Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)personen → Theodor Ickler

Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.

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Ickler, Theodor

titel

prof. dr.

adresse

Ringstr. 46, D-91080 Spardorf

elektronische post

theo.ickler
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www.sprachwissenschaft.uni-erlangen.de/personal/ickler

www.sprachforschung.org/ickler


biografie

geb. 7. 4. 1944, Krauschwitz

1987 professor für deutsch als fremdsprache: universität Erlangen-Nürnberg

1998 unterzeichner: erklärung professoren gegen rechtschreibreform.

2001 deutscher sprachpreis: Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache

1. 3. 2005 bis 24. 2. 2006 mitglied: rat für deutsche rechtschreibung


Zitate

Main-Echo, 16. 8. 2000

Kritiker der Reform wie der Rezensent Theodor Ickler (Frankfurter Allgemeine Zeitung) halten der Duden-Redaktion jedoch zahlreiche Wider­sprüche, willkürliche Festlegungen und Abweichungen von der amtlichen Schreibung vor.

Hermann Zabel: Widerworte. Aachen 1997, s. 59

Mit dem wissenschaftlichen Berater der Aktion "WIR gegen die Rechtschreib­reform" ist eine Verständigung schlechter­dings nicht möglich.

Rudolf Walther, Basler Zeitung, 18. 8. 2000

Der rührigste Kritiker ist der Erlanger Linguist Theodor Ickler, der seit Jahren gegen die Reform Sturm läuft und sich mächtig erhitzen kann bei den immer gleichen drei oder vier Fragen. Dem Pedanten «sträuben sich die Haare», dass man jetzt nicht mehr «recht», sondern ganz gediegen und vernünftig «Recht haben» darf. Mittlerweile ist auch klarer geworden, warum Ickler so hartnäckig ist. Er hat selbst ein «Rechtschreib­wörterbuch» zusammengebastelt, für das die FAZ (im redaktionellen Teil!) die Werbe­trommel rührt und das trotzdem keiner kennt.

dudenredaktion, Mannheimer Morgen, 18. 8. 2000

Seit 1996 sagt Theodor Ickler das unmittelbar bevorstehende Scheitern der Rechtschreib­reform voraus.

SN/APA, Salzburger Nachrichten, 13. 9. 2000

"Das Chaos wird durch Ickler potenziert", sagte Kürschner und wirft dem Reformgegner in seinem Wörterbuch Inkonsequenz vor. Anhand von zahlreichen Beispielen, in denen Ickler die Reform­schreibung übernehme, belegte Kürschner, dass dieser "in Wahrheit ein verkappter Reformer ist, der in mancher Hinsicht sogar als Radikal­reformer gelten kann".

Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 15. 9. 2000

Theodor Ickler, dem schärfsten Gegner der Recht­schreibreform, der jetzt einen Gegen-Duden herausgebracht hat, ist mittlerweile selbst die Häme seiner Sympathisanten sicher. Die schärfsten Kritiker der Elche sind offensichtlich selber welche.

Joachim Güntner, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 21. 6. 2001

Mit dem „Deutschen Sprachpreis“ senden die Reform­gegner ihrem profiliertesten Feuerkopf eine Solidaritäts­adresse. In einer Zeit trüber Aussichten für ihren Kampf kann es freilich nur ein Trostpreis sein.

Jörg Völkerling, Die Welt, 22. 6. 2001

Der Rechtschreib-Papst.

Dankwart Guratzsch, Die Welt, 8. 10. 2001

Die Sache hat den Schönheitsfehler, dass sich Ickler nicht durchgesetzt hat.

Bild, 10. 8. 2004

Deutschlands wichtigster Sprachwissenschaftler.

Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 8. 2004

Der Rechtschreiber.

Rudolf Walther, die tageszeitung, 27. 8. 2004

Theodor Ickler, der Einpeitscher der Reformgegner, ist "überzeugter Behaviourist" und möchte dieses grobianische Erklärungs­modell für das Verhalten im Windschatten des halb­darwinistischen Sozial­technologen B. F. Skinner auf die Sprachlern­theorie übertragen. Nicht zufällig beruhen Icklers einzige Argumente auf omlettplattem Utilitarismus — das "Bewährte" ist "üblich" und daher "zweckmäßig" —, fragt sich, warum, für wen und wozu.

Alexander Smoltczyk, Der Spiegel, 25. 7. 2005

Deutschland sähe anders aus ohne Menschen wie Theodor Ickler. […] Für die Anhänger der alten Rechtschreibung ist dieser Mann ein Genie. Die Reformer sähen ihn gern in Ketten. Ickler weiß alles über das Regel­werk, und vieles weiß er besser als alle anderen. Theodor Ickler ist der Ein-Mann-Thinktank der Reform­gegner. […] Kein Gegen­reformer ist fleißiger. […] "Das Auftreten von gewissen Kritikern gefällt mir nicht, ihre Besser­wisserei, ihre Intoleranz, ihre Recht­haberei. Nicht alle sind so, aber Ickler gewiss. Man kann ja verschiedener Meinung sein", sagt Nerius.

Kerstin Decker, Der Tagesspiegel, 29. 1. 2006

Theodor Ickler kann die Wortverbindung „Leid tun“ noch immer nicht anschauen, ohne zu zittern.

Peter Schmacht­hagen, Hamburger Abendblatt, 31. 7. 2007

Im Rat scheint es recht kontrovers zugegangen zu sein. Besonders der Erlanger Germanist Theodor Ickler, als Professor für Deutsch als Fremd­sprache eigentlich auf ein schlankes Regelwerk verpflichtet, zeigte sich nach Meinung anderer Rats­mitglieder kompromissunfähig und trat aus dem Gremium aus.


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Rolf Landolt, 2011-2-13