Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

nachgeführt 2017-10-25

Aus presse und internet

31. 3. 2007

: Der Retter des Genitivs. Das Magazin (Tages-Anzeiger), , nr. 13, s. 40
Der deutsche Sprachkritiker Bastian Sick erreicht ein Millionenpublikum. Nun kommt er für drei Auftritte in die Schweiz. […] Sicks Erfolg muss einerseits im Zusammenhang mit der hitzigen Debatte um die letzte Rechtschreibreform gesehen werden, die seit ihrer Einführung den ganzen deutschen Sprachraum in Aufwallung gebracht hat.
: "Wiederkommen ist schwieriger." Klaus Scherer: Von Sibirien nach Japan – und im Sommer nach Washington. Hamburger Abendblatt, , Kultur " Live
Scherer: […] Außerdem musste ich manches wieder ernst zu nehmen lernen. Ich hatte zuletzt über Armut auf den Philippinen oder in Nordkorea berichtet, wo es immer ums Ganze geht. Als ich hierherkam, waren die Feinheiten der Rechtschreibreform Aufmacher der Nachrichtensendungen. Ich dachte: Worüber reden die?

30. 3. 2007

: Tasken Sie auch multi? Basler Zeitung, , s. 3 (252 wörter)
Was haben wir einst gelacht über den Satz des unlängst verstorbenen Kabarettisten César Keiser: «Nai, Frolain, Sie verstöhn mi miss!» Dabei hat Keiser nur den Finger auf eine Stelle gelegt, an welcher die deutsche Sprache wirklich schwach, ja sogar ziemlich verletzlich ist: auf die Frage, wie man die zusammengesetzten Verben flektieren soll. […] Kein Mensch weiss das so genau, und die Rechtschreibreform hat da auch kein Quäntchen Klarheit gebracht.

Im gegenteil, man wusste ja nicht mehr, was ein wort ist. Aber man hat es eben auch vorher nicht gewusst.

: Die herrschende Schreibung ist schon recht. Die Südostschweiz, ausgaben Glarus und Gaster/See, , nr. 87, s. 2, Region (273 wörter)
Für die St. Galler Schülerinnen und Schüler sei die bereits praktizierte Anwendung der vorliegenden Schreibregeln «kein nennenswertes Problem». […] Es ist absehbar: Frau Nietlispach Jaeger wird sich an der nächsten Kantonsratssession von der Antwort unbefriedigt erklären. «Das Geschäft ist erledigt», wird daraufhin der Präsident mitteilen.

23. 3. 2007

: Bei der Freiwilligen Feuerwehr brennt es lichterloh. Experten warnen vor Regulierungswut. Merkur Online,
„Wir müssen den Leuten mehr Zeit lassen. Jedes Jahr eine neue Vorschrift? Das ist, als würden Sie jedes Jahr eine Rechtschreibreform durchboxen”, sagt Bullinger.

19. 3. 2007

: Spur führt in die Duden-Redaktion. die tageszeitung, , nr. 8229, s. 12, LeserInnenbrief (93 wörter)
Hauptindiz ist laut Beckstein, dass in einer Botschaft die Terroristen sogar die neue Rechtschreibreform richtig umgesetzt haben. Damit reduziert sich die Zielgruppe auf maximal eine Handvoll Menschen. Denn diejenigen Exoten, die die neue Rechtschreibreform wirklich richtig anwenden, sollten nicht schwer zu finden sein.

17. 3. 2007

: Auf Kriegsfuß mit der Rechtschreibung. Weil immer mehr Franzosen Orthografie-Probleme haben, bekommen Angestellte Nachhilfe. Mannheimer Morgen, , Aus aller Welt
Mit dem Französischen haben die Franzosen schwer zu kämpfen. Sieben von zehn halten ihre Muttersprache für "schwierig". "Die französische Rechtschreibung ist eine Art Religion. Man muss sie befolgen. Andernfalls ist das Sünde", überspitzte der Pariser Sprachwissenschaftler Bernard Cerquiglini schon vor Jahren den Stellenwert von Grammatik und Orthografie in einem Land, das Diktate tatsächlich als Volkssport betreibt. Dabei beklagen inzwischen längst nicht mehr nur die "grandes écoles" und Universitäten das sinkende Rechtschreibniveau. Auch in Unternehmen häufen sich die Klagen.

16. 3. 2007

: 25 Jahre ZS: Jubiläumsheft zu einem viel umstrittenen Thema: die deutsche Rechtschreibung. uni-protokolle.de, , Nachrichten
Die gut 1000 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft, dem zweitgrößten Verband von Sprachwissenschaftlern weltweit, konnten sich auf ihrer jüngsten Jahrestagung über ein besonderes Jubiläum freuen: Die von der Gesellschaft herausgegebene Zeitschrift für Sprachwissenschaft (ZS) wurde 25 Jahre alt, und gefeiert wird dies mit einem […] Extraheft. Die Extraausgabe bietet ein Themenheft von besonderer gesellschaftlicher Relevanz: "Orthographie und Sprachwissenschaft" widmet sich einem in Wissenschaft wie Öffentlichkeit viel diskutierten und fraglos umstrittenen Sujet - der deutschen Rechtschreibung.

Aber die grammatik (kongruenz) dämpft die freude.

10. 3. 2007

: Zank um 1968. Der Bund, , Der kleine Bund, s. 4
Die Figur Fischers eignete sich auch als Exempel des ehemaligen Revoluzzers, der an den Hebeln der Macht angekommen war nach dem «langen Marsch durch die Institutionen». Dieses Diktum des Studentenführers Rudi Dutschke wurde zur ironisch angehauchten Chiffre für die Karrieren der 68er-Generation. Der «Spiegel», Pulsfühler deutscher Befindlichkeit, schrieb im Jahr der rot-grünen Machtübernahme: «Im Gegensatz zur Steuer-, Renten- und Rechtschreibreform ist das Projekt ,Langer Marsch‘ eine Erfolgsstory. Die jungen Talente von damals sind zwar in die Jahre, dafür aber ans Ziel gekommen. […]»

8. 3. 2007

: Nicht optimalst. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 57, s. 8, Briefe an die Herausgeber
Gut, dass Sie einen Schlussstrich unter die leidige Debatte um die Rechtschreibreform gezogen haben. Nun können die Redakteure der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ihre Aufmerksamkeit vielleicht wieder verstärkt auf die richtige Bildung der Verbformen und des Genitivs sowie auf die korrekte Steigerung der Adjektive richten.

4. 3. 2007

: Franzosen runtermachen — das kommt an in Amerika. Und: Wie Eva-Maria Kieselbach die deutsche Sprache retten will. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 9, s. 9, Politik
Nachgefragt bei Eva-Maria Kieselbach, Vorstandsmitglied im Verein Deutsche Sprache, der sich dafür einsetzt, den Satz "Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch" in die Verfassung aufzunehmen. Ist das eine gute Idee, Frau Kieselbach - angesichts der schlechten Erfahrungen bei der Rechtschreibreform, als der Staat in die Sprachentwicklung eingriff? "Ja, das steht außer Frage" […] Die Verfassungsänderung sei außerdem einfacher zu bewerkstelligen als die Rechtschreibreform, "weil man da so viele einzelne Regeln festlegen musste".

3. 3. 2007

: Sprachmahner. Zum Tod des französischen Germanisten Jean-Marie Zemb. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 53, s. 39, Feuilleton (347 wörter)
Einem breiteren deutschsprachigen Publikum wurde er in den letzten Jahren durch seine pointiert-kritischen Stellungnahmen zur deutschen Rechtschreibreform bekannt, die auch in dieser Zeitung erschienen. Er wusste dabei linguistische und politische Argumente zu trennen.

28. 2. 2007

: Merker. Wir «zeitungen» im Februar. St. Galler Tagblatt,
Wie unterscheiden sich viel versprechende Künstler (Niki de Saint Phalles St. Galler Notiz, 6,23) von vielverspre­chenden Nachwuchs­politikern (Ewiges Taktieren in Rom, 23,3)? Doch nicht im Adjektiv; gemeint ist beidemale etwas wie «hoffnungsvoll», und in dieser Bedeutung schreibt man zusammen. Dass die Trennung etwas anderes ausdrückt, zeigt Eduard Engel, der über den Dichter August von Platen sagt: «Die Wieder­holung darf nicht blosser Klingklang sein, wie etwa in Platens viel versprechendem und wenig haltendem Gedichtanfang.» […] Hier und in anderen Fällen steht das Tagblatt noch halb im Trennungs-Bann der neuen Recht­schreibung.

26. 2. 2007

: Schreibschwach. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 48, s. 36, Feuilleton (165 wörter)
Die französischen Schüler stehen mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß. […] Sechzehnjährige schreiben heute so gut oder schlecht wie 1987 die Vierzehnjährigen.

24. 2. 2007

: Ein Moratorium des rechten Schreibens? Die Südostschweiz, ausgabe Glarus, , s. 2, Region (183 wörter)
Frau Kantonsrätin fordert ein Moratorium: «Zehn Jahre Experimente sind genug.» Das ganze Regelwerk müsse überarbeitet werden. Von einem bitteschön neu zusammengesetzten Rat für Rechtschreibung. Und für all dies möge «die St. Galler Regierung ihren Einfluss geltend machen».

21. 2. 2007

: 83 Tonnen Bücher als Müll. Die Universität Eichstätt vernichtet eine Klosterbibliothek. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 44, s. 35, Feuilleton
Der Stadtdechant von Neumarkt in der Oberpfalz war 1802 einer von vielen Ortsgeistlichen, denen die "Abwicklung" der säkularisierten Bettelordens-Bibliotheken anvertraut wurde. Die meisten Bücher der Neumarkter Kapuziner befand er als "wahrhaft schädlich" und zwar nicht nur wegen ihres "widersinnigen, abergläubischen und lächerlichen Inhalts, sondern auch wegen des schlechten Teutsches und fehlerhafter Orthographie". Sie sind wohl komplett in die Altpapierverwertung gegangen […].

20. 2. 2007

: Jean-Marie Zemb. Le Monde,
Esprit droit, compagnon chaleureux, maître accueillant, Jean-Marie Zemb fut aussi un esprit engagé au service de l'Europe, de la recherche scientifique (au CNRS par exemple), de l'écologie et des questions de défense, mais aussi, encore et toujours, de la langue allemande, dont il commenta avec verve mais avec une juste modération les rocambolesques épisodes qui accompagnèrent la réforme de son orthographe.

19. 2. 2007

: Ausnahmezustand im Teletubby-Land. Focus Online,
Über sieben Millionen Zuschauer lockte die ARD am Freitagabend mit „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ vor den Fernsehschirm. […] So kalauerte beispielsweise der so hoch gelobte Debütant Andy Ost zum Thema Rechtschreibreform, jeder sollte künftig doch „Schifffahrt mit so viel f schreiben, wie er gerade Zeit hat.“

14. 2. 2007

: "Das sind Momente für die Ewigkeit" Allgemeine Zeitung, Main-Rheiner,
Er ist der närrische Senkrechtstarter der Kampagne […]. Zum ersten Mal steht er in diesem Jahr auf den Bühnen der Mainzer Vereine - und wurde prompt für die Fernsehsitzung "Mainz bleibt Mainz" engagiert. Und fast scheint es so, als könnte Andy Ost all das, was in den vergangenen Wochen mit ihm und um ihn herum passiert ist, selbst noch nicht fassen. […] Gut 20 Mal ist er bislang in dieser Kampagne als "Promi-Reporter" mit Witzen über Udo Jürgens, Ikea oder die Rechtschreibreform aufgetreten […].

13. 2. 2007

: Kritisch beleuchtete Rechtskulturen. Eine Tagung in Hamburg über transatlantische Reibungsflächen. Neue Zürcher Zeitung, , 228. jg., nr. 36, s. 9, International
Amerika neigt zur Partizipation, Europa vertraut Eliten und Experten. Larsen erklärte, so etwas wie die deutsche Rechtschreibereform sei in Amerika - und Britannien - undenkbar.

stellungnahme

: Woher stammt der Begriff Tollpatsch? Rheinische Post, RP Online,
Als Tolpatz tritt das Wort 1698 erstmals im Deutschen auf, dann wurde ihm die Ähnlichkeit mit toll und Tölpel zum Verhängnis. Die Rechtschreibreform hat die falsche Schreibung Tollpatsch (statt korrekt Tolpatsch) legalisiert und zur einzig zulässigen Version erklärt. Den Gegnern dieser Reform gilt diese seither als eines der Paradebeispiele für ihre Fehlerhaftigkeit. Die Reformer verweisen zur Begründung ihrer Fehlentscheidung auf die so genannten Volks-Etymologien. Ihrer Ansicht nach haben sich irrtümliche Herleitungen eingebürgert, so dass nun falsche Schreibweisen zu folgen hätten. Wir halten derartige Begründungen jedoch für unsinnig, dass wir hier dem reformierten Regelwerk nicht folgen mögen. Es bleibt beim Tolpatsch.

2. 2007

: Konsequenz! — Konsequenz? Sprachspiegel, , 63. jg., nr. 1, s. 27, Rechtschreibung (560 wörter)
Ob allerdings die viel umstrittene offizielle Regelung vonnöten war und sich eine mehr oder weniger einheitliche Handhabung der Orthographie — aufgrund der herrschenden allgemeinen Vernetzung — nicht ohnehin einstellen würde, sei dahingestellt. […] Die Rechtschreibreform, die so mannigfaltige Diskussionen provoziert hat, könnte ja auch — gerade weil die verschiedenen Schreibweisen immer wieder in Frage (auch infrage) gestellt wurden — den Nutzen zeitigen, zu einer gewissen Lockerheit im Umgang mit der Orthographie zu führen […].
: Sprach-Jekami. Sprachspiegel, , 63. jg., nr. 1, s. 29, Sprachspiegelei (62 wörter)
Aufwendig wird gemäss der Reform zu aufwändig […]. Ob nun bei inwendig und auswendig […] das «ä» vergessen worden ist oder erst in einer nächsten Phase der deutschen Sprachkultur vorgenommen werden soll, bleibt abzuwarten.
: Weitgehendes Einlenken in Bezug auf die neue Rechtschreibung. Sprachspiegel, , 63. jg., nr. 1, s. 33, Chronik (243 wörter)
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», der «Spiegel» und die «Süddeutsche Zeitung», die der Rechtschreibreform bisher nicht gefolgt waren, werden nach den Änderungen durch den Rat für deutsche Rechtschreibung ihre Rechtschreibung zum 1. Januar 2007 den in den Schulen gebräuchlichen Schreibweisen, d.h. den Regeln der neuen Rechtschreibung, weitgehend anpassen.

27. 1. 2007

: Blödsinn. Die Welt,
Der Hahase stoltert lächelnd," schreibt René Gisler in seinem Wörterbuch "Der Enzyklop" (erschienen bei Edition diá). Der Hahase gehört laut Gisler zur Gattung "Moveus Ridiculantus", und Sie merken schon: Heute geht es um die neue deutsche Rechtschreibung, mithin also um blühenden Blödsinn. Da passt als Wein zum Buch ein Mosel-Riesling, der ganz einfach in Hochstimmung versetzt - der 2005er Trittenheimer Riesling Kabinett.

Worum geht es? Um wein, von dem man offenbar auch zu viel trinken kann.

25. 1. 2007

: Spät-stoiberscher Hau-ruck-Stil. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 21, s. 8, Briefe an die Herausgeber
Im Unterschied zu Hans Maier entzog sich Hans Zehetmair freilich der indirekten Rückzugsaufforderung wegen angeblich fehlender Dynamik seiner Arbeit und wirkte - von der Rechtschreibreform abgesehen - rund ein Jahrzehnt segensreich für die Künste und Wissenschaften in Bayern.

23. 1. 2007

: Komik, die entsetzt. Ganz ohne Duden: Jan Philipp Reemtsma liest Arno Schmidt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 19, s. 34, Feuilleton
Neben Schmidts Fähigkeiten der komischen Darstellung hebt der Interpret vor allem die spezifische poetische Technik hervor, wie sie in "Zettels Traum" kulminiert. Sie erreiche durch Freigabe der Orthographie und der Bindung an nur eine Sprache "ein Vielfaches an Sinn (und Unsinn)" und damit eine ganz eigene Schönheit der Darstellung, eine Visualität und zugleich "eine Klanglichkeit, die das Beschriebene, man könnte sagen: unter sich lässt".

18. 1. 2007

: Was Merkel von Hardenberg lernen kann. Warum tut sich die Politik mit Neuerungen so schwer; zu viele Interessengruppen kochen ihr eigenes Süppchen. Rheinischer Merkur, , nr. 3, s. 3, Politik
Denn Reform ist zum Unwort geworden, negativ besetzt durch Rechtschreib- oder Gesundheitsreform. […] Umso schlimmer, wenn der Begriff wie die Sache an Nutzloses verschwendet wird. Kein Politiker, nicht Kohl, nicht Schröder oder Merkel, hat dem Reformbegriff mehr geschadet als die Betreiber der Rechtschreibreform. Hier fand statt, was Reformgegner überall vermuten: das sinnlose, hochmütige Beseitigen von Bewährtem ohne Not, das Außerkraftsetzen des konservativen Grundsatzes: Wer verändern will, trägt die Beweislast.

Das leben in höhlen hat sich auch bewährt, und es ist nicht bewiesen, dass die umsiedelung in pfahlbauten usw. eine gute idee war.

15. 1. 2007

: Ehrenhaft. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 12, s. 7, Briefe an die Herausgeber (125 wörter)
Ich fürchte, dass unsere Sprache durch die Reform an Nuancierungsvermögen und damit an Ausdruckskraft verloren hat.

13. 1. 2007

: Rechtschreibung und Sprachempfinden. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 11, s. 19, Briefe an die Herausgeber (354 wörter)
Die F.A.Z. hätte allen Grund, weiter bei der alten Schreibweise zu bleiben, um Anstoß für weitere "Rückreformen" zu geben. Eine Verwirrung etwa nachwachsender Lesergenerationen, die in den Schulen zur Reformschreib­weise angehalten werden, ist meines Erachtens nicht zu befürchten. Auch eine Einheitlichkeit mit den Schreib­weisen anderer Zeitungen rechtfertigt eine Übernahme der neuen Recht­schreibung nicht.

10. 1. 2007

: Harburg: Gedanken über ein eigentlich altes, aber aktuelles Thema. Was die Bezirksverwaltungsreform bringt. Hamburger Abendblatt, , Harburg
Wenn es irgendwo im Staate hakt, beobachten die Politiker dies eine Weile (gelegentlich auch Jahre oder gar Jahrzehnte) und kündigen dann eine Reform an. Wenig später gibt es dann Ärger - entweder weil die heilige Kuh "Besitzstand­wahrung" zur Schlachtbank geführt wird, oder weil das, was letztlich im Reformeifer beschlossen wird, nicht mehr zu erklären ist (siehe: Gesundheits­reform). Oder weil das Gegenteil von dem erreicht wird, was erreicht werden sollte (siehe: Rechtschreib­reform).

5. 1. 2007

: Besser erlernbar. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 4, s. 9, Briefe an die Herausgeber (85 wörter)
Glückwunsch zur Einsicht […].

2. 1. 2007

neu : Keine Experimente. Das Jahr 1957. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 1, s. 7, Ereignisse und Gestalten (3075 wörter)
Merkwürdig, den Kalten Krieg und seine atem­beklemmende Frostigkeit noch einmal zu spüren - und sich ein halbes Jahr­hundert danach mit unter­mischtem Behagen seines Lebens in seinem Staat zu freuen, dem freiesten, der je auf diesem Boden wuchs, und dessen Probleme heute gesell­schaftlich benannt sind mit Rechtschreib­reform und Kopftuch­verbot und Nichtraucher­schutz und Ladenschluss­zeiten und Hartz IV und Migration.
: Enttäuschung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 1, s. 8, Briefe an die Herausgeber (111 wörter)
Nun auch Sie, die geschätzte F.A.Z. - ein letzter Fels in der Brandung gegen Schifffahrt und andere Weisheiten der sogenannten Rechtschreibreform […]. Und […] bitte verschonen Sie uns jedenfalls auch vor den dummen drei Konsonanten aus dem Wegfall der Drei-Konsonanten-Regel.
: Unverzeihlich. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 1, s. 8, Briefe an die Herausgeber (126 wörter)
Man verstehe durchaus, schreibt der Leser in seinem leicht resignierten und doch ermutigenden Brief, dass die F.A.Z. "sich nicht länger als einzige deutschsprachige Tageszeitung . . . gegen die von den Mächtigen hierzulande verordneten Rechtschreibveränderungen wehren mag". Doch genau das versteht man durchaus nicht.
: Argument. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 1, s. 8, Briefe an die Herausgeber (121 wörter)
Es war immer eine Freude, die bewährte Schreibweise in Ihrer Zeitung vorzufinden. Nicht zuletzt diente es mir als Argument, selbst die neuen Regeln nicht anzuwenden, da auch Deutschlands führende Tageszeitung sie nicht einsetzt.
: Egal. junge Welt, , s. 13, Feuilleton (98 wörter)
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, sieht rund fünf Monate nach der Verbindlichkeit der Rechtschreibreform »eine gewisse Resignation« in den Schulen. […] Die Resignation werde irgendwann »in Beliebigkeit« münden.

Und irgendwann geht die welt unter.