Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

nachgeführt 27. 6. 2012

Aus presse und internet

31. 5. 2001

: Andreas Pfeil: Ein Mann für's 25. Jahrhundert. Schwäbische Zeitung, (), Lokales, Ulm
Der Szene-Wirt, Musiker und Organisationsplaner des Internationalen Donaufests beantwortet heute den SZ-Fragebogen. […] Und welche Lektüre würden Sie ihrem Lieblingsfeind mit auf die Insel geben? — Die neue deutsche Rechtschreibung.

29. 5. 2001

: Brockhaus Verlag in die roten Zahlen gerutscht. Personalabbau über die bisherigen Pläne hinaus. Stuttgarter Nachrichten, , Wirtschaft
Wiedervereinigung und Rechtschreibreform hatten Brockhaus in der Mitte der 90er Jahre Spitzenerlöse beschert.

28. 5. 2001

: Seiffen: Stengel bei den Kurtisanen — Ein Naseweis mit Genitiv. Schriftsteller, Conférencier und Journalist in einem: Am Sonntag stattete Hansgeorg Stengel dem Spielzeugdorf einen Besuch ab. Freie Presse, , Erzgebirge
Das Känguru wird nach der neuen deutschen Rechtschreibung ohne H geschrieben. Ihm sei das egal. Ein H brauche ein Känguru auch nicht. Hauptsache es habe einen Beutel. Logisch für einen wie Stengel, dass es sich bei der Rechtschreibreform nur um ein ABM-Projekt gehandelt haben kann.

26. 5. 2001

: Rechtschreibreform: Stopp durch Boykott? Sprachwissenschaftler und Verleger stellen „schleichenden Rückbau“ der neuen Regeln fest. Münchner Merkur,
„Aktuellen Umfragen nach bewerten über 90 Prozent aller bayerischen Lehrer die Reform positiv“, gibt Ministeriumssprecherin Claudia Piatzer an. „Da gibt es für uns keinen Anlass, einige der neuen Regeln zurücknehmen zu wollen.“ Eher im Gegenteil: „Viele Pädagogen sprachen sich sogar dafür aus, die Reform auszubauen.“   Dass es dazu kommen wird, glaubt Professor Ickler nicht: „Im Gegenteil. Man wird einige der neuen Regeln zurücknehmen“, versichert er.

25. 5. 2001

: Duden-Verlag gerät operativ in die Verlustzone. Investitionen in neue Programmfelder / Personalabbau wird fortgesetzt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. 22, Unternehmen
Die Turbulenzen um die deutsche Rechtschreibung hätten das Programm des Duden-Verlags nicht mehr negativ beeinflußt.

23. 5. 2001

: Blockzeiten: Handeln, nicht «prüfen». Schaffhauser Nachrichten, , 139. jg., nr. 118, s. 2, Meinungen, leserbriefe
Persönlich finde ich Blockzeiten am nötigsten, dringendsten — vor Frühenglisch, Spätfranzösisch und der Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung.

22. 5. 2001

: Über der Grasnarbe. Mit neuem Chefredakteur sucht die "Woche" einen Weg aus der Krise — noch ohne klares Ziel. Berliner Zeitung, , Medien
Die "Woche" ist Bissingers Erfindung. Der Journalist […] steht für das journalistische Konzept der "modernen Wochenzeitung" (Untertitel), die als erste in Deutschland die neue Rechtschreibung einführte und Geldbeträge konsequent in Euro auswies.

21. 5. 2001

: Hoberg gegen Sprachgesetz. Symposium im Darmstädter Lichtenberg-Haus. Darmstädter Echo, , Südhessen aktuell
„Oft behaupten sich Vorurteile gegen besseres Wissen. So sind sich die meisten Kritiker der Rechtschreibreform ihrer eigenen Ignoranz gar nicht bewusst.“
: "Rechtschreibung wird angenommen." Stuttgarter Zeitung, , Kultur
"Anfangs gab es bei vielen Lesern von Zeitungen und Zeitschriften doch einigen Widerstand. Davon ist inzwischen weniger zu spüren", sagte der Vorsitzende der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung, Gerhard Augst, in Eupen.

20. 5. 2001

: Radikalreform. www.rechtschreibreform.com/Perlen/KraftBank/KraftBank.pl?SunMay2006:21:58PDT2001,
Wenn man vereinfachen möchte, wäre es da nicht viel sinnvoller, das v einfach rausfallen zu lassen und jeweils durch f oder w zu ersetzen? […] zugunsten der Anforderungen sprachraumweiter Einheitlichkeit und gleichzeitiger Einfachheit würde ich die Vokallängenmarkierung im Schriftbild, die auch jetzt schon inkonsequent ist, gleich weglassen […]. So eine Reform würde aber als einzige wirklich das bringen, was auch die gegenwärtige versprach, jedoch aufgrund ihres Inhalts schlicht nicht leisten kann.

19. 5. 2001

: Pioniere und Zahnbürsten. Club für Führungsfragen: Trisa zu Gast. Schaffhauser Nachrichten, , 139. jg., nr. 115, s. 27, Region
Die Firma Trisa existiert seit 1887 und besteht, wie es Firmenchef Ernst Pfenniger (ein konsequenter Anhänger der Kleinschreibung) selbst beschreibt, aus einer «mannschaft von pionieren». Gemeint sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche die Firma gemeinsam zur Blüte gebracht haben.

18. 5. 2001

: Deckungsgrad wird kleiner. Oberbayerisches Volksblatt, (), Lokales Wasserburg
Die Frage, ob die Anschaffung von 50 neuen Duden für die Schule sinnvoll gewesen sei, beantwortete Konrektor Max Dietrich. Man habe damit die größeren Klassen im Zuge der Rechtschreibreform ausgestattet. Auf jeder Bank solle ein Duden sein.

17. 5. 2001

: Wenn der Kirchenvorstand nur noch Vegetarier konfirmieren will. "Erstes Allgemeines Babenhäuser Pfarrer(!)Kabarett" gibt sich beim Auftritt in der Wicherngemeinde gar nicht salbungsvoll. Frankfurter Rundschau, , Stadtteile Frankfurt
Am Stand "Rent a pastor" gibt es nämlich bereits alles, was das Gemeindeherz begehrt. Mit Umtauschrecht. Das Mercedes-S-Klasse-Modell zum Beispiel ist ein Mittfünfziger "mit Schmiss bei den Frauen". Er ist Weinkenner, liebt Theater sowie Bildende Kunst und wettert gegen den allgemeinen Sittenverfall wie auch die Rechtschreibreform. Sein Preis: 580 Mark am Tag.

16. 5. 2001

: Hoberg hört auf – und macht weiter. Sprach-Symposium zu Ehren des Germanisten in Darmstadt. Darmstädter Echo,
Hoberg bleibt außerdem Vorsitzender der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden und ist weiterhin eines der sechs deutschen Mitglieder der Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung.

12. 5. 2001

: New Speech. Berliner Format. Frankfurter Rundschau, , Berlin-Seite
Word. Dieses Wort darf in Berlin nur noch mit t geschrieben werden. Das ist keine Regionalvariante der Rechtschreibreform.
: VHS Heilbronn erhöht ihre Gebühren. Bilanz 2000: Große Resonanz auf Wein-Villa-Führungen, China-Schwerpunkt und Vorleseabende. Heilbronner Stimme,
120 Prozent mehr Teilnehmer im Bereich Sprachen zum Beispiel — das hat die VHS der Rechtschreibreform zu verdanken.

11. 5. 2001

: Zu viel Show, zu wenig Debatte. Der Bund, , nr. 109, Wissenschaft
Etliche Bürgerinnen und Bürger sind gekommen und haben sich vom ersten Schweizer Wissenschaftsfest, dem Festival Science et Cité, umwerben lassen. […] Die Themen eines Orientierungslaufs durch die Stadt sind von Nichtwissenschaftlern bestimmt worden und waren denn auch mehr auf Diskussion denn auf Faszination ausgerichtet: «Neue Rechtschreibung», «Der Weg des Patienten», «Interkulturalität» usw.

9. 5. 2001

: Kronzeuge Thomas Mann. Tagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Stuttgarter Zeitung, , Kultur
Vielleicht werden die Grauköpfe erst recht kämpferisch, wenn sie statt solcher "innerästhetischen Fragestellung" Politik treiben, die Rechtschreibreform steht nur zu bald, spätestens auf der Herbsttagung, wieder auf der Tagungsliste. Man plant ein Wörterverzeichnis, das strittige Worte und Wortgruppen im Sinne der Akademie richtig geschrieben enthält.

8. 5. 2001

: Der Deutsche Bücher Preis. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Kulturwahrer. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, , nr. 37, leserbrief
Auch nach der Recht Schreib Reform, deren Regelungen mich schon zu manchem Kopf schütteln (na, gemerkt?) bewegt haben, sollte dennoch ausgerechnet der Börsen Verein darauf achten, einem Deutschen Bücher Preis einen Namen zu geben, der eingängig, aber grammatikalisch korrekt ist.

Die verbreitete tendenz, substantivkomposita getrennt zu schreiben, hat nichts mit der neuregelung zu tun. Schon lange kennt man es etwa von verlagsnamen: «Leibniz Verlag».

7. 5. 2001

: Sprache und Musik in zerrissener Einheit. Die Frühjahrstagung der deutschen Akademie. Neue Zürcher Zeitung, , nr. 104, s. 30, Feuilleton
Da besinnt sich die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung nach den kulturpolitisch verwickelten Einlassungen der letzten Jahre auf ein innerästhetisches Thema, und das Publikum besucht ihre Frühjahrstagung so zahlreich wie lange nicht mehr. Sollte sie also künftig davon ablassen, über die (aus ihrer Sicht verfehlte) Rechtschreibreform oder die Anglizismenflut zu debattieren, und sich nur noch mit Veranstaltungen wie dieser jüngsten, betitelt «Musik zur Sprache gebracht — Sprache zur Musik gebracht», zu Wort melden? Die Frage ist müssig, denn die Akademie will in der Rechtschreibe- und Sprachpolitik mit eigenen Konzepten aktiv bleiben […].
: Lesen kann fast jeder, Noten lesen nicht. Darmstädter Echo,
Es ist üblich, dass bei Veranstaltungen wie der Frühjahrstagung begleitende Pressekonferenzen stattfinden. Das war auch hier nicht anders, die Pressekonferenz dümpelte bei mäßigem Interesse der Teilnehmer vor sich hin – bis das elektrisierende Wort „Rechtschreibreform“ fiel. Christian Meier, der Präsident der Akademie, redete sich bei diesem Thema erneut regelrecht in Rage. Die Reform sei erstens zutiefst undemokratisch und zum zweiten stümperhaft, in weitgehender Unkenntnis der deutschen Sprachgesetzlichkeiten zusammengeschustert worden. „Das wird sich auf die Dauer nicht durchsetzen“, sagte Meier, für Unternehmungen wie diese verunglückte Reform halte die deutsche Sprache einen wunderbar plastischen Ausdruck bereit: „Quatsch!“
: Thomas Manns rhythmische Bedürfnisse. Die Welt, , Feuilleton
Von heiligem Zorn erfüllt, nannte Meier die Kultus­minister wieder einmal stur, unzugänglich und feige; einige hätten ihm signalisiert, auf seiner Seite zu stehen, dürften dies aber nicht öffentlich zugeben. Dass die Reform — weitgehend an- oder wenigstens hin­genommen — mit Sicherheit scheitern wird, wie Meier proklamiert: Wer will das ernsthaft glauben (oder gar wünschen)?

6. 5. 2001

: Rechtschreib-Konventikel BVR. rechtschreibreform.com (rechtschreibreform.com/Perlen/KraftBank/KraftBank.pl?SunMay605:41:59PDT2001, nicht mehr aktiv), , Kommentar
Rolf Landolt versieht seine verdienst­volle Presse­schau gelegentlich mit spitzen Bemerkungen gegen die Kritiker der Rechtschreib­reform.

5. 5. 2001

: Ehrung für Berliner Autoren. Friedrich Dieckmann erhält den Merck-Preis, Horst Bredekamp den Freud-Preis. Berliner Zeitung, , Feuilleton
Für die Berliner Zeitung schrieb er im Vorjahr die kritische Auseinander­setzung der Rechtschreib­reform "Umgang mit einem Staats­streich. Das Rechtschreib­kuddelmuddel — woher es kommt und wohin es führt.".
"Eine intelligente Veranstaltung." Was andere Medien zum taz-kongress sagen. die tageszeitung, , nr. 6438, s. 12, Dokumentation
Berliner Zeitung: […] Während die meisten taz-Gründer heute in bürgerlichen Medien meinungs­bildend tätig sind und sich schon mit einer Reform der Rechtschreibung schwer tun, erneuern sich die taz-MacherInnen bei Billiglöhnen permanent im Geist der besten Journalisten­schule Deutschlands. […] Sabine Vogel.

1. 5. 2001

: Fast alles nur halb so schlimm. Kabarettduo "Stöcker und Gery". Main-Post, , Stadt Schweinfurt
Doch Gery ist ein gekonnter Blödler und zeigt auch ansonsten durchaus komisches Talent, etwa wenn er einen holländischen "Vax-Zusteller" (Thema: Rechtschreib­reform) mit eher Schweizer Akzent spielt.

5. 2001

neu Der Fragebogen. Kurt Reumann. Forschung & Lehre, , nr. 5, s. 284
Wann empfinden Sie Ohnmacht? [Reumann:] Wenn ich Tagungen der Kultusminister­konferenz beiwohne, zum Beispiel denen über die Rechtschreib­reform und denen über die Behandlung Deutschlands im Unterricht.