Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2013-5-9

Wer ist wer in der reformdiskussion? Institutionen, zitate, anmerkungen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

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erscheinungsweise

täglich, montag bis samstag

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910'000 leser (AWA 2005)

ausgaben

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Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

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gründung

1. 11. 1949


besitzverhältnisse

Verlagsgruppe Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH

weltanschauliche
ausrichtung

konservativ

profil

Die F.A.Z. ist eine unabhängige Tageszeitung und weist eine Besonderheit auf: Nicht ein einzelner, ein Chef­redakteur, bestimmt die Linie der Zeitung, sondern ein Gremium von fünf Herausgebern, die nach dem Kollegialitäts­prinzip zusammenarbeiten.


Zitate

Thomas Steinfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 8. 1999
Noch unvernünftiger, als es diese Reform schon ist, wäre der Versuch, das Alte um jeden Preis bewahren zu wollen und das Nebeneinander von mehreren Rechtschreibungen zu forcieren. Die Niederlage der Vernunft ist da, das Durcheinander ist groß, und der Groll macht es nicht besser. Vom heutigen Tag an wird diese Zeitung nach den Regeln der neuen Rechtschreibung redigiert.
Borghild Niemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. 7. 2000, Briefe an die Herausgeber
Warum eigentlich hat die F.A.Z. jahrelang kritische Artikel veröffentlicht, um dann mit fadenscheinigen Gründen umzufallen?
Kurt Reumann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. 7. 2000
Schluß damit: Die Reform stiftet nur Verwirrung. […] Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" wird vom 1. August an zur alten Rechtschreibung zurückkehren. […] Die neue Rechtschreibung rettet die Einheitlichkeit nicht, vielmehr zerstört sie sie.
Stuttgarter Nachrichten, 28. 7. 2000
Man durfte das erwarten. Die Zeitung, die dafür bekannt ist, dass sie zwar kluge, aber keineswegs dem schwankenden Zeitgeist verfallene Leser anspricht, verbannt die neue Rechtschreibung aus ihren Spalten. […] Wer sich der Reform freiwillig angeschlossen hat, darf auch jederzeit aussteigen. Doch wohin führt ein Schritt zurück? Ein Jahr nach Übernahme der neuen Regeln durch die Zeitungsverleger wäre die allgemeine Verwirrung komplett, wollte man das Rad der Reform zurückdrehen, gar die neue Rechtschreibung an den Schulen in Frage stellen.
Eckhard Henscheid, Die Zeit, 3. 8. 2000
Zeitung für Deutschland — wenn je der stolze Blattuntertitel Sinn gezeigt und -zeugt hat, dann an jenem Tag.
Erich Böhme, Berliner Zeitung, 5. 8. 2000
"Schluß damit" fordert die Frankfurter Allgemeine […]. Spaltenlang gratulieren ihr Deutschlands Schriftsteller "herzlich" zu dem mutigen Schritt […]. Ich bin für diesen Quatsch so wenig zu haben wie für den Quatsch, den uns die Kultusminister […] eingebrockt haben. Wer aber hat die Damen und Herren Laureaten gezwungen, sich den neuen Sprachregeln zu unterwerfen, wer die FAZ, den Unfug mitzumachen. […] Die Regeln waren offenbar so einfältig wie der Aufstand der Frankfurter Allgemeinen dagegen. […] Nicht alles was Minister anordnen ist sacrosankt - schon gar nicht das, was Kultusminister beschließen. Und schon gar nicht, was die FAZ urbi et orbi kundtut.
Alexander Barti, Junge Freiheit, 11. 8. 2000
Wie weit die geistige Umnachtung vorgedrungen ist, wird der aufmerksame FAZ-Leser in der Ausgabe vom 5. August bemerkt haben: Dort prangt auf Seite 7 eine ganzseitige, farbige Anzeige des Duden Verlages, in der "das umfassende Standardwerk auf Grundlage der neuen amtlichen Regeln – jetzt noch benutzer­freundlicher" angepriesen wird. Wenn man diesen Akt der völlig fehlgeleiteten Werbung in die politische Landschaft projiziert, käme das einer ganzseitigen Anzeige der NPD in der tageszeitung gleich.
Jürgen Pöschel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 8. 2004, Briefe an die Herausgeber
Ich finde es bedauerlich, daß sich die F.A.Z., die sich doch als Zeitung für ganz Deutschland versteht, in derart einseitiger Weise der Agitation gegen die Rechtschreibreform verschreibt. Es fällt auf, daß manche Argumente gegen die Rechtschreibreform mit um so größerer Emphase vorgebracht werden, je schwächer sie sind.
Wolfgang Sauer, Die Welt, 24. 8. 2000
Der Glaubenskrieg um die rechte Orthografie ist wieder aufgeflammt. Das schwerste Geschütz hat die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aufgefahren, indem sie seit dem 1. August zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt ist und sich für diese Maßnahme byzantinistisch feiern ließ.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. 2. 2006, s. 1
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung begrüßt die Vorschläge des Rates für deutsche Rechtschreibung, sofern sie die bisherige Rechtschreibung wiederherstellen.
Hans Maier, Reiner Kunze, Ralph Giordano, Hans Krieger, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. 3. 2006
Mit ihrer Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung im August 2000 hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung ganz erheblich dazu beigetragen, daß eine Revision der mißratenen Rechtschreibreform möglich wurde. Der Gewinn dieses beispielhaften Engagements darf jetzt nicht durch einen voreiligen Kompromiß verspielt werden. […] Das Eintreten der F.A.Z. für die bewährte Schreibung zeugte von Sprachbewußtsein und bildungspolitischer Verantwortung. Wir bitten die Herausgeber der F.A.Z mit aller Dringlichkeit, sich in diesem vorblildlichen Engagement für die Sprachkultur nicht irremachen zu lassen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 12. 2006, s. 1
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wird ihre Rechtschreibung vom 1. Januar 2007 an den in den Schulen gebräuchlichen Schreibweisen weitgehend anpassen. Die Redaktion wird dabei nach Möglichkeit die wieder zugelassenen Schreibweisen der bewährten Rechtschreibung verwenden.
Angela Stachels, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. 1. 2007, Briefe an die Herausgeber
[…] etwas klein(laut) wurde der Wechsel zur neuen Rechtschreibung ja angekündigt, aber das ist nach dem großen Protestgeschrei menschlich nur verständlich. Ebenso, dass die große F.A.Z. wie ein kleines Kind ein bisschen recht behalten will […].