Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)


Aus presse und internet

31. 7. 2003

: Neue Rechtschreibung setzt sich nicht durch. Schweizer Radio DRS, www.drs.ch, sendung Rendez-Vous, (ca. 540 wörter)
Beim Unionsverlag machte man von anfang an bei der rechtschreibreform mit. […] Beim Ammann-verlag bleibt — wie bei den meisten verlagen — alles gleich. Lektorin Stephanie von Harrach zu den gründen: „Einerseits aus bequemlichkeit, anderseits, weil es uns das neue prinzip nicht eingeleuchtet hat; es schien nicht konsequent, nicht überlegt, nicht gewachsen; wie ein fremdkörper plötzlich dagestanden.“
Geteiltes Echo auf fünf Jahre deutsche Rechtschreib-Reform. swissinfo, (286 wörter)
Nach Auffassung der zwischenstaatlichen Kommission aus Vertretern der Bundesrepublik, Österreichs und der Schweiz stehe der endgültigen Einführung der Rechtschreibreform im August 2005 nichts im Wege. Die Forschungsgruppe Deutsche Sprache (Berlin) monierte dagegen, die deutsche Sprache habe die Reform nicht unbeschädigt überstanden. Anders als gedacht gebe es inzwischen mehr Fehler als vorher.
: Geküsst wird noch immer. Tages-Anzeiger, , s. 45, Kultur (428 wörter)
Jene Rechtschreibreform, die vor fünf Jahren in Kraft trat, ging behutsam vor, mit der Nagel-, nicht mit der Heckenschere, nach jahre-, nein jahrzehntelangem Streit war sie zum Reförmchen verkümmert. Dennoch taten etliche selbst ernannte Sprachschützer so, als ginge mit ein paar verordneten Gross- oder Auseinanderschreibungen die Welt unter, das Abendland oder wenigstens die deutsche Kultur. […] Die Schweizer, die ihre eigenen Probleme mit gesprochenem und geschriebenem Deutsch haben, sahen die Sache von Anfang an viel gelassener.
: Als der Alptraum zum Albtraum wurde. Ostsee-Zeitung, (392 wörter)
Gegner der Reform beklagen das orthographische Chaos. Das Regelwerk ist aber erst in zwei Jahren in Schulen und Behörden verbindlich. […] Tatsächlich gab es Veränderungen siehe „Spinnefeind“, aus dem wieder „spinnefeind“ wurde. Für Augst bedeutet dies aber nicht, dass die Reform zurückgenommen werden soll. So will die Kommission in ihrem nächsten Bericht vorschlagen, dass die Großschreibung von Adjektiven bei stehenden Begriffen wie Schwarzes Brett oder Rote Karte wieder zugelassen wird.

30. 7. 2003

: Dass mit Doppel-S setzt sich durch. Fünf Jahre nach Einführung hat sich neue Rechtschreibung etabliert. Ostthüringer Zeitung, , Saalfeld
Die OTZ übrigens wendet die neue Schreibweise seit ihrer Einführung an — wie 96 Prozent aller deutschen Tageszeitungen. Fazit: Allen anfänglichen Kontroversen zum Trotz hat sich die neue Rechtschreibung weitgehend etabliert.

28. 7. 2003

Die Erfinder sind sich noch immer nicht sicher. Die Presse, , Kultur
Seit fünf Jahren ist die Schreibreform in Schulen und Ämtern in Kraft. Noch immer plädieren Experten für eine Nachbesserung. […] Fünf Jahre nach in Kraft treten der Reform herrscht bei Verlagen und Medien weiterhin ein chaotisches Durcheinander. "Daß" und "dass" finden sich ebenso wie "Känguruh" und "Känguru" — das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse Agentur.

27. 7. 2003

: Rechtschreibregeln fünf Jahre nach der Reform für 46 Prozent unklar. Yahoo-Nachrichten, (79 wörter)
Laut einer polis-Umfrage im Auftrag der dpa halten 46 Prozent der Deutschen sie für unverständlich. Ein Ärgernis ist die neue Rechtschreibung für die Mehrheit der Deutschen dennoch nicht.
: Leserbrief zu "Dass" versus "daß": Fünf Jahre Rechtschreibreform, 26.07.2003. www.diepresse.at, (58 wörter)
Im übrigen ist die Behauptung interessierter Kreise, die Leser würden es überhaupt nicht bemerken, ob ein Buch in alter oder in neuer Schreibweise gedruckt ist, eine Unverschämtheit gegenüber den Lesern.

Eine unverschämtheit gegenüber Theodor Ickler und seinen leser-alleinvertretungsanspruch.

26. 7. 2003

: Vom Nordkap zurück. Betrachtungen zum Wochenende. Dill-Post, , Haiger & Umland
Im Vorbeifahren lassen sich manche norwegischen Namen und Hinweisschilder leicht entschlüsseln. Laksakvarium ist auf Deutsch Lachsaquarium, und wir hätten das Wort in dieser Schreibweise in unsere Rechtschreibreform übernehmen sollen.
: "Dass" versus "daß": Fünf Jahre Rechtschreibreform. Die Presse, , Kultur (340 wörter)
Die Wogen über die Reform haben sich gelegt. Von einer einheitlichen Schreibweise ist man aber noch weit entfernt. […] Dennoch hält der Direktor des Instituts für deutsche Sprache in Mannheim, Ludwig Eichinger, die Reform für gelungen. Er plädiert aber für Nachbesserungen. […] Aus der Sicht der Duden-Redaktion in Mannheim habe sich die Aufregung gelegt, sagte Redaktionsleiter Matthias Wermke. […] Den Lesern falle in der Regel nicht auf, ob die alte oder neue Rechtschreibung angewendet werde, meinte Uta Niederstrasser, Sprecherin bei Eichborn.

23. 7. 2003

: Eifriger Missionar zur Rettung der Sprache. Heilbronner Stimme, , Kultur
Der als Rechtschreibrebell bekannt gewordene Deutschlehrer Friedrich Denk hat zum fünften Jahrestag der deutschen Rechtschreibreform am 1. August einen Rückbau der "Reformruine" gefordert.
: Wirr. Für den Rückbau der "Reformruine". Neue Osnabrücker Zeitung, , Feuilleton
Denn wo sollen Schüler zur Zeit das "richtige" Deutsch schreiben lernen, wenn selbst in Büchern zur Zeit ständig alles geändert wird? Also lieber noch einmal eine kleine Nachreform, bevor unsere doch eigentlich schöne Sprache im Kauderwelsch versinkt.
: „Daß ist ein Buch, dass mir gefällt.“ Weser-Kurier, , Kultur
„Auch Schüler schreiben jetzt gegen jede Regel „weg gehen“, „zurück kommen“ oder strikt nach der Regel „sehr Zeit raubend“, „das Aufsehen Erregendste“, sagte Denk. Und nach wie vor gebe es die neuartigen Fehler bei der s-Schreibung: „draussen' oder „daß ist ein Buch, dass mir gefällt.“

14. 7. 2003

: Ungeliebtes Regelwerk. Heute vor fünf Jahren erklärte das Bundesverfassungsgericht die Rechtschreibreform für rechtmäßig — der Streit jedoch geht weiter. Berliner Morgenpost, , nr. 189, s. 9, Kultur
Es herrsche nur noch Verwirrung […]. Denk will nach wie vor eine "Reform der Reform". […] Erst vor wenigen Monaten schlug die Akademie für Sprache und Dichtung erneut vor, einige Problemfälle nachzubessern. Der als Buch publizierte "Kompromiß­vorschlag" — natürlich mit scharfem ß — enthält neben einer umfang­reichen Begründung auch eine Liste mit rund 1000 strittigen Wörtern.

Natürlich? Es herrscht wirklich verwirrung.

: "Den Unsinn ändern." Rechtschreibung: Der Lehrer Friedrich Denk fordert: Nehmt die gröbsten Fehler der Reform zurück. Hamburger Abendblatt, , Kultur/Medien
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist für Denk "ein glattes Fehlurteil", das nicht nachvollziehbar, sondern nur politisch erklärbar sei. Seit dem Richterspruch hat sich Denk nicht mit den Regeln anfreunden können. Besonders stört den Deutschlehrer die "von oben aufgezwungene Zwangsmaßnahme".

Der gezwungene zwang zwingt zur annahme, dass hier zwangsvorstellungen vorliegen.

: "Das war doch nur ein Reförmchen." Vor fünf Jahren machte Justitia den Weg frei; Schulen haben sich an neue Schreibweise gewöhnt, glücklich sind sie aber nicht. Neue Ruhr/Rhein Zeitung, , Emmerich
Für die Grundschüler oder die Jugendlichen der Unterstufe ist das mittlerweile eh eine Selbstverständlichkeit, sie kennen nichts anderes. Aber auch die meisten anderen Schüler, wie der Eltener Thorsten Krüger (18) […], empfinden die neue Rechtschreibung nicht mehr als Problem: "Es war zwar Quatsch umzulernen, aber mittlerweile hat man sich daran gewöhnt." […] Skeptisch steht Joachim Joosten, Schulleiter des Willibrord-Gymnasiums, der Reform gegenüber: "Es war ja nur ein Reförmchen, eine Aktion, die man sich hätte sparen können. […]"

11. 7. 2003

: "Akzente, die meine Zeit überdauern." Minister Hans Zehetmair blickt auf eine 17jährige Amtszeit zurück. Bayerische Staatszeitung und Bayerischer Staatsanzeiger, , s. 13, Kultur (2212 wörter)
Es gab auch Niederlagen und Fehlentscheidungen, und die ärgste und schmerzhafteste war die widerwillig gegebene Zustimmung zur Rechtschreibreform. Zehetmair ist viel zu sprachbewußt, um sie gutheißen zu können, sah aber angesichts massiven Druckes keine Chance, sie zu verhindern. Immerhin war er es, der im letzten Augenblick noch entscheidende Verbesserungen durchdrückte […]. Daß unter den Reformauswüchsen, die Zehetmair verhinderte, auch die Kleinschreibung des "Heiligen Vaters" war, hat mit katholischer Glaubenstreue nicht das geringste zu tun; die Großschreibung ist ein zwingendes Gebot der sprachlichen Logik. Welches Chaos die Rechtschreibreform in der Getrennt- bzw. Zusammenschreibung anrichten würde […], konnte Zehetmair 1995 ebenso wenig voraussehen wie irgend jemand sonst. Die Reformer selbst hatten eingeräumt, daß die genauen Auswirkungen der neuen Regelkonstruktion sich erst bei der Erarbeitung der neuen Wörterbücher herausstellen würden, und die lagen erst im Spätsommer 1996 vor. Noch einmal hat Zehetmair erwogen, das Ganze zu kippen, aber er glaubte […] nicht recht, daß er es "im Kreuz" hätte, das durchzustehen. Das war wohl sein Irrtum; Zehetmair hätte es "im Kreuz" gehabt. Heute sagt er unumwunden: "Wir hätten die Rechtschreibreform nicht machen dürfen." Sprache sei ein dynamischer Prozeß, und niemals dürfe die Politik sich anmaßen, hier mit Dekreten einzugreifen.

Sprache ist dynamisch, aber die rechtschreibung ist statisch — vor allem wegen der schule, wo so oder so eine dekretschreibung gelehrt wird. Hier liegt der irrtum von Krieger und jetzt auch Zehetmair.

9. 7. 2003

: Inspektionsfahrt zur Tonne 47/63. Ostsee-Zeitung,
Am Schiffsrumpf des Tonnenlegers „BUK“ steht noch „Schiffahrts-Polizei“. Hier ist die neue Rechtschreibung noch nicht angelangt.
: Eis Kunst Laufen oder lieber eiskunstlaufen? Die Rechtschreibreform im Alltag einer Sekretärin: Heike Beichert ärgert sich über Kann-Bestimmungen. Wiesbadener Kurier, Main-Rheiner,
Dass sie die Neue lernen muss(te), wie eine Schülerin in der Primarstufe Eins, erklärt Heike Beichert mit ihrer Abneigung gegen die Veränderung. "Ich hätte sie nicht eingeführt." […] Allerdings sieht sie heute nach anfänglicher Aufgeregtheit klarer — und versöhnlicher. […] Anfreunden wird sie sich wohl nie mit der neuen Schreibweise. "Aber nach und nach bricht der Widerstand."

4. 7. 2003

Ausruhen an der Fundstelle. Neue Ruhr/Rhein Zeitung, , Hilden
Ursprünglich hieß das Tal Hundsklipp oder das Gesteins. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es in Erinnerung an Joachim Neander "Neanderthal" genannt — mit der Rechtschreibreform 1904 wurde das "h" aus dem Namen getilgt.
: Emoticons – Gefühl in drei Zeichen. Die Buchstabenökonomie treibt seltsame Blüten – SMS-Sprache wissenschaftlich betrachtet. newsclick.de (Braunschweiger Zeitung),
SMS: Kürzer, schneller, besser – so lautet offensichtlich das Motto der neuen Sprachökonomie. […] Doch das wohl schockierendste Phänomen der SMS-Sprache ist die sogenannte "Versprechsprachlichung" der Sprache, was nicht nur den Vertretern der alten Rechtschreibung einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Dabei handelt es sich um die direkte Übernahme der Aussprache in die Schreibung.

3. 7. 2003

: Der Traum des Ingenieurs. Kulturgeschichte. Der Tagesspiegel, , Kultur
Angesichts der unübersehbaren Fülle der Literatur zum Bauhaus erstaunt, dass es noch weiße Flecken geben sollte. Einen und noch dazu bemerkenswert großen hat jetzt Walter Scheiffele ausgefüllt. In seiner Studie „bauhaus junkers sozialdemokratie. ein kraftfeld der moderne“ (ja, alles in gewöhnungsbedürftiger Kleinschreibung!) untersucht er den politischen und wirtschaftlichen Bezugsrahmen, in dem das Bauhaus nach Dessau kam, reüssierte und nach wenigen Jahren von der politischen Rechten auch wieder zerstört wurde (form + zweck verlag, Berlin 2003. 304 S. m. 170 Abb., kt. 39 €).

30. 6. 2003

: "Sag mir, wo die Blumen sind." Goetheschule feiert Jubiläum mit großem Schulfest/Jahrbuch als Knüller. Lampertheimer Zeitung, Main-Rheiner,
Von Flower-Power bis zur Euroeinführung präsentierten die Grundschulklassen mit ihren Lehrkräften die letzten fünf Jahrzehnte der Goetheschule. […] Im letzten Jahrzehnt kam dann die Rechtschreibreform, an die Klasse 1d erinnerte[…].

26. 6. 2003

: Zürich im Aufstand gegen Bundesbern. Neue Zürcher Zeitung, , 224. jg., nr. 145, s. 35, Zürich und Region
[…] Versal-I, das als Trennzeichen zwischen weiblichen und männlichen Berufsbezeichnungen zwischenzeitlich in Mode gewesen ist. In einem Postulat forderte die SVP, in der Stadtverwaltung solle für die Durchsetzung der Duden-Regeln gesorgt und besagte Form ausgemerzt werden. […] Trotz ihrem Scheitern ist der SVP aus sprachlicher Warte Recht zu geben: Die Zwitterform ist hässlich und inkorrekt — namentlich in Formen wie «GemeinderätInnen», die den männlichen Plural verschlucken. Wem neben der Gleichberechtigung auch die Sprache am Herzen liegt, dem stehen andere Wege zur Wahl.
: Beschädigtes Deutsch. Abrechnung mit der Rechtschreibreform. Neue Zürcher Zeitung, , 224. jg., nr. 145, s. 52, Feuilleton
[…] Herausgabe eines handlichen, schön gedruckten und fadengehefteten Bändchens, welches einen traurigen Befund im Titel trägt: «Deutsch. Eine Sprache wird beschädigt». […] Der Band ist entschieden einseitig und verzeichnet nicht ein einziges stichhaltiges Argument zugunsten der Reform. Unterhaltsam ist er übrigens auch, wie ja die Anhänger der herkömmlichen Orthographie im Reformstreit meist die begabteren Polemiker und besseren Schriftsteller auf ihrer Seite haben. […] Dass nur in einer Rückkehr zur alten Orthographie das Heil liege, ist für alle Beiträger des Buches unstrittig.

25. 6. 2003

: WasSollDas? Rudi Assauers private Rechtschreibreform AufSchalke. Hamburger Abendblatt, , Sport
Auf Schalke haben sie einen Manager namens Rudi Assauer, […] der ein neues Stadion, nein: eine Arena schuf […]. Und als Rudi Assauer sein Werk betrachtete und sah, dass es gut war, gab er der Arena den Namen AufSchalke — ohne Leerzeichen und mit einem großen S mitten im Wort. Seitdem streiten sich Leser und Redakteure, ob man ihm bei dieser manieristischen Schreibweise folgen müsse, und fragen: WasSollDennDas? Haben sie auf Schalke jetzt auch noch die Rechtschreibung außer Kraft gesetzt?

16. 6. 2003

: Poesie, »Paddy« und Performance. Harry Rowohlt liest und erzählt / Jazz vom »Dieter Greifenberg und Ali Claudi Quartett«. Siegener Zeitung,
Ein kurzes Gedicht vorzutragen dauert bei Rowohlt recht lange. Denn ständig fällt ihm zu einem Stichwort oder Namen oder auch Satzzeichen etwas ein. So parliert er über die Verwandtschaft, exkursiert in verschiedene Länder und Städte […] und lästert über Handytelefonieren in der U-Bahn und die Rechtschreibreform (»Orthographie und Interpunktion waren immer meine einzigen Tugenden«).

5. 6. 2003

: Schöner sterben in China. Opulentes Kung-Fu-Nationalepos: "Hero". Märkische Allgemeine, , Kultur
19 verschiedene Arten, das Wort "Schwert" zu schreiben, gebe es, so berichtet Nameless dem König. "Das ist unpraktisch", entgegnet der trocken. Wenn er das Weltreich geschaffen habe, werde es nur noch eine Version geben. Willkommen in der chinesischen Rechtschreibreform.
: Finnisch statt Ferien und Freistunde. »die daktiker« hielten rund 75 Lehrern in Bad Laasphe den Spiegel und den Alltag vor. Siegener Zeitung, , Wittgenstein
Doch wenn es es um das echte Zauberwort mit »f« geht, dann fallen den Lehrern des Städtischen Adolphinums – so heißt das virtuelle Institut der Kabarettisten – ganz andere Begriffe als Finnland ein: Freistunde für Volker Müller-Liebenstreit, Ferien für Hilde Lengowski und für Karl-Eduard Krick: Forruhestand. Na gut Vorruhestand – so weit geht dann die ungeliebte Rechtschreibreform doch Gott sein Dank nicht.

Dafür verdient Gott den dank nicht.

: Botschaft auf den zweiten Blick. Transparent zum Jahr der Bibel enthält Zitate. Süddeutsche Zeitung, Landkreisausgabe Dachau, , s. R3, Dachau
„Das JA der Bibel“ prangt in großen Lettern am Glockenturm der katholischen Pfarrkirche Heilig Kreuz an der Sudetenlandstraße. Schreibfehler oder schon wieder eine neue Rechtschreibreform, mag sich mancher beim flüchtigen Blick auf das violette Transparent fragen.
: Die Sanktionen der ÖGB-13. Salzburger Nachrichten, , Seite 3
Reformen haben es so an sich, dass sie vor ihrem Beschluss zumeist noch entschärft und abgefedert werden. Eine Abfederung der besonderen Art erfuhr die große Rechtschreibreform 1901 im Deutschen Reich. Konrad Duden schaffte damals das H in Thür und Thor ab, musste aber auf allerhöchsten Wunsch eine wesentliche Einschränkung vornehmen: Kaiser Wilhelm II. verbat es sich energisch, künftig bloß auf einem Tron zu sitzen.

6. 2003

: Sekt passt nicht in Pappe. Zwei Vorschläge zur Rettung der Rechtschreibung. Schweizer Monatshefte, , 83. jg., nr. 6/7, s. 62, Kultur (559 wörter)
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung sieht die Lösung in einem Kompromiss. […] Denkt man an Eisenbergs frühere Urteile über das Regelwerk, nämlich dass es sprachwissenschaftlich auf den Müll gehöre und dass aus der Geschichte des Deutschen kein vergleichbarer Angriff auf das Sprachsystem bekannt sei, so verwundert das Einlenken. […] Den besseren und billigeren Vorschlag bringt Reiner Kunze im Bändlein «Deutsch. Eine Sprache wird beschädigt». Er empfiehlt, die Reformschreibung als «vorübergehend gleichberechtigt» zu werten, vom nächstmöglichen Zeitpunkt an aber ganz, nicht nur in Teilen, auf sie zu verzichten.

«Rettung der Rechtschreibung» — vom erhabenen zum lächerlichen ist nur ein schritt.

31. 5. 2003

: Wider die Vetokratie. Stuttgarter Nachrichten, , 58. jg., nr. 124, s. 2, Politik, Leitartikel
Führung braucht in einer Demokratie Mehrheiten. […] Das Einspruchsrecht, schlimmstenfalls die Vetokratie, führt dazu, dass der Einzelne Entscheidungen für die Allgemeinheit wenn schon nicht verhindern, aber doch verzögern kann. So begründete sich der Widerstand gegen das Kruzifix-Urteil, gegen den Transrapid, gegen die Rechtschreibreform, gegen den Ladenschluss und gegen den Regierungsumzug nach Berlin.

30. 5. 2003

: Dramatischer Eintopf. Neues Deutschland,
»Unter Niewo« ist nicht etwa der Vorschlag für eine neue Rechtschreibreform, das ist der Titel eines wirklich unmöglichen Programms von fünf Schauspielern, die sich nicht scheuen, »alle deutschen Dramen an einem Abend« ideenreich zu verhackstücken.

27. 5. 2003

: Die guten Dinge. Sprachpreis für Christian Meier. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , Nr. 122, S. 33, Feuilleton
Der Münchner Historiker wird für seine engagierten Äußerungen zur Bildungspolitik und zur Rechtschreibreform ausgezeichnet.

24. 5. 2003

: Souveräner Wort-Verschwender. Wolfgang Schlüters Anthologie englischer Dichtung. Neue Zürcher Zeitung, , nr. 119, s. 75f, Literatur und Kunst
Die altertümliche Orthographie seiner Übersetzungen verleiht den Gedichten zudem ein passendes Kolorit. Strahlt ein «Crystall» nicht heller, «blizt» die Sonne nicht zackiger hervor, erscheint ein «Hauffen» nicht massiger?
: Kuschelwahlkampf mit Koalitionslotto. Beim Urnengang am Sonntag fürchten Bremer Sozialdemokraten wegen der Debatte um die Agenda 2010 Verluste. Frankfurter Rundschau, , Deutschland
"Wer Scherf will, muß CDU wählen", steht in alter Rechtschreibung auf einer Postkarte. Satire? Fälschung? Nein, echte CDU-Werbung zur morgigen Bürgerschaftswahl.
: Ein Reförmchen setzt sich durch. Prof. Nerius: Letztendlich entscheidet das Volk über die neue Rechtschreibung. Ostsee-Zeitung,
Auch wenn so mancher es still gehofft hat, zurückgedreht wird die Rechtschreibreform nicht. Da ist sich Prof. Dieter Nerius sicher. […] Man sollte nicht immer nur auf die Sprachwissenschaftler einprügeln. Die Politiker haben den Vorschlag der Linguisten verändert. […] Man muss also den vielgliedrigen Entstehungsprozess berücksichtigen, der zwangsläufig zu Kompromissen geführt hat. Insgesamt ist die Reform aber viel besser, als das meist in der Öffentlichkeit dargestellt wird. […] Natürlich hätte ich gern mehr gehabt. Aber auch die jetzigen Veränderungen sind besser als die alte Regelung, denn sie vereinfachen die Rechtschreibung für Lernende, reduzieren die Ausnahmen und korrigieren Unzweckmäßigkeiten aus der letzten Festschreibung der Orthografie von 1901.

22. 5. 2003

: Meier geehrt. Hamburger Abendblatt, , Medien (51 wörter)
Der Fachmann für Alte Geschichte äußerte sich u. a. engagiert zur Bildungspolitik nach Pisa und zur Rechtschreibreform.
: Zeitloser Ausflug in Zwischenwelt. "Cigarren Derst" lädt zur "Lampertheimer Cigar-Night" ins "Deutsche Haus". Lampertheimer Zeitung, Main-Rheiner,
"Spargel, Cigarren und Wein" lautete das Motto der Veranstaltung. Und selbst die archaische Schreibweise […] lässt etwas von der Zeitlosigkeit der "Cigarre" erahnen. Fernab der Rechtschreibreform, gepflegt non-konformistisch die Diskussion um eine höhere Tabaksteuer ignorierend, hatte Peter Derst schon im Vorfeld bekräftigt: "Das Rauchen einer Cigarre wird auch weiterhin zu den unschuldigen Vergnügen unseres Alltags gehören."
: Höchstdotierter deutscher Sprachpreis geht an Christian Meier. Märkische Oderzeitung, , Kultur
Der Wissenschaftler, der als Althistoriker und Publizist große öffentliche Wirkung erzielte und sich auch zu Fragen wie Bildungspolitik und Rechtschreibreform äußerte, habe angeregt, Neuerungen kritisch zu begegnen.

21. 5. 2003

: Höchstdotierter deutscher Sprachpreis geht an Christian Meier. Frankenpost, , Kultur
Christian Meier setzt sich für die deutsche Sprache ein: So hatte er im Streit um die Rechtschreibreform die umgehende Rückkehr zu den alten Regeln der Rechtschreibung gefordert.

20. 5. 2003

: Friedrich Faber ist neuer Ganovenschreck. Neuer Chef startet pünktlich zum 50-Jährigen der Staatsanwaltschaft Moers und plant als Erstes eine Jubiläumsfeier. Neue Ruhr/Rhein Zeitung, , Moers
Und dabei sahen die Moerser noch schlechteren Zeiten entgegen. "Mit Rücksicht darauf, dass in dem Raum Moers weitere tausende Menschen angesiedelt werden, muß vielmehr mit einem weiteren Anwachsen der Geschäftszahlen […] gerechnet werden." Prophetische Worte, lange vor der Rechtschreibreform.
: Rechtschreibung am PC erlernbar. Doktorandin untersuchte Programme. Weser-Kurier, , Bremen
Immer mehr Schüler und Schülerinnen „brüten“ alleine über ihren Hausaufgaben. […] Probleme gibt es dabei mit der deutschen Rechtschreibung — trotz der Rechtschreibreform. […] In Ihrer empirischen Untersuchung hat Elin-Birgit Berndt eine 8. Klasse bei der Arbeit mit Rechtschreib-Programmen und der „ABC-Prüfung“-Software in einem Schulhalbjahr beobachtet. Dabei hat sie festgestellt, dass die Rechtschreib-Programme im Deutschunterricht die Fähigkeiten von Schülern stärkt.

18. 5. 2003

: Majo. Landeszeitung für die Lüneburger Heide, , Stadt und Landkreis Lüneburg
Der staatlich verordnete "Neuschrieb", auch Rechtschreibreform genannt, verfolgt den Orthografie-Fetischisten auf Schritt und Tritt. […] Jüngst stand er im Supermarkt, um auch Jogurt und Majonäse einzukaufen. Da war es ihm ein Trost, dass sich auch diverse Lebensmittelhersteller der neuen Schreibweise standhaft verweigern.

17. 5. 2003

: «Gar nicht so kontrovers.» Fragen an Peter Gallmann, Mitglied der zwischenstaatlichen Kommission für die Rechtschreibung. St. Galler Tagblatt, , nr. 114, s. 30, Kultur
Die Getrennt- und Zusammenschreibung ist als Ganzes gar nicht so kontrovers, wie manche in bewusster Übertreibung behaupten. Im Grunde geht es nur um die Wortart Adjektiv, genauer um Verbindungen, in denen Adjektive (und Partizipien) auftreten. […] Natürlich prüft die Kommission solche Kritiken ernsthaft. Wir wissen allerdings auch von der letzten staatlichen Neuregelung, 1901, dass sich unter den Schriftstellern immer einige finden, die jegliche Abkehr vom Vertrauten ablehnen. Nach 1901 brauchte es zwanzig Jahre, bis sich Änderungen wie Rat (statt Rath) oder Kasse (statt Casse) auch in der Belletristik durchgesetzt haben. Das gilt auch für die Aufgabe differenzierender Schreibungen im Laufe des 19. Jahrhunderts, denen heute niemand mehr nachtrauert, zum Beispiel sein (Pronomen) gegen seyn (Verb).
: «Fehlerhaftes Produkt.» Die Rechtschreibreform als Flickwerk. St. Galler Tagblatt, , nr. 114, s. 30, Kultur
Es wurde und wird also unter politischem und wirtschaftlichem Druck wider bessere wissenschaftliche Einsicht ein fehlerhaftes Produkt verbreitet. Ähnlich widersprüchlich verhält sich die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, die die Neuregelung ursprünglich ganz ablehnte, jetzt ihren Kompromiss jedoch damit begründet, dass es undenkbar sei, zum «Status quo ante» zurückzukehren. […] Die Schule steht vor der unlösbaren Aufgabe, etwas zu vermitteln, was wegen seiner Fehlerhaftigkeit in dauernder Veränderung begriffen ist. […] Die Lehrkräfte müssen an ganz disparaten Orten zusammensuchen, was im Moment gilt. Der «Wahrig» […] bietet im Hauptteil den Wortschatz nach den neuen Regeln, im einleitenden Kommentar aber vertritt der […] Linguist Peter Eisenberg seinen reformkritischen Standpunkt […]. Ein Lehrmittel, das sich dermassen selber widerspricht, ist eine neuartige Erscheinung und ein Symbol für den Zwiespalt, in den man die Schule manövriert hat.

Wenn man an ganz disparaten orten zusammensucht, findet man immer unterschiedliches, vor allem, wenn man ein vorwort eines in allen lagern umstrittenen linguisten in einem nichtlehrmittel dazunimmt. Die welt war vorher nicht so heil, auch nicht die ortografische duden-, Mackensen- usw.-welt. Das weiss man allerdings nur, wenn man sich auch vor 2000 dafür interessiert hat. Auch wenn es für einen lateinlehrer nicht leicht zu verstehen ist: Die welt ist da und dort widersprüchlich und man kann sie nicht anhalten, weder für die schule noch für einzelne poeten.

15. 5. 2003

: 2300 Kiel – Erinnern Sie sich noch? Zehn Jahre fünfstellige Postleitzahlen. Kieler Nachrichten, , Kiel
Heute haben wir die Rechtschreibreform, den Euro – und die alten Zahlen längst vergessen. […] "Wir sind doch alle Gewohnheitstiere", erklärt sich Eva Ittner (43) die damalige Aufregung.

13. 5. 2003

: Kapitulation vor den Machthabern. Süddeutsche Zeitung, , s. 32, Leserbriefe (665 wörter)
In der Überschrift zum Beitrag Christian Meiers spiegelt sich das ganze Elend, das unsere Sprache in Gestalt der Rechtschreibreform heimgesucht hat, eindringlich wider: Die „zweitbeste Lösung“ muss nach Gutdünken immerhin des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für das „hohe Kulturgut“ der einheitlichen Rechtschreibung gut genug sein!
: Schluss bei der Schlussszene (I). Süddeutsche Zeitung, , s. 32, Leserbriefe (322 wörter)
Inzwischen weiß doch niemand mehr, wie „man“ irgendwas schreibt. […] Die Texte des akademischen Nachwuchses […] sind in vielen Fällen schlicht einer Kulturnation unwürdig, und das liegt nicht nur an den Studenten (von denen übrigens viele der Ansicht sind, die Rechtschreibreform habe in der Abschaffung des ß bestanden).
: Schluss bei der Schlussszene (II). Süddeutsche Zeitung, , s. 32, Leserbriefe (187 wörter)
Warum sollte die deutsche Sprachgemeinschaft die bewährte traditionelle Rechtschreibung gegen eine „Schreibung zweiter Wahl“ eintauschen, nur weil einige Kulturpolitiker nicht die Größe haben, einzugestehen, „dass die von ihnen propagierte Rechtschreibreform sich als grandiose Fehlleistung erwiesen hat, als ein Produkt, das nach dem nahezu einhelligen Urteil von Sprachwissenschaftlern und Schriftstellern missraten ist und mittlerweile zu einem Chaos in Schule und Gesellschaft geführt hat.
: Das Alte wieder einführen. Süddeutsche Zeitung, , s. 32, Leserbriefe (366 wörter)
Warum hält Meier im Namen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ein Plädoyer für die – auch seiner Meinung nach – nur zweitbeste Lösung? Um eine neue Kostenlawine zu vermeiden, erklärt die Akademie. Eine Rückkehr zur bisherigen Orthografie würde aber bei weitem weniger als eine Reform der Reform kosten. […] Für die Schule schlagen wir von der Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V. folgende kostenneutrale Lösung vor: eine zehnjährige Übergangsfrist, in der Neuschreibungen nicht als Fehler gewertet werden, und einen ohnehin notwendigen Austausch der Schulbücher, wenn sie beschädigt sind – anschließend vollständige Wiedereinführung der von allen Deutschsprechenden akzeptierten bisherigen Rechtschreibung.

10. 5. 2003

: S. eltsame Juso. Frankfurter Rundschau, , s. 46, Hochtaunus
[…] streicht nämlich unser Chef aus unseren Manuskripten beharrlich jenes "s", das den Plural signalisieren soll, vom Ende des Kurzworts. Tatsächlich sind viele SPD-Junioren nur Jungsozialisten, nicht Jungsozialistens. So wie viele Pkw viele Personenwagen sind, Pkws. Und viele Automobile nur viele Auto — oder doch nicht? Deutsch bleibt seltsam, auch nach der Rechtschreibreform, und wir bleiben bei den Autos.

8. 5. 2003

: Bis die polierten Protzen blitzen. Gerhard Seyfried liest aus „Herero“, seinem Buch über den Stammesaufstand von 1904. Süddeutsche Zeitung, SZ-Extra, , s. 9
„Herero“ folgt den Regeln der Rechtschreibreform von 1903, weshalb „Windhoek“ „Windhuk“ heißt (heute heißt es wieder „Windhoek“).

7. 5. 2003

: Unterhaltsame Zeitgeist-Kritik. Wendelin Haverkamp liest in Geilenkirchen aus "Parmesanides". Aachener Nachrichten, Erkelenzer Nachrichten,
Sein neues Buch besteht aus einer Sammlung von Satiren aus den letzten Jahren […]. Hinzu kommen "ungehaltene Ansprachen" an Gäste eines eingebildeten Neujahrs­empfangs, an überengagierte Fachleute für Recht­schreibung oder an Mitglieder eines hungrigen Europa­parlaments.
"Kultur beginnt in den Familien." Darmstädter Echo, , Kultur
Findet die Akademie die öffentliche Auf­merksamkeit, die sie verdient? Reichert: Das hängt von den Themen ab. An der Debatte um die Rechtschreib­reform war die Öffentlichkeit sehr interessiert, die Publikation, die wir dazu vorgelegt haben, wurde mit Einwänden und Zu­stimmungen aufgenommen.

5. 5. 2003

: Reformfreudiger Redner. Guido Westerwelle beim Kurpfälzer Frühschoppen. Rheinpfalz, , Mannheim
Süffisant wies Westerwelle im Festzelt dann auch darauf hin, dass Dinge sich änderten und ändern müssten. […] Deutschland war vielmehr sein Thema, für dessen Bürger er weniger Bürokratie und vor allem niedrigere Steuern forderte. Vor diesem Hintergrund geißelte er die Rechtschreib­reform als unnötig, aber kosten­intensiv.

4. 5. 2003

: Schöne Formulationen. Neue Ruhr/Rhein Zeitung, , Rheinberg
Herbert Knebels Affentheater setzte das FZX-Festzelt voll unter Strom. […] Herrlich gemein: das Thema deutsche Recht­schreibung und Grammatik (wann schreibt man "datt mit scharfem s?"), über das der Trainer mit seinen Kickern in der Pause philosophiert. Merke: "Trenne nie dat s von dat t. Dat tut se weh."

2. 5. 2003

: Als das Denken regenbogenbunt wurde. Der Tagesspiegel, , Kultur
Jung, modern und anspruchsvoll wirkt die edition suhrkamp noch immer mit der Kleinschreibung des Reihentitels, dem asketischen Einband ohne Bild, nur mit Text auf zarten Linien und dem Spektrum der sich jährlich wiederholenden 48 Regenbogenfarben.
: Rucksack, Roller, Rikscha und Bügelverschluss ... — Rote Liste. Thüringische Landeszeitung, , Kultur
Das Kinder- und Hausmärchen erfährt eine Renaissance, doch die alte deutsche Rechtschreibung soll abgeschafft worden sein. Für immer? In vielen Buchverlagen wie auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird sie weiterhin gepflegt. Und auch ich verfasse - die Zeitungskollegen mögen es mir nachsehen - meine Bücher nach bewährter Schreibweise: Das Betttuch mit drei t gehört zerschnitten, es lebe die Schiffahrt mit zwei f!