Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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nachgeführt 20. 7. 2014

Fundsachen: komma

Hilfreiche Bücher mit vielen Übungsaufgaben und -fragen, [kein komma] findet ihr in unserem Onlineshop.
neu www.facebook.com/Duden, 2. 5. 2014.
Die Syrerin hat Dutzende von Jugendlichen davor bewahrt, der Faszination des Salafismus zu erliegen, [kein komma] und in den Krieg zu ziehen.
neu www.facebook.com/nzz (Neue Zürcher Zeitung), 29. 4. 2014.
Als Plus zum Abo, [kein komma] schenken wir Ihnen MobilBonus-Gutscheine
neu Mobilbonus (SBB), www.mobilbonus.ch, mail, 16. 4. 2014
Und die Menschen ganz anders geredet haben, [kein komma bei vergleichenden konjunktionen] als der Lehrer im Unterricht?
neu blog.supertext.ch/2013/10/deutsche-sprache-schwere-sprache-jetzt-nicht-mehr, 1. 10. 2013.
Die einst unzertrennlichen, später zerstrittenen Schulfreunde, [kein komma] treffen sich nach 20 Jahren wieder.
neu Dresdner Morgenpost, 9. 8. 2013
Für weitere Informationen, [kein komma] lies bitte die Entwickler[-]Dokumentation.
neu twitter.com, 3. 2013.
Ins Steakhouse geht man auch nicht alle Tage, wie zum Italiener um die Ecke.
Blick am Abend (Zürich), 11. 3. 2011, s. 29

Wenn das komma korrekt ist, bedeutet der satz: «Auch ins Steakhouse geht man auch nicht alle Tage, so wie man auch nicht alle Tage zum Italiener geht.» Gemeint ist aber: «Ins Steakhouse geht man – anders als zum Italiener – nicht alle Tage.» Das komma entscheidet also über die bedeutung, aber den schreiber kümmert’s nicht, und wir leser verstehen es auch so.

Die Überprüfung der Rechtschreibreform erfolgt früher, als ursprünglich geplant.

Kölner Stadt-Anzeiger 7. 10. 2000

Hier wäre die kommasetzung zu überprüfen.

"Wenn keine essentielleren Probleme vorhanden sind macht man sich irgendwelche" zeigt sich Sonderegger entrüstet über die seiner Meinung nach völlige Fehlinvestition in den Druck neuer Schulbücher. […] Dr. Peter Spöttl, seines Zeichens Chef der Notärzte am Landeskrankenhaus Feldkirch schert sich wenig um die neuen Regeln, auch er schreibt seine Privatbriefe nach wie vor so, wie er es in seiner Schulzeit gelernt hat und hatte damit noch nie Probleme.

mb: Manche haben noch immer Mühe. Vorarlberger Nachrichten, 15. 7. 2000

"Wenn keine essentielleren Probleme vorhanden sind, (1) macht man sich irgendwelche", (2) zeigt sich Sonderegger entrüstet über die seiner Meinung nach völlige Fehlinvestition in den Druck neuer Schulbücher. […] Dr. Peter Spöttl, seines Zeichens Chef der Notärzte am Landeskrankenhaus Feldkirch, (3) schert sich wenig um die neuen Regeln, auch er schreibt seine Privatbriefe nach wie vor so, wie er es in seiner Schulzeit gelernt hat, (4) und hatte damit noch nie Probleme.

4 probleme sind hier zu sehen. Manche haben noch immer mühe — aber worauf bezieht sich das «noch immer»? Auf die alte oder die neue rechtschreibung?

Komma nach umstandsbestimmung

Die Autorin und Mutter eines zweijährigen Blondschopfs, [kein komma] verhiess ein Interview, wie wir «wohl noch keines erlebt» hätten.
neu Schweizer Monat, schweizermonat.ch, newsletter, 28. 3. 2014
Bei genauerem Hinschauen, [kein komma] fallen zwei Dinge auf.
neu www.facebook.com/20min, 3. 3. 2014.
Trotz der großen Präsenz des Englischen im Internet, [kein komma] finden sich dort viele Gruppierungen und Seiten, die zum Erhalt von aussterbenden Sprachen betragen.
neu www.facebook.com/pages/Verein-Deutsche-Sprache-eV/114191431989096 (Verein Deutsche Sprache e.V., D-44227 Dortmund), 17. 2. 2014.
Durch die Begegnung mit einer Schauspielerin, [kein komma] lernt er[,] was Liebe und Freundschaft bedeuten und warum es sich lohnt, dafür zu überleben. — er findet es merkwürdig, dass woanders Leute Tiere im Haus halten[,] und wundert sich über Maschinen, die Geld auswerfen...
neu Orell Füssli Thalia AG, CH-8036 Zürich, books.ch, newsletter, 22. 5. 2013
Beim Kauf eines Acer oder Toshiba Notebooks, [kein komma] erhalten Sie das Office 365 gratis dazu!
neu Dipl. Ing. Fust, aktionen@fust.ch, 22. 4. 2013
Nach dem grossen Erfolg von "Die Nase" in der vergangenen Spielzeit, [kein komma] dürfen Sie sich erneut auf Musiktheater von Schostakowitsch freuen.
neu www.facebook.com/opernhauszuerich (opernhaus Zürich), 3. 4. 2013.
Neben Vorträgen und Diskussionen, [kein komma] werden die Teilnehmer auch Workshops besuchen können, die darauf abzielen[,] notwendige soft skills zu erlernen, um effektivere Leader und Aktivisten zu werden. Darüber hinaus, [kein komma] werden die Teilnehmer die Möglichkeit haben, im Verlaufe des Tages und am Abend bei der European Students For Liberty Party, [kein komma] Freundschaften zu knüpfen und Netzwerke zu bilden.
neu www.libinst.ch (Liberales Institut, Zürich), 1. 11. 2012.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge, [kein komma] wird Peer Steinbrück Kanzlerkandidat der deutschen SPD.
neu www.facebook.com/schweizermonat (Schweizer Monat), 28. 9. 2012.
Im Gegensatz zu einem »materiellen« Gästebuch, stehen hier . . .
www.literaturcafe.de, gästebuch, 9. 2000.

Paariges komma

Prüfen Sie, worauf Sie sich einlassen können[,] und besprechen Sie alles mit der Familie.
20 Minuten (Zürich), 20. 5. 2014.
Sie fragen aber nicht danach, was diese Irrglauben in ihnen entstehen ließ[,] und merken auch nicht, dass in der Zwischenzeit längst moderne Irrtümer den Platz beanspruchen, um die alten nahtlos zu ersetzen.
neu www.freiwilligfrei.info/archives/5786, 5. 4. 2014.
Helfen Sie uns, für die Wahlen 2015 besser gerüstet zu sein[,] und nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit, um die Fragen auszufüllen.
neu www.addressix.com (meinungsforschung im auftrag der FDP.Die Liberalen), 28. 3. 2014.
Wir neigen dazu, heutige Preise mit früheren zu vergleichen[,] und vergessen die Inflation.
neu www.avenir-suisse.ch/36285/ist-wohnen-in-der-schweiz-wirklich-so-teuer (think-tank), 21. 3. 2014.
Uli Schmid berichtet, was er sieht[,] und analysiert die Lage.
neu www.facebook.com/nzz (Neue Zürcher Zeitung), 22. 2. 2014.
Er wusste nicht, dass das möglich ist[,] und liegt damit nicht ganz falsch
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. 12. 2013, s. R1.
Ich freue mich, Sie auch im neuen Jahr bedienen zu dürfen[,] und wünsche Ihnen weiterhin viel Vergnügen bei der täglichen Lektüre.
verträger der Neuen Zürcher Zeitung, handzettel, 12. 2013.
Die Befähigung, Kampfaufgaben zu erfüllen[,] steht im Zentrum.
Neue Zürcher Zeitung, 19. 11. 2013, s. 6.
„Wir machen kein Marketing, wir machen, was uns gefällt[,] und gehen davon aus, es gefällt auch Ihnen.“
Hotel Olten, CH-4600 Olten, 16. 11. 2013.
Wir setzen alles daran, dass die Plattform so schnell wie möglich wieder aufrufbar ist[,] und bitten um Ihr Verständnis.
neu www.xing.com, 30. 10. 2013.
Zeigen Sie ruhig einmal, was Sie haben[,] und geniessen Sie die Reaktionen, die Sie erhalten.
Tagblatt der Stadt Zürich, 30. 10. 2013, s. 64.
Die Netzkünstler haben sieben Bücher darauf reduziert, was die Leser markiert haben[,] und bieten diese im Online-Selbstverlag an.
neu www.facebook.com/srfkultur (schweizer radio, 2. programm), 26. 10. 2013.
neu vds-ev.de/infobriefe2013 (Verein Deutsche Sprache e. V.), 17. 10. 2013.
Zu diesem Zweck versucht Moskau, die Annäherung zu verhindern[,] und fördert gleichzeitig die Integration.
Neue Zürcher Zeitung, 20. 9. 2013, s. 6.
Erläuterungen zum Spargel-Genus, Datumsangaben, die mit am eingeleitet werden[,] sowie Humorvolles zum Thema Ehe.
neu www.duden.de/newsletter?page=18 (übersichtsseite; seitenzahl ändert sich), 9. 2013.
Wer mit Immobilienfachleuten redet, hört zwar immer noch von einer intakten Nachfrage nach Wohneigentum, aber auch von deutlich kritischeren Kunden, von Projekten, die Banken nicht mehr finanzieren wollen[,] und vom Ausstieg gewisser Banken aus dem Luxussegment.
Neue Zürcher Zeitung, 6. 8. 2013, s. 20.
Ich darf mich genau so ausdrücken, wie ich will[,] und muss mich nicht an Regeln halten.
neu blog.supertext.ch/2013/06/sms-richtig-schreiben, 25. 6. 2013.
Bitte teilen Sie uns die Artikelmenge mit, die Sie erwarten[,] und Sie erhalten ein Angebot.
neu www.sz-archiv.de/sueddeutsche-zeitung-archiv/onlinearchive/medienport-ubersicht/medienport-preise, 2013.
Mutig sein, das heisst klar zu sagen, was man für richtig hält[,] und entsprechend zu handeln.
neu www.facebook.com/srfkultur (schweizer radio, 2. programm), 28. 12. 2012.
Wir hoffen, dass Sie eine ebensolche nicht an den Tag legen müssen[,] und wünschen Ihnen schöne Feiertage ganz nach Ihrem Geschmack!
neu www.sprachlog.de/2012/12/24/weihnachtslekture, 24. 12. 2012.
Bitte kommen Sie frühzeitig. wenn Sie sich einen Sitz sichern möchten[,] und haben Sie Verständnis, dass wir keine Platzreservationen vornehmen können.
neu Universität Zürich, www.unicms.uzh.ch/static/applications/talkimturm/index.php, 20. 12. 2012.
Er lässt alle liberalen Argumente rechts liegen, die für eine Abschaffung des Militärdienstzwangs sprechen[,] und plädiert für einen staatlichen Zwangsdienst.
Neue Zürcher Zeitung, 18. 12. 2012, s. 20.
Sprachkontaktsituationen (Motto: „Verzichte auf das, was der Verständigung in multilingualen Situationen nicht förderlich ist und drücke es anders aus“, z. B. durch Fixierung der Wortstellung).
neu www.sprachlog.de/2012/12/10/wickie-und-der-starke-william, 10. 12. 2012.
Bei "Markus Lanz" blickt der 68-Jährige zurück auf sein spannendes Leben, spricht über seine Familie, erzählt, in welchen Momenten er Angst hat[,] und verrät, wie er heutigen Extremsportlern gegenübersteht.
neu ZDF, teletext, s. 325 (module.zdf.de/teletext/), 5. 12. 2012.
China habe sehr genau im Westen beobachtet, welche Probleme man sich mit dem Internet einhandeln könne[,] und steuere kräftig dagegen, berichtete die Sinologin.
Süddeutsche Zeitung, 19. 10. 2012, s. 13.
Bei "Lanz" erklärt der Professor, was genau passiert, wenn die Schallmauer durchbrochen wird[,] und sagt, wie gefährlich Felix Baumgartners Sprung war.
neu ZDF, teletext, s. 323 (module.zdf.de/teletext/), 18. 10. 2012.
Die Texte zu den Liedern schrieb nicht der gelernte Werbetexter selber[,] sondern ein Freund aus der gleichen Branche: Martin Suter. – In «Musik für einen Gast» bringt René Fisch die Musik mit, die ihn inspiriert hat[,] und erzählt vom Jonglieren mit den Worten.
neu drs2.ch, sendung Musik für einen Gast, jetzt www.srf.ch, 16. 9. 2012.
Er glaubt sich der Sorge überhoben, die er in fremden Händen sieht[,] und hat genug zu tun, wenn er ihre Leitung erwartet und ihr folgt.
neu www.fh-heidelberg.de/fileadmin/srh/heidelberg/pdfs/an_institute/mill_institut/Freiheitsindex_Deutschland_2011.pdf, 2012.
Süddeutsche Zeitung, 31. 12. 2001, nr. 300, s. 3.

Sicherlich tauche in dem einen oder anderen Lese-, Religions- und Heimat- und Sachkundebuch noch ein „Delphin“ statt „Delfin“ oder ein „daß“ auf. Doch zum einen merken die Kinder schnell, dass da etwas nicht stimmt  und weisen darauf hin und zum anderen, „bin ich als Lehrer angehalten, als Hausaufgabe Stücke auszusuchen, die keine falschen Wörter beinhalten“, so Benz.

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 18. 12. 2001

… und keine falschen kommas.

Die Kleinparteien kritisieren, dass sie diesmal nicht genügend Zeit gehabt hätten, Unterschriften zu sammeln  und erwägen eine Verfassungsklage.

Die Welt, Berlin, 22. 9. 2001

Die Kleinparteien kritisieren [, einschub,] und erwägen eine Verfassungsklage.

Die Nachrichtenagenturen, die die neue Rechtschreibung im August 1999 eingeführt haben[,] und die Zeitungen, die nachzogen, haben oft voneinander abweichende Regeln festgelegt.

Schaffhauser Nachrichten, 31. 7. 2001

… was aber, wie man sieht, nicht das hauptproblem ist.

Da die meisten deutschen Schriftsteller, von Günter Grass bis Reiner Kunze auf der traditionellen Rechtschreibung bestehen, gilt in den Lesebüchern ein buntes Mischmasch von Schreibungen. […] Zum Thema "Beliebigkeit" wird Josef Kraus deutlicher: "Wenn vor dem erweiterten Infinitiv kein Komma mehr gesetzt werden muss, dann ist überhaupt nicht mehr erkennbar, ob ein Schüler die Konstruktion seines eigenen Satzes noch durchschaut."

Neuß, Raimund: Es herrscht ein buntes Mischmasch. Kölnische Rundschau online, 28. 7. 2001

Da die meisten deutschen Schriftsteller von Günter Grass bis Reiner Kunze auf der traditionellen Rechtschreibung bestehen […] oder Da die meisten deutschen Schriftsteller, von Günter Grass bis Reiner Kunze, auf der traditionellen Rechtschreibung bestehen […]

Das problem liegt, wie figura zeigt, weder bei den schülern noch beim erweiterten infinitiv. Die frage, wer hier was durchschaut, ist also nicht so einfach zu beantworten.

So wurde der Ministerin vorgeworfen, sie […] unterstütze die Rechtschreibreform, obwohl die Schüler noch nicht die alte und die Lehrkräfte noch nicht die neue beherrschten und verweigere sich der von der künftigen Ministerpräsidentin Ute Vogt vorgetragenen Forderung nach der Zusammenführung von Bildung und Kultur.

So wurde der Ministerin vorgeworfen, sie unterstütze die Rechtschreibreform, obwohl die Schüler noch nicht die alte und die Lehrkräfte noch nicht die neue beherrschten, und verweigere sich […]

Badische Zeitung, 22. 1. 2001
Es zerfällt in zwei Klassen: in die einen, die niemand kennt und in die anderen, die niemand braucht.
Die Welt, 4. 12. 2000

Was die KMK an Reformen hervorbringt, zerfällt in zwei Klassen: in die einen, die niemand kennt — die EPAs etwa —, und in die anderen, die niemand braucht — so die Rechtschreibreform.

Was man brauchen täte, wäre eine abschaffung des paarigen kommas, aber man stelle sich den (eher berechtigten) aufschrei vor.

Lars Kerner meint wohl, einen Witz gemacht zu haben und merkt nicht, daß er sich . . . befindet.
rechtschreibreform.com, 1. 12. 2000

Lars Kerner meint wohl, einen Witz gemacht zu haben, und merkt nicht, daß er sich … befindet.

Männer, denen . . .[,] sowie Verwandte
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. 10. 2000

Männer, denen …, sowie Verwandte

Überlebende konnten nur retten, was sie am Leibe trugen und sind auf Kleiderspenden angewiesen
Die Welt, 16. 10. 2000, nr. 241, s. 36

Überlebende konnten nur retten, was sie am Leibe trugen, und sind auf Kleiderspenden angewiesen.

Hinzu kommt, dass die Sprache im Brief schon etwas anderes ist, [kein komma] als die E-Mail-Sprache. Man kann einfach viel entspannter schreiben, was gerade passiert ist[,] und schon bekommt man zwei Tage später eine Antwort.
neu www.planet-interview.de/interviews/ulrich-wickert/33401/, 8. 8. 2000.
Ich schaue dann immer, welche Krawatte ich lange nicht angehabt habe[,] und richte mich bei der Wahl natürlich nach dem Anzug[,] den ich anziehe.
neu www.planet-interview.de/interviews/ulrich-wickert/33401/, 8. 8. 2000.

Edmund Kammerer, im Kultusministerium Baden-Württemberg bei der Umsetzung federführend, ist davon überzeugt, dass den Kindern die Rechtschreibung jetzt leichter fällt und bekommt auch entsprechende Rückmeldungen aus den Schulen.

Edmund Kammerer ist davon überzeugt, dass den Kindern die Rechtschreibung jetzt leichter fällt, und bekommt auch entsprechende Rückmeldungen aus den Schulen.

Martin Ebel: Die Gegner geben nicht auf. Stuttgarter Zeitung vom 28. 7. 2000, Die Dritte Seite
bekundete, gegen die Abschaffung zu sein[,] und erklärte
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. 7. 2000, nr. 166, s. 14

Das gibt es auch bei uns, wie figura zeigt.

Ich hoffe, Sie finden . . . und freue mich, . . .
Homepage von Petra Roth, oberbürgermeisterin von Frankfurt a. M., ca. 6. 2000

Ich hoffe, Sie finden …, und freue mich, …

Die Hilfskräfte sollen nach dem Problem fragen, wenn Patienten klingeln oder Botengänge übernehmen.
20 Minuten (Zürich), 20. 1. 2000, nr. 14, s. 4

Gegen die substantivkleinschreibung wird etwa (fälschlicherweise) eingewandt, sie verursache missverständnisse bzw. schränke die ausdrucksmöglichkeiten der schreiber, die das ja merken würden, ein. Die patienten, die botengänge übernehmen, beweisen zweierlei: Für missverständnisse braucht es keine kleinschreibung. Und die allgegenwärtige gefahr ihres auftretens hemmt den schreibfluss nicht unbedingt, bei vielen lesern vielleicht nicht einmal den lesefluss.

Typographie ist eine Kunst, der man sich nur zögernd nähert [komma fehlt] oder etwas, was jeder beherrscht.
neu Jürgen Gulbins, Christine Kahrmann: Mut zur Typographie, 1. 1. 2000
paariges komma
Windows 2000, Microsoft, 2000.

Heute aber ist es für weite Teile der Gesellschaft sehr schwer, sich mit den Veränderungsprozessen, die wir erleben (und aufgrund derer manche Reformen so dringend werden) zu identifizieren.
Sie sind zum Teil zu sehr versucht, ins Ausland zu gehen und werden vielfach behindert und gelähmt.

Christian Meier: Zärtlichkeit für den Status quo. Frankfurter Rundschau, 20. 11. 1999

Schön gesagt – und schön geschrieben, wie ein redaktioneller nachsatz betont: «Der Text folgt den Regeln der alten Rechtschreibung.» Wenn er es nur täte! Er scheitert am paarigen komma und beweist so wohl eher die schwierigkeit als die überlegenheit der alten schreibung:

Heute ist es sehr schwer, sich mit den Veränderungsprozessen, die wir erleben, zu identifizieren. - Sie sind versucht, ins Ausland zu gehen, und werden behindert und gelähmt.

Herrn professor Meiers wort nicht nur in Gottes ohr, sondern auch in sein eigenes: «Jede Reform, die den Namen verdient, muß in Besitzstände einschneiden, ob bei Renten, Billigarbeit, im Bildungswesen oder wo immer. Und sie muß ergänzt werden durch ein Umdenken - bis hin zu den Herren Professoren, die sich bei aller Verpflichtung zur Kritik zu weit mehr Offenheit und Toleranz gegenüber neuen Ansätzen bequemen müssen.»

Zehetmair schwafelte über Umweltschützer, denen «die Verkommenheit ins Gesicht geschrieben» stehe [komma fehlt] und über die Aids-Gefahr …
neu Der Spiegel, 21. 10. 1991