr. Bernd Althusmann, Präsident der Kultusministerkonferenz. […] „Prof. Dr. Erich Thies danke ich für seine langjährige erfolgreiche Arbeit im Sekretariat der Kultusministerkonferenz sehr herzlich. Ob PISA oder Rechtschreibreform - in den vergangenen zwölf Jahren hat er es meisterhaft verstanden, das Sekretariat in nicht immer ruhigen Zeiten zu lenken […].
: Die Spuren der Schnecken. Ausstellungen im Haus Konstruktiv. ,
Berühmtester Vertreter der Zürcher Konkreten wurde der Bildhauer, Designer und Maler Max Bill […]. Seine Theorie formulierte er im Jahr 1936, wie immer auf Kleinschreibung beharrend: "konkrete kunst nennen wir jene kunstwerke, die aufgrund ihrer ureigenen mittel und gesetzmässigkeiten - ohne äusserliche anlehnung an naturerscheinungen oder deren transformierung, also nicht durch abstraktion - entstanden sind. .... ihre gestaltungsmittel sind die farben, der raum, das licht und die bewegung... konkrete kunst ist in ihrer letzten konsequenz der reine ausdruck von harmonischem mass und gesetz."

18. 10. 2011

: Leser-Kommentare. Welt Online (),
WO-Chefredakteure, tauscht endlich die Korrektoren aus! Ich weiß, ich weiß, die dafür engagierten Studenten sind besonders willig, billig und dankbar, aber sie bringen es einfach nicht und werden es in Zukunft nicht nur wegen der sprach­zerstörerischen kultus­ministeriellen Recht­schreib­reform immer weniger bringen.

17. 10. 2011

: Das Idiom der Erinnerung. Kreolisch auf Saint Lucia - der Kampf um den Erhalt einer bedrängten Sprache. Neue Zürcher Zeitung, , 232. jg., nr. 242, s. 35, Feuilleton
«Das Problem ist, dass die Leute zwar Kreolisch sprechen, viele aber nicht schreiben können. Zudem gab es lange Zeit keine verbindliche Orthographie für das Kreolische; wir hatten keine Schriftform festgelegt, um es als Sprache unterrichten zu können.»

16. 10. 2011

: Grober Unfug I. Welt am Sonntag (), , s. 12, Briefe (85 wörter)
Rechtschreibung […] lernt man, indem man sich das richtige Schriftbild durch ständiges Üben visuell und motorisch einprägt.
: Grober Unfug III. Welt am Sonntag (), , s. 12, Briefe (153 wörter)
Anders als Sie schreiben, hat es Versuche mit der Laut-Orthografie in Deutschland schon vor 1970 gegeben. Ich erinnere an die sogenannte "Spurschrift". Ich musste diese Schrift 1954 in Hamburg als Schulanfänger lernen […].
: Grober Unfug IV. Welt am Sonntag (), , s. 12, Briefe (165 wörter)
Das schlimmste an der reform ist, dass die nur in der deutschen sprache vorkommende großschreibung nun noch komplizierter und vor allem auch noch uneinheitlicher geworden ist. Schreiben wir doch einfach klein.

Ja!

: Weißrussland: Reform auf dem Papier. Welt am Sonntag (), , s. 52, Finanzen
In Deutschland flippen ganze Bevölkerungsteile aus, wenn man ihnen lediglich zumutet, einzelne Wörter im Zuge einer Rechtschreibreform klein statt groß oder umgedreht zu schreiben. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn eine Kommission verfügen würde, dass fürderhin "fier" statt "vier" oder "sex" statt "sechs" geschrieben werden soll. […] Dabei hat Diktator Lukaschenko dort zuletzt eine orthografische Reform verfügt, die so weitreichend ist, dass sie sich sogar auf die Geldscheine auswirkt. Denn im weißrussischen Wort für "fünfzig" wurde ein Buchstabe durch einen anderen ersetzt, mit der Folge, dass nun die Scheine über 50 und 50 000 weißrussische Rubel neu gedruckt werden mussten. […] In den orthografischen Details und damit in den Geldscheinen spiegelt sich letztlich nur die schwierige Identitätsfindung der Weißrussen. […] Nach wie vor gibt es in Weißrussland zwei Schreibweisen, eine, die stärker ans Russische angelehnt ist[,] und eine, die stärker auf die eigene Identität setzt.

14. 10. 2011

: Kultusministerkonferenz: „Kein Interesse an Schlagkraft.“ , , Wissen
Erich Thies, Generalsekretär a.D. der Kultusministerkonferenz, über das unpopuläre Gremium. […] Was war während Ihrer 13-jährigen Amtszeit in der KMK der dunkelste Moment? [Thies:] Die Diskussion um die Sommerferienregelung im Jahr 1999. […] Ein glänzendes Beispiel für ein Problem, das nicht zur Zufriedenheit aller gelöst werden kann. Noch schlimmer war die emotionale Debatte um die Rechtschreibreform, die von einer Initiative der Ministerpräsidenten ausging. Im Nachhinein hat sich dann gezeigt, dass die Hysterie überflüssig war. Ich selbst schreibe „dass“ übrigens immer noch mit „ß“.

13. 10. 2011

: Ein witziger, wendiger Widerhaken. Nach überwiegend erfolgreichem Wirken scheidet der bisherige KMK-Generalsekretär Erich Thies aus seinem Amt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 238, s. 7, Bildungswelten
Nicht selten hat er die Kultusminister hinter verschlossenen Türen zur Raison gebracht und ihnen noch größere Blamagen erspart, auch wenn es ihm nicht gelungen ist, sie vor solchen Torheiten wie der Rechtschreibreform zu bewahren.

9. 10. 2011

: Neuer Streit um Rechtschreibung. Welt am Sonntag (, , nr. 41, s. 1 (103 wörter)
Erst ab der dritten Klasse erlernen die Kinder die richtige Schreibweise. Kritiker warnen, so werde Schulversagen programmiert.
: Wenn in der Schule Falsches richtig ist. Welt am Sonntag (), , nr. 41, s. 6f. Politik (3112 wörter)
Erst gut einen Monat ist es her, dass die sechsjährige Marie eingeschult wurde. Doch schon nach der dritten Woche führte das Berliner Mädchen stolz vor, was sie schon schreiben kann: "Toa" und "Rat" zum Beispiel. Richtig so, lobte die Lehrerin. Maries Eltern sind ratlos. Sie wissen, dass es korrekt "Tor" und "Rad" heißen müsste. Ihrer Tochter dürfen sie das aber nicht sagen. […] "Lesen durch Schreiben" heißt die Methode, mit der nicht nur viele Grundschüler in Berlin besser Schreiben und Lesen lernen sollten. Sie geht auf den 2009 verstorbenen Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen zurück […]. Die Kinder lernen dabei, zunächst so zu schreiben wie sie sprechen.
: Leser-Kommentar zu Dreißigjähriger Rechtschreibkrieg. Welt Online (), , Welt am Sonntag
Lediglich einige beamtenhörige und staatsgläubige Medienmenschen waren und sind teilweise noch heute so naiv, an ein Rechtschreibgesetz zu glauben, nur weil von den Kultusministern der dümmliche Ausdruck "amtliche Regelung der Rechtschreibung" in die Welt gesetzt wurde.

Die kultusminister von 1901, nicht die von 1996, wie der der verfasser impliziert.

: Dreißigjähriger Rechtschreibkrieg. Welt am Sonntag (, , nr. 41, s. 6f. Politik (1161 wörter)
Der Kampf um die Reform war ein seit etwa 1980 währender "Dreißigjähriger Krieg" und ähnelte dem historischen Vorbild sowohl darin, dass er vor allem wegen allgemeiner Erschöpfung endete, als auch darin, dass es zuvorderst um Glaubensfragen ging. Vor allem die Verteidiger der alten Schreibungen führten sich manchmal auf, als müsse jede Abweichung von der rechten Linie die Verdammnis nach sich ziehen. Dies übrigens hat zum Durcheinander beigetragen. Denn der Wirrwarr rührt zum Teil daher, dass die Reformer der Rechtschreibung immer wieder versuchen mussten, Empfindlichkeiten der Reformkritiker zu berücksichtigen.

8. 10. 2011

: Falschbetonungen und Getrenntschreibungen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 234, s. 8, Briefe an die Herausgeber
Nicht sehr oft, aber doch immer wieder einmal höre ich im Autoradio Betonungen wie "so genánnt", "richtig stéllen", "selbst ernánnt" statt sógenannt, ríchtigstellen, sélbsternannt. Die Falschbetonungen sind mit großer Wahrscheinlichkeit auf die sinnwidrige Getrenntschreibung der Rechtschreibreform zurückzuführen. Wenn Radiosprecher die Getrenntschreibungen vor Augen haben, kann sich sogar bei diesen routinierten Leuten eine falsche Betonung einschleichen.

6. 10. 2011

: Verlage: Revolution im Regal. Handelszeitung (), , nr. 1140, Unternehmen
Peter Haag lehnt sich in seinem weissen Sessel zurück. Der Gründer des Verlags Kein & Aber spricht über gute Bücher […]. «Wissen Sie», sagt Haag, […] «sobald es um Kultur geht, gibt es in der Schweiz einen Reflex nach innen. Als über die neue Rechtschreibreform debattiert wurde, da sagten die Schweizer zu den Deutschen und Österreichern: ‹Es ist eure Sprache, entscheidet ihr›. Ich würde gerne in einer Schweiz leben, die auch im Kulturellen selbstbewusst auftritt, nicht nur im Wirtschaftlichen.» Für einen Moment verliert der Mann seine Gelassenheit.

Na ja, so genau können wir uns an den wortlaut nicht erinnern.

5. 10. 2011

: Nichts als Ärger mit dem ß! , , Glossen, Sedlaczek am Mittwoch
Seit der Rechtschreibreform gilt eine einfache Regel: Wir schreiben Fuß, aber Fass. Bei Fuß wird der Vokal lang ausgesprochen, daher ß. Bei Fass kurz, daher ss. Ich könnte nun mehrere Seiten über die Geschichte des scharfen S schreiben, aber das führt zu nichts. Ein Faktum ist, dass viele mit der s-Schreibung ihre liebe Not haben. […] Hier verhalten sich die republikanischen Nachlassverwalter der Habsburgerpracht wie trotzige kleine Kinder. Sie beharren auf der nicht mehr gültigen Schreibung "Schloß Schönbrunn" […]. Sozusagen als Markenzeichen für ihr Schloss. Mir tut inzwischen die Schreibung Schloß in den Augen weh.

30. 9. 2011

: "Das ist ein echter Familienbetrieb." (Südwest Presse), , Reutlingen
Heute ist Rolladen-Mayer in der Max-Eyth-Straße 18, bestens gelegen zwischen Reutlingen, Pfullingen und Eningen. Und Wolfgang Mayer und seine Ehefrau Bärbel legen - trotz der Rechtschreibreform - weiterhin großen Wert darauf, "Rolladen" im Eigennamen mit nur zwei "L" zu schreiben. Ein Stück Tradition.

28. 9. 2011

: Portugiesische Rechtschreibreform umstritten: Tudo corre(c)to? , , Fremdsprachen, Nachrichten Ausland
Die Rechtschreibreform aus dem Jahr 1990, die auf die Schaffung eines einheitlichen Rechtschreibstandards abzielt, umfasst insbesondere das […] Weglassen der “stummen” Konsonanten c und p auch im europäischen Portugiesisch sowie die Vereinheitlichung der Diakritik und Koordinierung der Übernahme von Lehnwörtern aus anderen Sprachen. Was den Umfang der Änderungen anbelangt, sollen 1,6 % des Wortschatzes im europäischen Portugiesisch und 0,5 % im brasilianischen Portugiesisch geändert werden. Ausgerüstet mit einer einheitlichen Schreibweise könnte das Portugiesische seine Rolle als bedeutende Weltsprache weiter ausbauen.

27. 9. 2011

: PIN-Code vergessen. Warum? , , Wissen, Frage & Antwort
Und wie ist das, wenn man beim Schreiben plötzlich nicht mehr weiß, ob es Ihr wart oder Ihr ward heißt? "Dann", lacht der Experte, "ist das oft einfach auf mit der Rechtschreib­reform verbundene Unsicherheiten zurückzuführen."

24. 9. 2011

: Sprachkritiker Loriot. , , Kolumne
Loriot hat die deutsche Sprache geprägt und bereichert. Er hat es darüber hinaus auch nicht an kritischen Bemerkungen zur Entwicklung seiner Muttersprache fehlen lassen. Das stieß nicht bei allen auf Gegenliebe. Rolf Landolt, der Präsident des „Bundes für vereinfachte rechtschreibung“ (Zürich), bescheinigt Loriot gar Humorlosigkeit […]. In Wirklichkeit bot Loriot gerade die Rechtschreibreform Gelegenheit zur Komik […].

In der tat. Wir erinnern uns an den visionären satz des frustrierten fernseh­zuschauers: «Ich lasse mir von einem kaputten fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins bett zu gehen habe.» Genau so fernsehmann Ulrich Wickert: «Ich fand die Rechtschreib­reform von Anfang an total bescheuert, weil ich nicht möchte, dass Kultus­minister mir vorschreiben, wie ich schreiben soll.» Vgl. auch stellungnahme zu Welt am Sonntag.

22. 9. 2011

: Kreuz & (ver)quer. Tages-Anzeiger, Donnerstag, , s. 5, Schweiz (107 wörter)
«Offizieller Tweet von Christoph Mörgeli, Nazionalrat SVP Zürich», hiess es im Internet bis vor kurzem.

19. 9. 2011

neu : Föhn: Mehr als heisse Luft. Berner Zeitung, , s. 17, Schweiz (144 wörter)
Sogar der Duden listet das Wort Föhn als Bezeichnung für Haartrockner auf. Bis zur Rechtschreibereform 1996 unterschied es sich als Fön immerhin noch vom Föhnwind.

13. 9. 2011

: Auf mich wirkt das wie Clownerie. Badische Zeitung, ausgabe Lörrach, , s. 32, leserbriefe
So langsam wirken die geplanten Veränderungen in den Schulen wie Clownerie auf mich: von einstmals Mengenlehre bis jetzt wieder Schriftänderung. […] Eine wirkliche Verbesserung für die Rechtschreibung wäre die Einführung der Kleinschreibung: Im Zusammenhang mit dem so strapazierten Europagedanken könnte das analog zu Englisch und Französisch gemacht werden. Viele Schüler müssten dann nicht sinnlos überlegen, warum „Haus" groß und „häuslich" klein geschrieben wird. Sie könnten Sinnvolleres denken lernen.
: Ein Mann, ein Name: Ein Wörterbuch. Symposion zum 100. Todestag Konrad Dudens. (Rhein Main Presse), , Literatur
Duden ist ein Wörterbuch, und Konrad Duden der Mann, der ihm seinen Namen gab. Am 1. August vor 100 Jahren ist er in Sonnenberg gestorben, am Samstag veranstaltete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) im Literaturhaus ein Symposion zu seinem Gedenken. […] Die Diskussion um die 1996er-Reform klingt verhalten an - dass wir laut neuestem Duden von 2009 „Orthographie“ nicht mehr mit „ph“ wie zu Dudens Zeiten, sondern mit „f“ (Orthografie) schreiben, akzeptiert mittlerweile rund ein Drittel der Bevölkerung, und die Gewöhnung wird wachsen, sieht der Leiter der Dudenredaktion Werner Scholze-Stubenrecht voraus. Gleichwohl - Konrad Duden wäre „ernüchtert“, so schätzte er ein, wüsste er, wie mit seiner Lehre umgegangen wird.

11. 9. 2011

: DAD, cul und die Sumerer. Die Südostschweiz am Sonntag, Chili, , s. 8, Sonntag, Am Rande
Joseph Chilton Pearce hat eine klare Meinung: Der US-Autor geht davon aus, dass sich das menschliche Gehirn unter dem wachsenden Einfluss von TV-Unterhaltung und Computerspielen zurückentwickeln wird […]. Ein möglicher Gradmesser für die Rückentwicklung der Menschheit ist die Sprache […]. Dass wir heute über eine noch nie dagewesene Anzahl an Kommunikationstechnologien verfügen, würde der These vom schrumpfenden Hirn eigentlich widersprechen. Wer sich aber eine beliebige Konversation per SMS, E-Mail oder Social-Media-Plattformen ansieht, bekommt so seine Zweifel. Orthografisch bewegt sich all das in einem rechtsfreien Raum wie einst die Outlaws im Wilden Westen.
: Sorge um Abschaffung der Schreibschrift. , , Bayern
Ist das Abendland in Gefahr? Droht ein neuer Kulturkampf? Der Appell der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“ (Erlangen) klingt jedenfalls dramatisch: „Rettet die Schreibschrift“, heißt die Kampagne, die Thomas Paulwitz vom Verein für Sprachpflege zusammen mit einigen anderen Organisationen gestartet hat. […] Die Sprachschützer haben jetzt eine Unterschriftenaktion an die Kultusminister gestartet. Nach der Rechtschreibreform müsse ein weiterer schulpolitischer Missgriff verhindert werden.
Ein ' zu viel? , , Kreis Borken
Nach diversen Rechtschreibreformen verwischt manches Wissen, das macht unsicher. […] Der Apostroph aber scheint ein Zeichen zu sein, das eine gewisse Eigenständigkeit entwickelt. Insbesondere in der Gastronomie und Geschäftswelt. […] Wie etwa bei „Ullis Kneipe“. Wie, werden Sie sagen: Da ist ja gar kein Apostroph. Richtig! Denn da muss auch nicht unbedingt einer hin. Früher war er an dieser Stelle sogar verpönt. Aber heute geht selbst der Duden mit dem Häkchen etwas toleranter um, zumindestens erlaubt er es bei Eigennamen. Doch schon vor der Rechtschreibreform zeigte sich der Apostroph als starker Vertreter seiner Gilde.

10. 9. 2011

: Die Chinesen verlernen das Schreiben. Neue Zürcher Zeitung, , 232. jg., nr. 211, s. 2, International, Aufgefallen (298 wörter)
Noch nie war es so unkompliziert, auf Chinesisch zu schreiben, wie am Bildschirm (und seit einiger Zeit auch auf dem Mobiltelefon). Wer Pinyin, die offizielle Umschrift des Chinesischen in lateinischen Buchstaben, beherrscht, braucht nur mehr eine passive Kenntnis der einzelnen Schriftzeichen zu haben. Sobald er eine Silbe getippt hat, schlägt ihm der Computer die dazu passenden Zeichen vor. […] Seit die Kinder von klein auf mit Smartphones und Laptops hantieren, hat die Kenntnis darüber, wie auch kompliziertere Schriftzeichen von Hand geschrieben werden, rapide abgenommen. Das ist nicht nur ein Kulturverlust; es hat auch praktische Konsequenzen, wenn die eigene Schrift nur noch gelesen, aber nicht mehr geschrieben werden kann.
Aktion: Rückendeckung für die Schreibschrift. , , Baden-Württemberg
So richtig gut sieht es aktuell um die deutsche Sprache nicht aus. Mangels Geld und mangels Nachfrage sinkt die Zahl der "Deutschlerner" im Ausland, und im Inland droht nach den Auseinandersetzungen um die Rechtschreibreform ein neue Diskussion von möglicherweise oder sogar ganz sicher bedeutsameren Themen der Schulpolitik abzulenken: "Rettet die Schreibschrift" ruft uns die Zeitschrift "Deutsche Sprachwelt" zu.

Wenn man «aktuell» so verwendet, sieht es um die deutsche sprache wirklich nicht gut aus.

9. 9. 2011

: Bildungswüsten Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 210, s. 10, Seitenüberschrift: Briefe an die Herausgeber
[…] die systematische Zerstörung einer einst blühenden Schullandschaft durch eine Schulpolitik, die von der Ganzheitsmethode über die Mengenlehre und die Rechtschreibreform bis hin zur phonetischen Schreibweise und der derzeit drohenden Abschaffung der Schreibschrift bedenkenlos jeden auch noch so hirnrissigen Unsinn mitmacht, den ihr die Gschaftlhuberei einer angeblich wissenschaftlichen Didaktik aufschwätzt.

1. 9. 2011

: Viele Grundschüler können nicht schreiben. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 203, s. 9, Bildungswelten
In den ersten vier Klassen sollen Kinder die grundlegenden Kulturtechniken eigentlich so lernen, dass sie den Wechsel auf eine andere Schule bewältigen - doch das gelingt nicht. In Hamburg wird die Grundschrift zumindest in diesem Schuljahr nicht eingeführt, aber einige Schulleiter scheinen bereits mit den Hufen zu scharren. […] Offensichtlich handelt es sich um eines jener unsinnigen schul­politischen Himmelfahrts­kommandos, die schon in wenigen Jahren bereut werden könnten, wenn sich die Folgen zeigen. […] In Bayern etwa ist es üblich, sich beide Schriftarten anzueignen: In der ersten Klasse beginnen die Kinder, in Grundschrift oder Druckschrift die Buchstaben kennenzulernen, in der zweiten lernen sie die Schreib­schrift. Allerdings wird beim Erlernen der Grundschrift auch von Anfang an auf korrekte Recht­schreibung geachtet, damit sich das richtige Schriftbild optisch einprägt. […] Überall, wo etwa die phonetische Schreibung - und das womöglich bis zur vierten Klasse - praktiziert wird, wo Kinder also genau so schreiben, wie sie die Worte hören, die falsch geschriebenen Worte auch noch einprägsam an der Tafel sehen und die Korrektur erst am Ende der Grundschule einsetzt, haben sie große Rechtschreib­schwierigkeiten. […]
: Sprachnot und Parrhesie. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 203, s. 9, Bildungswelten
Auch die schöne neue Welt heutiger Hochschulen schert sich nicht um einen Bildungsauftrag, der niemals ausdrücklich an sie ergangen ist: die Pflege der Sprache. Die Universitäten konnten oder wollten schon die Barbarei der politisch dekretierten "neuen Recht­schreibung" nicht abwehren, und sie sind auch nicht imstande, den aktuellen Entwicklungen entgegen­zutreten. […] Wo wir bisher in die Sprache hineinhorchten und uns am Reichtum der Nuancen und Schattierungen des Ausdrucks erfreuten, hören wir nurmehr den tosenden Hohlraum einer bedeutungs­leeren Echolalie: Die Sprache wird zum bloßen Widerhall eines monoton gezimmerten Weltbildes.

Ein schönes beispiel von kulturpessimismus, das der altfilologe hier liefert. Oder eine echolalie?