Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

nachgeführt 2. 8. 2012 , 2. 3. 2010

Aus presse und internet

31. 3. 2008

: "Wir müssen den Schülern vermitteln, dass es des Fleißes und Schweißes bedarf." Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes im Volksstimme-Interview. Volksstimme,
Josef Kraus (58) ist seit 20 Jahren ehrenamtlicher Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (rund 160 000 Mitglieder). […] Demgegenüber hat das, was ich Erleichterungspädagogik nenne, so manchen Irrweg hervorgebracht. Zum Beispiel die Rechtschreibreform. Sie wurde konstruiert nach dem Kriterium: Wie fällt es den Kindern leicht? Sie wurde nicht an sprachwissenschaftlichen Kriterien orientiert und auch nicht an Lesbarkeit. Was kommt dann heraus? Etwas, das die Systematik von Sprache kaputtmacht, die Semantik einschränkt. Bei den Kindern entsteht dadurch die Vorstellung, Rechtschreibung sei etwas Beliebiges.

26. 3. 2008

Bushido schimpft über Drogen-Amy. express.de, , Promi & Show
Rapstar Bushido (29), berühmt-berüchtigt für sein Image als „Bösewicht“, ließ bei „Kerner“ (ZDF) den Spießer raushängen. Der Berliner Musiker, der nebenbei als Makler arbeitet, erzählte, dass er etwa SMS mit Rechtschreibfehlern prinzipiell nicht beantworte und auch „kein Freund der Rechtschreibreform“ sei.

25. 3. 2008

: Die elektronische Freiheit des Schreibens. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 70, s. T1, Technik & Motor
Dreißig Jahre Schreiben am PC haben unseren Umgang mit Texten grundlegend geändert. […] Kluge Beobachter stellten schon in den 80er Jahren fest, dass die Zahl der Tippfehler beim Computereinsatz steigt. Man gewöhnt sich eine gewisse Lässigkeit an, die einen mit der Schreibmaschine viel Zeit gekostet hätte. […] Und seit der Rechtschreibreform ist ohnehin alles egal.

13. 3. 2008

: Schnittmenge. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 62, s. 4, Politik, Fraktur (212 wörter)
Wie ein Phönix aus der Asche erhebt die Mengenlehre sich von ihrem lange erkalteten Scheiterhaufen. Zwar noch nicht wieder in den Schulen, aber doch schon überall in der Politik. Und von dort, das lehrte uns die Rechtschreibreform, ist es bis in die Klassenzimmer nicht mehr weit. In den deutschen Parteien wird so begeistert nach Schnitt- und Vereinigungsmengen gesucht, dass es die reine Freude für konstruktive Mathematiker sein muss. An Opfern des Reformwahns der siebziger Jahre aber nagt der Zweifel: Wissen die Politiker (siehe wieder die Rechtschreibreform), mit was sie es zu tun haben?

12. 3. 2008

: Der Älteste im Landkreis Harburg. Hamburger Abendblatt, , Harburg/Landkreise
In dem Jahr, als Max Schlüter geboren wurde, trat die Rechtschreibreform in Kraft - aber nicht die von 1996, sondern die von 1901.

11. 3. 2008

: Sprachwissenschaftler Eisenberg: Deutsche Sprache so differenziert wie noch nie. Experte bezeichnet Autor Bastian Sick als Entertainer. Deutschlandfunk (dradio.de), , Interview
Die Deutschen haben ihre Sprache eigentlich ganz gern. Ich glaube nur nicht, dass sich das darin ausdrückt, dass sie Herrn Sick nachlaufen. Es drückt sich zum Beispiel darin aus, dass sie eine vom Staat verordnete Orthographie-Reform nicht akzeptieren. Da hat wirklich das Volk gesprochen und gesagt nein, das wollen wir nicht. Das ist ein Eingriff in unsere Sprache. Das nehmen wir nicht hin vom Staat. An so etwas zeigt sich die Sprachloyalität der Deutschen, aber nicht darin, dass sie nun zu Herrn Sick oder zu anderen Entertainern laufen.

10. 3. 2008

: Reformen besser planen. Die Welt, , s. 7, Forum, Leserbriefe
Nun wird also wieder einmal wie auch bei der seinerzeit in breiten Kreisen kritisierten Rechtschreibreform beim "Turbo-Abitur" nachgebessert.

9. 3. 2008

: Das "C" wird überschätzt. Welt am Sonntag, , nr. 10, s. 68, Kultur, Wortgefecht (307 wörter)
Ich stöberte unter "K", wurde aber nicht fündig, weil sich der Laden Contactlinseninstitut nennt. […] Das "C" ist allerorten auf dem Vormarsch […]. Leider haben die, die das "C" statt eines "Z" oder eines "K" benutzen, die Rechtschreibreform verpasst. Nicht die jüngste, […] sondern die von 1901. Damals wurde in Berlin bei den "Beratungen über die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung" festgelegt, dass K-Laute mit "K" und Z-Laute mit "Z" zu schreiben sind; das seit Jahrhunderten übliche, aber unpräzise "C" blieb auf der Strecke.

8. 3. 2008

: Wer eine Reise aufs Amt tut. suedkurier.de, , Überlingen
Manche Leute meinen gar, dass das scharfe ß in ihrem Namen, beispielsweise bei Meißner, der Rechtschreibreform zum Opfer gefallen sei und sie jetzt Meissner heißen? Solche Fälle gibt's.

4. 3. 2008

: "Die Reform der Reform hat viele verunsichert." Haller Kreisblatt,
»Neue Rechtschreibung aktuell« ist ein Kurs der Volkshochschule Ravensberg überschrieben, der morgen um 18.30 Uhr im Heimathaus beginnt. Kursleiterin Dr. Karin Rieser arbeitet als Dozentin an der Universität Bielefeld […] Dr. Rieser: Ziel der Reform war eine Vereinfachung der Rechtschreibregeln, aber viele davon sind schwer nachzuvollziehen. Die Silbentrennung ist sicher einfacher geworden, aber die Getrennt- und Zusammenschreibung ist nach wie vor kompliziert.
: Ein X für ein ß vormachen. Buch-Plagiat. Spiegel Online, , Kultur
Es sollte eine Hommage an einen ungewöhnlichen Buchstaben werden - dafür hat Frank Müller für sein Buch . Ein Buchstabe wird vermisst" aus zahlreichen Quellen geklaut. Nach einem Protest­sturm betroffener Autoren stoppte der Eichborn-Verlag die Auslieferung. Schuld ist die Rechtschreib­reform. Ohne sie wäre das "ß" nicht dem Unter­gang geweiht, und niemand wäre auf die Idee gekommen, eine Abschieds­hymne auf diesen bedrohten, auch das "scharfe S" genannten Buchstaben anzustimmen.

28. 2. 2008

neu : Gegenstandslos. [Rezension zu] Sabine Mayr, Grammatikkenntnisse für Rechtschreibregeln? , , Kundenrezensionen
Die Germanisten haben die Rechtschreibreform gleichmütig hingenommen ("Das interessiert uns nicht!" sagte einer der bekanntesten). Auf der Suche nach Promotionsthemen fallen ihnen die skurrilsten Fragestellungen ein: der "Diskurs über die Rechtschreibreform" oder eben die unterschiedlichen Grammatikkenntnisse, die von den unverbindlichen Regelformulierungen längst überholter Wörterbücher vorausgesetzt werden. Was wird von dieser uninteressierten Seite noch kommen?

27. 2. 2008

: Greife das Link. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 49, s. 38, Medien
Morgendliche Sichtung der Elektropost. Margarito Rosario hat uns geschrieben: "Hi! Du suchtest ein Programm, ich weise. Ich kenne eine Seite, wo es eine Haufe verschiedener Programme gibt. […] Greife das Link." […] eine illustre Truppe virtueller Halbweltler sucht unermüdlich mit uns Kontakt aufzunehmen. Alle Kontakler haben zweierlei gemeinsam: zum einen, dass wir noch nie auf eine ihrer Offerten eingegangen sind, zum zweiten ihre miserable Orthographie. Ersteres könnte mit Letzterem zusammenhängen. Weshalb nun, wie die Agentur AP berichtet, die Nepper, Spammer, Bauern-Phisher an ihrer Sprache arbeiten wollen, um seriöser zu wirken […].

26. 2. 2008

: Herr Wild mag es leidenschaftlich. Nomen est omen. Tages-Anzeiger, LSE Linkes Ufer und Sihltal, , s. 66, Die Letzte
Lauffer ist ein seltener Name, der nur im Kanton Zürich in Eglisau und Glattfelden ein altes Bürgergeschlecht darstellt. Der Name kennt auch die Schreibung Laufer, die in Kloten alt verbürgt ist. Da die Familiennamen lange vor jedweder Rechtschreibreform entstanden und fixiert worden sind, sind Schreibvarianten keine Seltenheit.

25. 2. 2008

: Wendische Tradition lässt sich kein W für ein H vormachen. Lausitzer Rundschau, , Cottbus
Ein Buchstabe entfacht den Streit zwischen Wenden und Sorben neu: Kaum hat der Domowina-Verlag in Cottbus das neue Wendische Gesangbuch vorgestellt, regt sich Kritik. Siegfried Malk vom wendischen Verein Ponaschemu («Auf unsere Art») wirft dem Verlag vor, er habe Traditionen ignoriert, indem er für eine Teilauflage des Gesangbuchs das wendische stumme «H» durch ein sorbisches «W» ersetzte. Die Autoren erwidern, sie hätten sich an die gängigen Regeln von Rechtschreibung und Grammatik gehalten. […] Es geht um einen Streit, vergleichbar mit der Rechtschreibreform der deutschen Sprache: Berufen sich die Menschen auf ihre Traditionen oder auf aktuelle Sprachregeln?

19. 2. 2008

: Streit um Schrotts Homer-Thesen. Neue Zürcher Zeitung, , s. 9, Briefe an die NZZ
In der Tat haben «Homer wie die Griechen insgesamt in ihrer archaischen Zeit, zumal zwischen etwa 800 und 600 v. Chr., ungeheuer viel aus dem Orient übernommen». […] Vielleicht die wichtigste Übernahme der genannten Epoche ist jedoch das Alphabet (kurz nach 800) […]. Das Entscheidende geschah in diesem Fall schon gleich bei der Übernahme […]. Dabei lernten die Griechen von ihren orientalischen Handelspartnern die Zeichen und Namen der Buchstaben, nahmen aber am Alphabet, das ausschliesslich Konsonantenzeichen enthielt, eine ganz entscheidende Verbesserung vor, indem sie - wohl zuerst versehentlich, dann aber sogleich auch bewusst - gewisse für sie unbrauchbare Konsonantenzeichen zu Vokalzeichen umdeuteten und ein zusätzliches hintanhängten (Ypsilon). Damit erfanden sie, ohne es zu merken, die sogenannte Laut- oder Phonemschrift, das gleichzeitig einfachste und genaueste Schriftprinzip, das es für menschliche Sprache geben kann […].
: Mit einem Knochen kocht er viele Suppen. Ein Patriarch und Gentleman: Der Verleger Michael Klett wird siebzig. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 42, s. 39, Feuilleton
Einer seiner anderen größten Fehler sei eine fatale Neigung, Dinge um ihrer selbst willen zu tun, hat Klett von sich gesagt und die Selbsteinschätzung eindrucksvoll belegt, als er sich zum Kummer seiner Geschäftsführer vehement gegen die Rechtschreibreform stellte. Wenn diese Neigung ein Fehler sein sollte, dann einer, der jedem Verleger zur Ehre gereicht.
: "Ein einheitliches Krebsregister muss her." Ärzte Zeitung,
Heute öffnet der 28. Deutsche Krebskongress in Berlin seine Pforten. Mit dem Kongresspräsidenten Professor Manfred Kaufmann von der Universitätsklinik in Frankfurt am Main sprach Philipp Grätzel von Grätz. […] Kaufmann: Ich vergleiche das immer gerne mit der Rechtschreibreform: Es gibt noch einiges an Aufholbedarf.

14. 2. 2008

: Eine Vermisstenanzeige - Frank Müllers Buch über den Buchstaben "ß". literaturkritik.de,
Die eloquente Spurensuche beginnt in der Schweiz. Sie inspiziert die Werbung bei ihren halsbrecherischen Versuchen, bewährte Schreibweisen zu "aktualisieren", und zeigt die irritierenden, witzigen oder grotesken Folgen des beflissenen Richtigmachenwollens in Wort und Bild. Dabei kommen ausgewiesene Liebhaber des "ß" ebenso zu Wort wie erbitterte Gegner.

13. 2. 2008

: Schatzinsel Helvetia. Sehnsucht nach Südslawien und Steuergerechtigkeit. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 37, s. 34, Feuilleton
Die "Schweizer Monatshefte" (Nr. 958) unterwerfen sich der neuen Orthographie und rüsten weiter auf. Sie publizieren regelmäßig Kurzkritiken über die literarischen Neuerscheinungen des Landes und sind damit angesichts des Abbaus in den Feuilletons zu einer wichtigen Informationsquelle geworden.

12. 2. 2008

: Mehr Macht für die Bürger. stern.de,
Mit Volksentscheiden können Bürger über Dinge entscheiden, die ihnen unter den Nägeln brennen. Doch allzu viel wollen sich die Politiker nicht reinreden lassen. […] So gibt es im einzelnen mal hohe Hürden für die Beantragung eines Begehrens oder komplizierte Vorgaben darüber, wie viele Wähler sich mindestens beteiligen müssen, bevor ein Entscheid gültig ist. Es bleibt ja auch noch immer die etablierte Politik. […] In Schleswig-Holstein machte 1999 das Landes-Parlament mit einem einstimmigen Beschluss eine Abstimmung gegen die Rechtschreibreform rückgängig.
: Abschied vom Bildungsbürgermöbel. Brockhaus künftig nur noch Online. taz.de, , Leben, Alltag
Zuletzt war es vor allem das Ende der Diskussion um die Rechtschreibreform, die dem Verlag noch einmal den Hals rettete. Mehr als eine Million verkaufter Rechtschreibduden bescherte der Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG noch 2007 einen eher unerwarteten Umsatzsprung.

8. 2. 2008

: Der polnische Weise. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 33, s. 34, Feuilleton
Rózewicz' letzter auf Deutsch erschienener Gedichtband liegt schon einige Jahre zurück. Daher die Empfehlung der in Breslau erschienenen zweisprachigen Sammlung seiner Gedichte aus den letzten Jahren. Sie zeugt von wunderbarer Radikalität des Alters: "nach Vollendung / des 80. Lebensjahrs bindet mich / keine Orthographie mehr".

7. 2. 2008

: Bastian Sick und Peter Eisenberg kämpfen gegen den Verfall der deutschen Sprache. Märkische Allgemeine, , Kultur
[…] macht Peter Eisenberg, emeritierter Professor für Deutsche Sprachwissenschaft an der Uni Potsdam, die Politik für den Verfall der deutschen Sprache verantwortlich. „Die Geschichte der sogenannten Rechtschreibreform ist eine Geschichte politischer Intrigen“, wettert Eisenberg im voll besetzten Hörsaal der Potsdamer Uni. […] Die „systematischen Attacken auf eine der besten Orthographien in Europa“ wollte er nicht länger mittragen. Seitdem tut der 67-Jährige alles, was in seiner Macht steht, um wenigstens die schlimmsten Vorstöße der Rechtschreibreformer rückgängig zu machen.
: Rote Liste: "Sie werden plaziert!". Thüringische Landeszeitung,
[…] als wir in ein Restaurant einkehren wollten, um etwas zu essen. Ein Schild im Windfang verwehrte uns den Zutritt: "Sie werden plaziert!" Auch wenn die Schreibweise des Verbs aus heutiger Sicht merkwürdig anmutet, sie war korrekt. An eine Rechtschreibreform dachte damals niemand, schon gar nicht, wenn der Magen knurrte.

«Niemand» ist natürlich nicht korrekt.

5. 2. 2008

: Hier sind die Katzenköpfe nicht aus Gummi. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 30, s. 40, Feuilleton
Für ihre Kinozeitreisen ins frühere und frühe Russland begeben sich russische Regisseure bevorzugt in zwei permanente Kulissenstädte […]. Ein Maschendrahtzaun, der für Besucher geöffnet wird, schützt das "Alte Moskau", eine Ansammlung zweistöckiger Stadthäuser, verbunden durch Gassen mit echtem Pflasterstein, die einen ins neunzehnte Jahrhundert versetzen. Die gerade vier Jahre alten Sperrholzfassaden, die Ladenschilder des Teehändlers, der Versicherung, der Vertretung von Singer-Nähmaschinen in vorrevolutionärer Rechtschreibung wirken schmuddelig und nachgedunkelt wie von rußiger Luft.

2. 2008

: Unbekannte Parallelgesellschaften. Rezension. falter.at,
[…] FAZ-Redakteurin Heike Schmoll in ihrem Buch „Lob der Elite“. […] Als unscharfes Gegenbild skizziert Schmoll Wissenschaftler, die sich umfassend bilden, schrullig vor sich hinforschen und eines mit Sicherheit nicht tun – Forschungs­vorhaben auf Englisch zu schreiben, wie es nun allerorts verlangt sei. Schmoll hat sich, das passt, auch im Kampf gegen die Rechtschreib­reform verdient gemacht.

31. 1. 2008

: «Wenn es gächti» – Die Männer in der Kantorei. Zürcher Unterländer, , Mixer, Kolumne
Seit einigen Monaten singen wir in der «Neuen Kantorei Bülach», dem Kammerchor der Reformierten Kirche. Die ist «reformiert» und nicht «evangelisch». «Reformiertes» kannten wir in Deutschland nur aus den Reformhäusern, die aber leider aus dem Strassenbild verschwunden sind […]. Erst mit der Rechtschreib-Reform gelangte die Abkürzung «Ref.» erneut in unser Bewusstsein.

30. 1. 2008

: Teilweise absurd. St. Galler Tagblatt, , Leserbriefe (91 wörter)
[…] das unsägliche «aufwändig». […] «Aufwand» hat nun doch gar nichts mit «Wand» zu tun, sondern mit «aufwenden».

29. 1. 2008

: "Die sogenannte Linke." Kurt Becks Redensarten. taz.de,
Die "sogenannte DDR", an die die Becksche Redeweise erinnern soll, ist in der demokratischen Revolution von 1989 unter­gegangen, hingegen hat sich der schöne Begriff "sogenannt", der so leicht und umstandslos von der Zunge geht, trotz der Attacken der büro­kratischen Rechtschreib­reform schließlich behaupten können.

28. 1. 2008

: Nächste Station Kanzleramt. Financial Times Deutschland, , Politik
Nach dem katastrophalen Ergebnis für die CDU in Hessen gilt Christian Wulff als Kronprinz Angela Merkels. […] Obwohl er sich - anders als Koch - bei bundespolitischen Streitfragen in letzter Zeit stark zurück­gehalten hat. Wenn er sich äußerte, dann zu Themen, die bundes­politisch wenig relevant waren, etwa seine Kritik an der Rechtschreib­reform und der Reformvorstoß der Kultusminister­konferenz.
: Merkels neuer Kronprinz. Warum Christian Wulffs präsidialer Wahlkampf Erfolg hatte; Rückenwind für Ambitionen in der Bundespolitik. Die Welt,
Dass Wulff auf der bundespolitischen Bühne mitspielen kann, hat er gezeigt. Seine Auftritte abseits der Landes­politik suchte er allerdings auf Themenfeldern, in denen er niemandem in die Quere kam und in denen seine Vorstöße weitgehend folgenlos waren. So gehörte er zu den Kritikern der Rechtschreib­reform und verlangte eine Reform der Kultusminister­konferenz.

25. 1. 2008

: Der weichgespülte Kandidat. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff verpackt harte CDU-Politik in Watte – und könnte es damit weit bringen. Neues Deutschland, , s. 3, Inland
Der Ministerpräsident vermied alles Getöse, operierte vorsichtig und mit Rückfallpositionen, wo es – wie bei der Rechtschreib­reform oder dem erst nur halbherzigen Rauch­verbot – nicht an die Substanz ging.

23. 1. 2008

: Gewohnheit statt einfach. St. Galler Tagblatt, , Leserbriefe (184 wörter)
Öfter scheint die Gewohnheit der Schreibenden über der Einfachheit zu stehen. […] Wie schön wäre doch eine gemässigte Klein­schreibung.

22. 1. 2008

: Der Chefdesigner einer modernen Schweiz. Tages-Anzeiger, , s. 51, Kultur
Der Künstler und Gestalter Max Bill wäre diesen Herbst hundert Jahre alt geworden. […] Auf Plakaten, die für die Zürcher Siedlung Neubühl oder für die Konzerte in der Tonhalle bestimmt waren, entdeckt man schöne Details: die Überbauung Wollishofen wird in der für «Bauhäusler» typischen Klein­schreibung dargestellt; für Robert Blums Männerchöre wirbt der schlaue Bill in traditionell konservativer Gross-/Kleinschreibung.

19. 1. 2008

: Für die Schule unbrauchbar? St. Galler Tagblatt, , Leserbriefe (164 wörter)
Bleibt die Frage, ob das Tagblatt für die Schule noch Verwendung finden kann. Da schreibt die Zeitung beispielsweise über Nachwuchs auf Peter und Paul – dummerweise haben gerade die Gämsen, pardon, die Gemsen Jungtiere im Gehege. […] Wir erklär ich das meinen Schülern? Warum darf das Tagblatt, was sie nicht dürfen?

Wäre das das einzige, was erwachsene tun dürfen und schüler nicht? Aber sie dürfen ja! Oder korrigiert der herr lehrer auch die sms der schüler?

: Eine weitere Variante? St. Galler Tagblatt, , Leserbriefe (314 wörter)
Vollends Mühe habe ich aber mit der SOK-Regel «heute abend» und «Dienstag morgen» (nicht «heute Abend» und «Dienstag Morgen»). Wie sollen diese Regeln das Lesen erleichtern? […] Mir scheint, eine etwas un­verkrampftere Einstellung und dazu eine gesunde Portion logischen Menschen­verstandes würde der Angelegenheit gut anstehen! Ich frage mich, ob die SOK nicht faktisch einfach eine weitere Variante zu den vielen bisherigen hinzufügt.
Cash Flau. Tages-Anzeiger, , s. 30, Wirtschaft
Vor Jahren nannte sie sich MIGROSBANK. Dann Migrosbank. Jetzt: Migros Bank - ein höchst innovativer Schritt, wenn auch in Missachtung der neuen Rechtschreibung. Fragt sich nur, wo das enden wird. mIGROs bANk?

18. 1. 2008

: Niedersachsen vor der Landtagswahl. Die Stimmung, die Lage, die Probleme. Deutschlandradio, sendung Länderreport, , 13:07 uhr
Was Wulff sich jedoch vor allem ans Revers heftet, ist, dass die Landesfinanzen wieder auf Kurs gebracht wurden. […] Aber es gab auch ein paar Pleiten. So zum Beispiel die klare Niederlage im Machtkampf mit Ferdinand Piech […]. Oder sein Vorstoß, die Länder-Kultusministerkonferenz abzuschaffen. Letztlich erreichte er nur, dass der Bürokratismus dieser Einrichtung etwas geschmälert wurde. Ferner misslang ihm auch der Versuch, die Rechtschreibreform zu kippen.

17. 1. 2008

: Schreib Doch mal wieder! Neu eröffnet: IL Postino. züritipp (Tages-Anzeiger), , s. 35
Jimmy’s Pizzeria im Hochschulquartier ist legendär. Und zwar nicht nur wegen der italienischen Teigfladen aus dem Holzkohleofen - sondern wegen der Speisekarten, die der Gastgeber mittags auflegt: In jeweils drei, vier Minuten tippt er das Menü, und da schleichen sich halt auch häufig mal Fehler ein. […] Bis zu vierzig orthografische Unkonzentriertheiten auf einer Seite sind keine Seltenheit; Gross- und Kleinschreibung mitberücksichtigt.

16. 1. 2008

: Sportliche Hombrechtiker. Tages-Anzeiger, RSE Rechtes Ufer, , s. 60, Aktuell
Bleibt die Mundartdichterin Amalie Halter-Zollinger. […] Halter lebte von 1892 bis 1988 […]. Bekannt wurde Amalie Halter mit Erzählungen am Radio und mit ihren Geschichten und Gedichten, die sie in verschiedenen Büchern veröffentlichte. […] Wichtig war ihr vor allem, die offizielle Dialekt-Rechtschreibung anzuwenden.

14. 1. 2008

: Kritischer Linguist. Dudenpreis für Peter Eisenberg. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 11, s. 32, Feuilleton (78 wörter)
Eisenberg gehörte zu den engagiertesten Kritikern der Rechtschreibreform und war maßgeblich am Kompromissvorschlag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung beteiligt.
: Straße, Kuss und Fuß. Rechtschreibung, Teil 3. Frankfurter Rundschau, , Wissen & Bildung (480 wörter)
Hat da jemand tatsächlich behauptet, es gäbe fortan kein Eszett mehr? Das wäre schade. Dann hätten wir nämlich nicht länger die Möglichkeit, den betonten kurzen Vokal (Selbstlaut) vor dem stimmlosen S grafisch vom langen Vokal zu unterscheiden. […] Die Schweiz und Liechtenstein kennen diese Unterscheidung schon seit den 30er Jahren nicht mehr. […] Die neue ss/ß-Regelung ist eine der wenigen, bei der es tatsächlich keine Ausnahmen gibt. Deshalb muss auch das "daß" jetzt als dass geschrieben werden.

9. 1. 2008

: Frischgebacken zielt voll daneben. Schaffhauser Nachrichten, , Region (269 wörter)
Sie taucht immer wieder in den Zeitungsspalten auf: die zwar gut gemeinte, jedoch völlig veraltete, mitunter sogar kompromittierende Floskel «frischgebacken», die man als vermeintlich schmückendes Beiwort nach erfolgter Reform der Rechtschreibreform auch bereits wieder zusammenschreiben darf.
: Kulturnotizen. Peter Eisenberg erhält Konrad-Duden-Preis. Neue Zürcher Zeitung, , 229. jg., nr. 6, s. 44, Feuilleton (53 wörter)
Als Mitglied im Rat für deutsche Rechtschreibung trug er massgeblich dazu bei, dass einige umstrittene Änderungen wieder zurückgenommen wurden.

8. 1. 2008

: Gemse oder Gämse? St. Galler Tagblatt, , nr. 5, s. 1 (106 wörter)
Die Rechtschreibreform hat zahlreiche Unsicherheiten geschaffen. «Sie erschwert das Lesen», stellt Peter Müller, Beauftragter für Rechtschreibung bei der Schweizerischen Depeschenagentur[,] fest.
: Schreiben für die Lesenden. St. Galler Tagblatt, , nr. 5, s. 2, Hintergrund (1205 wörter)
Die verunglückte Rechtschreibreform hat zahlreiche Probleme hinterlassen. Zwei sind für unsere Branche besonders gravierend: die Erschwerung des Lesens und die Vervielfachung der Varianten. Das ist ein fataler Ansatz in einer Zeit, in der das Lesen und die Zeitungen in der Defensive sind. Gefordert ist vielmehr, dem Leser den Zugang zu den Texten möglichst zu erleichtern. Das kann auf verschiedene Weise geschehen: durch einfach gebaute, kurze Sätze, durch Vermeiden unnötiger Fremdwörter, aber auch durch eine Rechtschreibung, die Bedeutungsunterschiede durch Unterscheidungsschreibung kennzeichnet.

Nein, bedeutungsunterschiede werden durch die sprache ausreichend ausgedrückt. Wir schreiben ja nicht nur, wir sprechen auch.

: Duden-Preis an Eisenberg. Mannheimer Morgen,
Er war Mitglied der zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung, welche die Umsetzung der Orthografiereform begleiten sollte, trat aus dieser aber aus Protest gegen die Haltung der Kultusminister wieder aus. Fortab machte Eisenberg als Gegner der Reform von sich reden. Im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, deren langjähriges Mitglied er ist, erarbeitete Eisenberg das Konzept einer alternativen Reform.
: Sprachwissenschaftler erhält Konrad-Duden-Preis. Netzeitung.de, , Feuilleton
Für seine Verdienste um die deutsche Grammatik erhält der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg den mit 12.500 Euro dotierten Konrad-Duden-Preis. […] Eisenberg war unter anderem als Kritiker der Rechtschreibreform bundesweit bekannt geworden. Als Mitglied im Rat für deutsche Rechtschreibung trug er maßgeblich dazu bei, dass einige umstrittene Änderungen wieder zurückgenommen wurden.
: Ein Forscher, der Spuren sichert. Wiener Zeitung, , Porträts
Wendelin Schmidt-Dengler, Germanist an der Universität Wien, wurde vom Klub der Bildung- und Wissenschaftsjournalisten zum Wissenschafter des Jahres 2007 gewählt. […] Die Rechtschreibreform interessiert Schmidt-Dengler nicht: "Da halte ich es mit Doderer: Der Duden ist das dümmste Buch, man soll es aber nicht abschaffen, weil es sofort durch ein dümmeres ersetzt würde." Einen gewissen Sprachwandel gebe es immer, ärgerlich seien Sprachschlampereien.

7. 1. 2008

: Die Sache mit dem Bindestrich. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 5, s. 48, Posteingang (342 wörter)
Zu einem Artikel über die Frankfurter Universität bildeten wir das IG-Farben-Haus ab, auf dem der Schriftzug "Johann Wolfgang Goethe-Universität" zu lesen ist. Ein Leser ärgert sich über die falsche Schreibweise. […] Ausgerechnet für eine Universität nicht gerade ein Ruhmesstück. […] Die Sache mit den korrekten Bindestrichen oder den unkorrekten Zusammenschreibungen hat sowieso für manche Diskussion auf unseren Konferenzen gesorgt: Was machen Sie, wenn ein Unternehmen sich plötzlich DaimlerChrysler nennt? […] Und sollen wir in der Zeitung Firmen oder Institutionen korrigieren, die sich selbst einen inkorrekten Namen geben? Der S.-Fischer-Verlag beispielsweise schreibt sich "S. Fischer Verlag".

5. 1. 2008

: Combox-Esperanto. Tages-Anzeiger, LSE Linkes Ufer und Sihltal, , s. 56, Die Letzte
Erwartungsvoll wähle ich die Nummer meiner Combox und lausche staunend den Worten oder besser gesagt Lauten […]. Libi Frau Frisch. Knecht wörden bitte so fruueendlich siin und üs Päket üf der Poscht anna holen? […] Was ist das? Schwedische Telefon-Aushilfen über die Festtage? […] Neudeutsch? EU-Norm? Öder müss ich jutzt mone Külümnen söö schrüüben, weil ich die neue Rechtschreibreform schon wieder verschlafen habe?

3. 1. 2008

: Rechtschreibung im Tagblatt. St. Galler Tagblatt,
Die Schweizerische Depeschenagentur, die NZZ und auch das Tagblatt stellen sich hinter die Hauptziele der SOK, nämlich das Lesen zu erleichtern sowie die allzu grosse Zahl der Varianten zu verringern […].

1. 2008

neu : Deutsch ohne Zukunft? Die deutsche Schrift (), , nr. 1, s. 10f.
Auch die ab 1998 vorgenommene Änderung der überlieferten deutschen Rechtschreibung, die mit Zustimmung der Europäischen Union erfolgte, hat zur Beeinträchtigung des Deut­schen als Fremdsprache beigetragen. Dieser Schaden und der Nutzen der Wörterbuch­verlage sind als Ergebnis der sog. Recht­schreibreform festzuhalten.